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Miles Davis 100 – ikonisches Album in audiophil

Mit “Birth Of The Cool” schuf Miles Davis ein stilbildendes Album des Jazz. Anlässlich seines 100. Geburtstags wird das Meisterwerk mit einer audiophilen Vinyl-Auflage innerhalb der Blue Note Tone Poet Serie gewürdigt.
Blue Note Tone Poet Serie - Miles Davis
Blue Note Tone Poet Serie - Miles Davis
(c) Blue Note Records
21.05.2026

“Birth Of The Cool“ (aufgenommen 1949/50, veröffentlicht 1957) gilt als eines der einflussreichsten Jazz-Alben überhaupt, weil es einen radikal neuen Klang in den modernen Jazz brachte. Miles Davis entfernte sich vom virtuosen Bebop eines Charlie Parker oder Dizzy Gillespie und entwickelte einen ruhigeren, transparenteren Stil. Viele Musikhistoriker sehen das Album als Startpunkt des Cool Jazz und als starken Einfluss auf den späteren West Coast Jazz. Down Beat schrieb 1957, das Album habe “eine wichtige Richtung des modernen Kammerjazz tief beeinflusst“. Der deutsche Jazzkritiker Joachim-Ernst Berendt urteilte später, mit diesen Stücken sei ein Klangbild durchgesetzt worden, das prägend für die Entwicklung des ”kühlen Jazz“ geworden sei. Die ZEIT schrieb über den Sound der Sessions, Davis habe die “Hektik des Bebop“ in einen ”unerhört smoothen Klang" verwandelt. Heute steht "Birth Of The Cool“ praktisch auf jeder Liste der wichtigsten Jazzalben des 20. Jahrhunderts und wurde sogar in die Grammy Hall Of Fame aufgenommen.

Der Keim für das Ausnahmealbum wurde 1947 still und leise in der kleinen Kellerwohnung von Gil Evans in der 55th Street in Midtown Manhattan gelegt. Dort versammelte der junge Miles Davis, der kurz zuvor im Bebop-Quintett des Altsaxofonisten Charlie Parker seine Feuertaufe bestanden hatte, regelmäßig eine Gruppe gleichgesinnter Musiker, um neue musikalische Ansätze auszuprobieren. Dabei diente ihnen das Orchester des Pianisten Claude Thornhill als Blaupause. Dieses hatte einen einzigartigen Klang entwickelt, der großzügig aus den klassischen Texturen und Klangfarben des 20. Jahrhunderts schöpfte. Aus diesem Orchester stammten auch fünf der Musiker, die nun eng mit Davis zusammenarbeiteten: der Altsaxofonist Lee Konitz, der Baritonsaxofonist Gerry Mulligan, der Tubist Bill Barber, der Bassist Joe Shulman und der Arrangeur Gil Evans. Zu ihnen gesellten sich weitere Musiker der nächsten Generation der Jazz-Modernisten sowie einige klassische Musiker: darunter die Posaunisten J. J. Johnson und Kai Winding, die Pianisten John Lewis und Al Haig, die Schlagzeuger Max Roach und Kenny Clarke, der Bassist Al McKibbon und der Hornist Gunther Schuller. Um mehr Agilität zu erlangen, einigten sich die Musiker auf eine eine reduzierte Version des Thornhill-Modells und formierten ein Nonett. “Wir wollten diesen Klang, aber… so schlank wie möglich”, erklärte Miles Davis später. “Ich betrachtete die Gruppe wie einen Chor… Ich wollte, dass die Instrumente wie menschliche Stimmen klangen.”

Im September 1948 hörte Pete Rugolo, der als musikalischer Direktor bei Capitol Records tätig war, das Nonett während eines zweiwöchigen Engagements im New Yorker Jazzclub Royal Roost und bot Miles Davis daraufhin einen Plattenvertrag an. Bei drei Aufnahmesessions am 9. Januar 1949, am 21. April 1949 und am 9. März 1950 wurden mit wechselnden Nonett-Besetzungen insgesamt zwölf Titel eingespielt, von denen sechs nach und nach auf einer Reihe von Schellackplatten veröffentlicht wurden: “Move” von Denzil Best, “Jeru” und “Godchild” von Gerry Mulligan, “Budo” von Miles Davis und Bud Powell, “Israel” von  John Carisi sowie “Boplicity” von Miles Davis und Gil Evans. Obwohl die Aufnahmen durchweg gute Kritiken erhielten, erwiesen sie sich erstaunlicherweise damals als kommerzieller Flop. Erst 1957 erschienen elf der zwölf Stücke schließlich zusammen auf dem Album “Birth Of The Cool” und traten ihren Triumphzug um die Welt an. 

Würde man einen Stammbaum des modernen Jazz der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erstellen, ließen sich fast alle Meilensteine auf dieses eine Ensemble zurückführen”, bemerkte der amerikanische Jazzhistoriker, Pianist und Komponist Ted Gioia vor ein paar Jahren in seinem Jazz-Blog über “Birth Of The Cool”. “Die Aufnahmen waren zwar zunächst ein kommerzieller Misserfolg, haben aber den Lauf der amerikanischen Musikgeschichte verändert.”

Die neueste LP-Veröffentlichung der Aufnahmen innerhalb der Blue Note Tone Poet Serie lässt den Hörer das Werkes erstmals mit den Ohren von Kurator Joe Harley, genannt der “Tone Poet“, hören. Die Fertigung erfolgt wie immer mit rein analogen Produktionsschritten vom Erste-Generation-Masterband bis zur 180g-Pressung bei Record Technology Incorporated (RTI) in den USA. Den luxuriösen Rahmen bilden laminierte Tip-On-Gatefold-Sleeves und wattierte Innenhüllen. Exklusiv im JazzEcho-Store ist die LP auch mit einem limitierten 12x12” Art Print eines Miles-Davis-Fotos von 1958 erhältlich.

 

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