Blue Note Tone Poet Serie - kunstvolle Klöppler

Die erste audiophile LP-Serie von Blue Note Records ist ein weltweiter Erfolg. Kuratiert wird sie von Joe Harley, genannt der „Tone Poet“, vom renommierten amerikanischen Vinyl-Label Music Matters. Die Fertigung erfolgt mit rein analogen Produktionsschritten vom Erste-Generation-Masterband bis zur 180g-Pressung bei Record Technology Incorporated (RTI) in den USA. Den luxuriösen Rahmen bilden laminierte Tip-On-Gatefold-Sleeves und wattierte Innenhüllen.
Bobby Hutcherson – Components
Zwischen 1965 und 1969 verband den Vibrafonisten Bobby Hutcherson und den Schlagzeuger Joe Chambers eine geradezu symbiotische Beziehung. Von den elf Alben, die Hutcherson in diesem Zeitraum für das Label Blue Note aufnahm, spielte er zehn mit Chambers ein, zu denen dieser oft auch eigene Kompositionen beisteuerte. Die ersten gemeinsamen Aufnahmen entstanden im April 1965 für Hutchersons Debütalbum “Dialogue”. Bereits zwei Monate später vertieften die beiden ihre Zusammenarbeit auf dem Album “Components”. Zu hören sind sie hier mit einem erstklassigen Sextett, das mit dem Trompeter Freddie Hubbard und dem Pianisten Herbie Hancock zwei weitere Blue-Note-Stars jener Zeit umfasste. Komplettiert wurde die Besetzung durch den Altsaxofonisten und Flötisten James Spaulding sowie den Bassisten Ron Carter. “‘Components’ ist vielleicht das Album, das Bobby Hutchersons frühe musikalische Persönlichkeit am besten widerspiegelt”, schrieb Steve Huey bei AllMusic und gab dem Album die Höchstwertung von fünf Sternen. “Es ist passenderweise in zwei sehr unterschiedliche Hälften unterteilt. Die erste Hälfte enthält vier Eigenkompositionen von Hutcherson im melodischen, aber dennoch anspruchsvollen Hard-Bop-Stil, während die zweite Hälfte vier frei interpretierte Avantgarde-Stücke von Chambers bietet.” Obwohl Chambers in den 1960ern so etwas wie der “Haus-Schlagzeuger” von Blue Note war, konnte er sein eigens Debütalbum “Mirrors” erst 1998 zum 60. Jubiläum des Labels aufnehmen. Mit den Alben “Samba de Maracatu” (2020) und “Samba Kobina” (2022) feierte er vor ein paar Jahren seine Rückkehr zum Blue-Note-Label.
Curtis Amy – Tippin’ On Through
Am 29. Juli 1962 wehte ein kräftiger Wind durch das Lighthouse in Hermosa Beach, Kalifornien, als der für seinen robusten Sound bekannte texanische Tenorsaxofonist Curtis Amy in dem legendären Jazzclub auftrat, um dort das Live-Album “Tippin’ On Through“ aufzunehmen. Obwohl er das Album mit einem ungewöhnlich besetzten Sextett aus West-Coast-Musikern – Ventilposaunist Roy Brewster, Vibrafonist Roy Ayers, Pianist John Houston am Klavier, Bassist Bob Whitlock und Schlagzeuger Lawrence Marable - für das auf West-Coast-Jazz spezialisierte Label Pacific Jazz einspielte, hatte die Aufnahme herzlich wenig mit West-Coast-Jazz zu tun. Vielmehr bewegte sich Amy in seinen drei Eigenkompositionen stilistisch zwischen funkigem Hard Bop und Soul-Jazz. Abgerundet wurde das Programm durch den von Benny Golson geschriebenen Titelsong, Dave Brubecks Ballade “In Your Own Sweet Way” und den Gershwin-Evergreen “Summertime”. “Eines der besten Alben, die Curtis Amy je aufgenommen hat”, heißt es bei Dusty Groove über “Tippin’ On Through”, “und ein großartiges Live-Album, das in der Zeit entstand, als er begann, sich von Coltrane beeinflussen zu lassen und seinen Tenorsaxofon-Sound etwas weiterzuentwickeln.” Neben Curtis Amy glänzte bei dem Konzert vor allem der junge Roy Ayers, für den dies eine seiner ersten Aufnahmen war.





