Verve Vault Serie – Initialzündung einer Crossover-Karriere

Verve Vault heißt die neue LP-Serie des legendären Verve-Labels, die mit zwei Veröffentlichungen pro Monat die Herzen von Jazz- und Vinylfans höherschlagen lassen will. Obwohl die LPs moderat gepreist sind, wird in allen Aspekten auf Qualität geachtet: Alle Titel werden von Ryan K. Smith bei Sterling Sound von den analogen Originalbändern geschnitten und gemastert und bei Optimal auf 180-Gramm-Vinyl gepresst. Die ikonischen Artworks werden unverändert und liebevoll faksimiliert, sofern es sich im Original um Gatefold-Hüllen handelte, werden diese beibehalten. Das Repertoire der Serie setzt sich aus berühmten Klassikern sowie zeitlosen Perlen von Verve und den Schwesterlabels Impulse!, Mercury, Polydor u.a. zusammen.
George Benson – Giblet Gravy
Für Gitarrist George Benson hätte das Jahr 1968 nicht besser beginnen können. Am 16. Januar nahm er als Gast des zweiten großen Quintetts von Miles Davis an einer Aufnahmesession für “Miles in the Sky” teil. Das Album markierte den Beginn der elektrischen Phase des Trompeters und gilt als eines der prägenden Werke der Jazz-Fusion. Nur drei Wochen später ging Benson erneut ins Studio. Diesmal, um mit “Giblet Gravy” seinen glanzvollen Einstand bei Verve Records zu feiern. Mit von der Partie waren auch zwei Musiker von Miles’ Quintett: der Pianist Herbie Hancock und der Bassist Ron Carter.
Der Produzent Esmond Edwards hatte den damals 24-jährigen George Benson zu Verve geholt, um die Lücke zu füllen, die der große Wes Montgomery durch seinen Wechsel zu A&M Records hinterlassen hatte. Und Benson bewies gleich, dass er weit mehr als nur ein “Lückenfüller” sein würde. “Ich wollte nicht der nächste Wes Montgomery sein. Ich wollte der erste George Benson sein”, erinnerte er sich viele Jahre später in seiner Autobiografie. Mal präsentierte er sich in einem agilen Quintett-Format mit Hancock, Carter, dem jungen Schlagzeuger Billy Cobham und dem Congalero Johnny Pacheco, dann mit einer von Tom McIntosh arrangierten und geleiteten Bigband sowie Background-Sängerinnen. Im Mittelpunkt der Musik standen jedoch stets Bensons flüssige Artikulation, seine bluesgeprägte Phrasierung und seine rhythmische Gewandtheit.
Das Repertoire vereinte Interpretationen zeitgenössischer Pophits wie Bobby Hebbs “Sunny” und Burt Bacharachs “Walk on By” mit Cannonball Adderleys soul-jazziger Nummer “Sack of Woe” sowie zwei Benson-Originalen: dem groovigen Titelstück “Giblet Gravy” und dem Blues “Low Down and Dirty”. Die stilistische Bandbreite, die Bensons späteren Crossover-Erfolg kennzeichnen sollte, kam bereits hier deutlich zum Vorschein.





