Verve Vault Serie - kollidierende Klangwelten - Verve Vault Serie | JazzEcho

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Verve Vault Serie
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Verve Vault Serie - kollidierende Klangwelten

In der Verve Vault Serie erscheinen diesmal zwei Schallplatten, die gegensätzlicher kaum sein könnten: John Coltranes bahnbrechendes Free-Jazz-Album “Ascension” und das relaxte Meisterwerk “The Prophet” von Vibrafonist Cal Tjader. 
Verve Vault Serie - John Coltrane / Cal Tjader
Verve Vault Serie - John Coltrane / Cal Tjader
(c) Verve Records
18.06.2026

Verve Vault heißt die neue LP-Serie des legendären Verve-Labels, die mit zwei Veröffentlichungen pro Monat die Herzen von Jazz- und Vinylfans höherschlagen lassen will. Obwohl die LPs moderat gepreist sind, wird in allen Aspekten auf Qualität geachtet: Alle Titel werden von Ryan K. Smith bei Sterling Sound von den analogen Originalbändern geschnitten und gemastert und bei Optimal auf 180-Gramm-Vinyl gepresst. Die ikonischen Artworks werden unverändert und liebevoll faksimiliert, sofern es sich im Original um Gatefold-Hüllen handelte, werden diese beibehalten. Das Repertoire der Serie setzt sich aus berühmten Klassikern sowie gesuchten Perlen von Verve und den Schwesterlabels Impulse!, Mercury, Polydor u.a. zusammen.

John Coltrane – Ascension (Edition I & II)

Ein halbes Jahr nachdem John Coltrane mit “A Love Supreme” ein Album geschaffen hatte, das ihn sowohl künstlerisch als auch kommerziell auf den Gipfel seiner Karriere führte, kehrte er am 28. Juni 1965 für ein vollkommen andersartiges Projekt in das Studio von Rudy Van Gelder in Englewood Cliffs, New Jersey, zurück. Zwar waren die bewährten Mitglieder seines legendären Quartetts – der Pianist McCoy Tyner, der Bassist Jimmy Garrison und der Schlagzeuger Elvin Jones – wieder mit von der Partie. Für die Aufnahme des 40-minütigen Free-Jazz-Opus “Ascension” stießen jedoch sieben weitere Musiker zu ihnen: die Trompeter Freddie Hubbard und Dewey Johnson, die Saxofonisten Pharoah Sanders, Marion Brown, John Tchicai und Archie Shepp sowie der zweite Bassist Art Davis. Ohne vorherige Proben trafen sich die Musiker im Studio, wo sie allgemeine Anweisungen (etwa zur Abfolge der Soli) sowie sogenannte Lead-Sheets erhielten. Letztere gaben in noch allgemeinerer Form eine gewisse Struktur vor. “Was folgte”, so beschreibt es Ashley Kahn in seinem Buch “Impulse! Das Label, das Coltrane erschuf”, “war ein vierzigminütiges Nonstop-Experiment in entfesselter Energie und spontaner Form.” Obwohl die Musiker bei der ersten Aufnahme bereits bis an ihre Grenzen gegangen waren, bat Coltrane sie, gleich noch einen zweiten Take aufzunehmen. Aufgrund eines Missverständnisses veröffentlichte Impulse! Records zunächst den zweiten Take auf Vinyl. Nachdem diese Auflage ausverkauft war, wurde eine Neupressung mit dem von Coltrane selbst bevorzugten ersten Take auf den Markt gebracht. In der Verve Vault Serie erscheinen beide Editionen nun erstmals zusammen auf einem Vinyl-Doppelalbum.

Cal Tjader – The Prophet

Mit seinen Aufnahmen für das Label Fantasy Records hatte sich Cal Tjader (1925–1982) in den 1950er Jahren den Ruf erspielt, der erfolgreichste nicht-lateinamerikanische Latin-Musiker zu sein. Als der Vibrafonist, Schlagzeuger, Perkussionist, Pianist und Komponist Anfang der 1960er Jahre zu dem bekannteren Label Verve Records wechselte, befand er sich in einer seiner produktivsten Phasen. Zwischen 1961 und 1968 nahm er unter der Regie der Produzenten Creed Taylor und Esmond Edwards fünfzehn Alben für Verve auf, auf denen er sich künstlerisch freier entfalten konnte als je zuvor. Auf “The Prophet”, seinem letzten Album für das Label, schöpft der stilistisch äußerst vielseitige Musiker 1968 aus einer breiten Palette von Jazz-, Latin- und Blues-Einflüssen. Das Album dokumentiert Tjaders erste Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Jazz- und Bossa-Nova-Pianisten João Donato. Mit dem Bassisten Red Mitchell und dem Schlagzeuger Ed Thigpen bildet der Brasilianer, der hier ausnahmsweise als Organist zu hören ist, eine ausgesprochen jazzige Rhythmusgruppe. Das abwechslungsreiche Programm besteht aus vier Kompositionen von Tjader und drei Stücken von Donato, darunter die Nummer “Aquarius”, die 1993 von der Hip-Hop-Band A Tribe Called Quest für das Album “Midnight Marauders” gesampelt wurde. Abgerundet wird das Repertoire durch den für einen Oscar nominierten Filmsong “A Time For Love” von Johnny Mandel and Paul Francis Webster. Für die orchestralen Arrangements der Stücke zeichnete der junge Don Sebesky verantwortlich. In der bluesigen Bossa Nova “Cal’s Bluedo” sind als Gastsolisten außerdem der Flötist Hubert Laws und der Trompeter  Marvin Stamm zu hören.

 

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