Visitenkarte einer unterschätzten Jazzgröße – Dorham-Deluxe-Album erschienen

Die erste audiophile LP-Serie von Blue Note Records ist ein weltweiter Erfolg. Kuratiert wird sie von Joe Harley, genannt der „Tone Poet“, vom renommierten amerikanischen Vinyl-Label Music Matters. Die Fertigung erfolgt mit rein analogen Produktionsschritten vom Erste-Generation-Masterband bis zur 180g-Pressung bei Record Technology Incorporated (RTI) in den USA. Den luxuriösen Rahmen bilden laminierte Tip-On-Gatefold-Sleeves und wattierte Innenhüllen.
Obwohl Kenny Dorham (1924–1972) einer der gefragtesten Trompeter des Bebop war und als Gründungsmitglied der Jazz Messengers zu den Hard-Boppern der ersten Stunde gehörte, stand er zeitlebens im Schatten von Kollegen wie Dizzy Gillespie, Lee Morgan und Clifford Brown. Als Art Blakey im November 1955 mit den Jazz Messengers im berühmten Café Bohemia in Greenwich Village seine bahnbrechenden Live-Aufnahmen für Blue Note Records machte, war der damals 31-jährige Trompeter mit von der Partie.
Nur sechs Monate später kehrte Dorham mit seinem eigenen Sextett, bestehend aus J. R. Monterose (Tenorsaxofon), Kenny Burrell (Gitarre), Bobby Timmons (Klavier), Sam Jones (Bass) und Arthur Edgehill (Schlagzeug), in den New Yorker Jazzclub zurück, um dort unter dem Titel “’Round About Midnight At The Café Bohemia” sein erstes eigenes Live-Album für Blue Note einzuspielen. Von dem über zweistündigen Auftritt veröffentlichte das Label 1956 allerdings nur eine Langspielplatte mit sechs Stücken. Elf weitere Titel erschienen erst 1984 auf zwei separaten LPs in Japan. Die kompletten Aufnahmen kamen im Jahr 2002 auf einer Doppel-CD heraus. Das Repertoire, das neben Eigenkompositionen und einigen ausgewählten Standards aus dem Great American Songbook auch Klassiker von Thelonious Monk (“’Round About Midnight”) und Dizzy Gillespie (“A Night In Tunisia”) enthält, wirkt wie eine musikalische Visitenkarte des Trompeters.
Jetzt erfüllt sich für viele Blue-Note-Fans ein Herzenswunsch: die Aufnahmen kommen erstmals komplett auf Vinyl heraus, und das auch noch im Rahmen der hochgeschätzten audiophilen Blue Note Tone Poet Serie, auf drei 180g-LPs im Deluxe-Tip-on-Trifold-Sleeve, abgerundet durch ein großformatiges Booklet mit bisher unveröffentlichten Fotos von Francis Wolff sowie einem ausführlichen Essay und einer Track-by-Track-Analyse von Syd Schwartz. Parallel erscheint das komplette Konzert auch als remastertes 2-CD-Set.
"Dorham im Cafe Bohemia war schon immer eine meiner liebsten Live-Sessions auf Blue Note“, sagt “Tone Poet“ Joe Harley, der kreative Kopf hinter der Serie. ”Es ist nicht einfach nur ein Konzert, es ist ein Zeugnis der Verbundenheit vieler Beteiligter – Band, Publikum und Rudy Van Gelder, die alle zusammenwirkten, um einen magischen Moment einzufangen. Jedes Mal, wenn ich die Nadel aufsetze, wird mir bewusst, warum wir genau solche Momente immer wieder suchen.“





