Blue Note Tone Poet Serie: Ein gar nicht verkapptes Genie - Blue Note Tone Poet Serie | JazzEcho

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Blue Note Tone Poet Serie
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Blue Note Tone Poet Serie: Ein gar nicht verkapptes Genie

Dass er einer der aufregendsten neuen Trompeter im Jazz war, hatte Freddie Hubbard bereits auf seinen ersten beiden Blue-Note-Alben hinlänglich bewiesen. Auf dem dritten Geniestreich „Hub Cap“ offenbarte er 1961 auch erstmals sein kompositorisches Können.
Blue Note Tone Poet Serie - Freddie Hubbard
Blue Note Tone Poet Serie - Freddie Hubbard
(c) Blue Note Records
30.09.2026

Die audiophile BLUE NOTE TONE POET SERIE wurde im Jahr 2019 anlässlich des 80-jährigen Jubiläums von Blue Note Records ins Leben gerufen und zeichnet sich durch einen kompromisslosen Qualitätsanspruch aus. Das Mastering erfolgt komplett analog von den originalen Erste-Generation-Masterbändern. Kuratiert und produziert wird die Reihe von Joe Harley (Mitbegründer von Music Matters, bekannt als „Tone Poet“). Das Mastering übernimmt Kevin Gray bei Cohearent Audio. Die LPs werden als 180g-Vinyl bei Record Technology Incorporated (RTI) in den USA gepresst. Die Alben kommen in laminierten Tip-On-Gatefold-Sleeves von Stoughton Printing, oft ergänzt durch unveröffentlichte Session-Fotos, sowie in wattierten Innenhüllen. Im Fokus der Reihe stehen nicht nur bekannte Meilensteine, sondern auch unterschätzte Klassiker, Vinyl-Premieren historischer Sessions sowie Alben von Partner-Labels wie Pacific Jazz oder Capitol Records.

Einen so atemberaubenden Senkrechtstart wie den des Trompeters Freddie Hubbard hat selbst die an Talenten reich gesegnete New Yorker Jazzszene selten erlebt. Als der damals 20-Jährige 1958 aus seiner Heimatstadt Indianapolis im „Big Apple” landete, konnte er als Referenz lediglich eine Aufnahme mit dem Gitarristen Wes Montgomery vorweisen. Innerhalb weniger Jahre erweiterte er in New York sein Portfolio um Aufnahmen mit so unterschiedlichen Größen wie Slide Hampton, Ornette Coleman, Eric Dolphy, Curtis Fuller, Benny Golson, J. J. Johnson, Quincy Jones, John Lewis, Randy Weston und John Coltrane  – um nur einige zu nennen.

Seine Karriere als Solokünstler begann Hubbard 1960 bei Blue Note Records mit den gefeierten Alben „Open Sesame“ und „Goin’ Up“, auf denen er überwiegend Jazzstandards und Kompositionen bekannterer Kollegen interpretierte. Sein eigenes Können als Komponist zeigte der äußerst dynamische Trompeter erstmals so richtig auf seinem 1961 erschienenen dritten Blue-Note-Album „Hub Cap“ (der Titel – zu Deutsch „Radkappe“ – ist eine verschmitzte Anspielung auf Hubbards Spitznamen Hub).

Vier der sechs Stücke des Albums stammten aus seiner Feder („Hub Cap“, „Luana“, „Osie Mae“ und „Earmon Jr.“), die beiden anderen von Randy Weston („Cry Me Not“) und Cedar Walton („Plexus“). Zu hören ist er hier mit einem Sextett, bestehend aus dem Posaunisten Julian Priester, dem Tenorsaxofonisten Jimmy Heath, dem Pianisten Cedar Walton, dem Bassisten Larry Ridley und dem Schlagzeuger Philly Joe Jones. Im Guardian schrieb John Fordham im Jahr 2003 in einer Rezension des Albums: „Die Musik versetzt einen zurück in eine Jazzära, in der die kraftvolle Dynamik des Hard Bop den damals noch kommerziell erfolgreichen Jazz dominierte.“ Nur kurze Zeit später erweiterte Art Blakey seine populären Jazz Messengers, die seit jeher in der klassischen Quintett-Besetzung aufgetreten waren, plötzlich um einen Posaunisten zum Sextett. Außerdem holte er Freddie Hubbard als neuen Trompeter an Bord. Ob das wohl nur ein Zufall war?

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