Blue Note Tone Poet Serie: Die hohe Kunst des Klavier-Trios

Die audiophile BLUE NOTE TONE POET SERIE wurde im Jahr 2019 anlässlich des 80-jährigen Jubiläums von Blue Note Records ins Leben gerufen und zeichnet sich durch einen kompromisslosen Qualitätsanspruch aus. Das Mastering erfolgt komplett analog von den originalen Erste-Generation-Masterbändern. Kuratiert und produziert wird die Reihe von Joe Harley (Mitbegründer von Music Matters, bekannt als „Tone Poet“). Das Mastering übernimmt Kevin Gray bei Cohearent Audio. Die LPs werden als 180g-Vinyl bei Record Technology Incorporated (RTI) in den USA gepresst. Die Alben kommen in laminierten Tip-On-Gatefold-Sleeves von Stoughton Printing, oft ergänzt durch unveröffentlichte Session-Fotos, sowie in wattierten Innenhüllen. Im Fokus der Reihe stehen nicht nur bekannte Meilensteine, sondern auch unterschätzte Klassiker, Vinyl-Premieren historischer Sessions sowie Alben von Partner-Labels wie Pacific Jazz oder Capitol Records.
Sonny Clark (1931–1963) galt als Inbegriff des Hard-Bop-Pianisten. Der mit ihm befreundete Bill Evans, der sich zur selben Zeit wie Clark einen Namen in der New Yorker Szene zu machen begann, bewunderte vor allem seinen modernen und äußerst raffinierten Swing, seine feine Anschlagskultur und sein elegantes Spiel. Als Clark im Januar 1963 im Alter von nur 31 Jahren verstarb, widmete ihm Evans das Stück „NYC’s No Lark“ (ein Anagramm von „Sonny Clark“), das er wenige Monate später für sein Album „Conversations with Myself“ einspielte.
Ab 1957 nahm Sonny Clark für Blue Note Records nicht nur neun Alben unter eigenem Namen auf, sondern begleitete auch zahlreiche Blue-Note-Größen wie Dexter Gordon, Grant Green, Jackie McLean, Lee Morgan, Hank Mobley, Curtis Fuller, Lou Donaldson und Stanley Turrentine. Das im Oktober 1957 aufgenommene Album „Sonny Clark Trio“ stach aus zweierlei Gründen aus Clarks Blue-Note-Diskografie heraus. Einerseits präsentierte er sich nicht wie auf seinen anderen Alben mit einem Quintett oder Sextett, sondern im Trio mit dem Bassisten Paul Chambers und dem Schlagzeuger Philly Joe Jones. Andererseits spielte er darauf keine Eigenkompositionen, sondern interpretierte auf subtile Weise erstmals ausschließlich Standards aus dem Great American Songbook und Werke führender Jazzkomponisten jener Zeit.
Das im Mai 1958 veröffentlichte Album kam bei den Fans und Kritikern so gut an, dass Clark noch im selben Jahr mit zwei anderen Trio-Besetzungen in Rudy Van Gelders Studio in Hackensack zurückkehrte: Im November 1958 mit dem Bassisten Jymie Merritt und dem Schlagzeuger Wes Landers, im Dezember 1958 wiederum mit Paul Chambers am Bass und erneut Wes Landers am Schlagzeug. Bei Blue Note wanderten diese Aufnahmen aus unerfindlichen Gründen ins Archiv und wurden erst lange nach Clarks Tod veröffentlicht – und das zunächst auch nur in Japan. Nun erscheinen sie unter dem Titel „The Art of the Trio“ zusammen mit alternativen Takes des Albums „Sonny Clark Trio“ auf einer Doppel-LP in der audiophilen Blue Note Tone Poet Serie. Die Veröffentlichung kommt wie immer in einer luxuriösen Tip-On-Gatefold-Hülle daher und enthält ein Booklet mit neuen Liner Notes von Syd Schwartz, den Original-CD-Liner Notes von Ben Sidran und Bob Porter sowie bisher unveröffentlichten Fotos von Francis Wolff.





