Verve Vault Serie: Der Jazzsänger mit dem Frosch im Hals

Die Shubert Alley ist eine Straße im Theaterviertel von Midtown Manhattan in New York City und gilt als Zentrum der Broadway-Theater. Für das Repertoire seines im Jahr 1960 aufgenommenen Albums “Swings Shubert Alley” griff der Sänger Mel Tormé (1925–1999) auf die vielen bekannten Kompositionen zurück, die Cole Porter, Stephen Sondheim, Leonard Bernstein, Harold Arlen und andere Koryphäen des Genres für Broadway-Aufführungen geschrieben hatten. Tormé begann seine Musikkarriere im Jahr 1942 als Schlagzeuger, Arrangeur und Sänger in einer von dem Komiker Chico Marx geleiteten Band. Ein Jahr später ergatterte er in dem Musikfilm „Higher and Higher“ an der Seite von Frank Sinatra seine erste Filmrolle. 1944 gründete er das Vokalquintett Mel Tormé and His Mel-Tones, das sich an Frank Sinatra und die Pied Pipers orientierte.
Aufgrund seiner sanften, geschmeidigen Tenorstimme erhielt Tormé den Spitznamen „Velvet Fog“ (samtiger Nebelschleier), den er jedoch verabscheute. Für Tormés Sinn für Humor spricht, dass er später selbstironisch behauptete, eine „Velvet-Frog-Stimme“ zu haben. Nachdem er zunächst Aufnahmen als romantischer Crooner gemacht hatte, entwickelte er sich in den 1950er Jahren – nicht zuletzt durch die häufige Zusammenarbeit mit dem Pianisten und Spitzen-Arrangeur Marty Paich – zu einem richtigen Jazzsänger. Auf dem Album „Swings Shubert Alley“ war Tormé also voll und ganz in seinem Element.
Zwar interpretiert er auf dem Album auch einige balladeskere Nummern wie „Once in Love with Amy“, „A Sleepin’ Bee“ und „Old Devil Moon“, doch die allgemeine Stimmung ist von ungezügelter Begeisterung und wildem Swing geprägt. Dazu trägt nicht zuletzt das fulminante, elfköpfige Orchester von Marty Paich bei, mit dem Tormé hier so meisterhaft um die Wette eifert. In der agilen Band spielten hochkarätige Solisten wie der Altsaxofonist Art Pepper, die Trompeter Al Porcino und Stu Williamson sowie der Posaunist Frank Rosolino. Angetrieben wird das Orchester von einer feinen Rhythmusgruppe mit Marty Paich am Klavier, Joe Mondragon am Bass und Mel Lewis am Schlagzeug.
VERVE VAULT SERIE heißt die LP-Edition des legendären Labels, die mit zwei Veröffentlichungen pro Monat die Herzen von Jazz- und Vinylfans höherschlagen lassen will. Obwohl die Schallplatten moderat gepreist sind, wird in allen Aspekten der Produktion auf Qualität geachtet: Alle Alben werden von Ryan K. Smith bei Sterling Sound von den analogen Originalbändern gemastert und bei Optimal auf 180-Gramm-Vinyl gepresst. Die ikonischen Artworks werden unverändert faksimiliert, sofern es sich im Original um Gatefold-Hüllen handelte, werden diese beibehalten. Das Repertoire der Serie setzt sich aus berühmten Klassikern sowie von Sammlern gesuchten Perlen von Verve Records und deren Schwesterlabels wie Impulse!, Mercury und Cadet zusammen.





