Verve Vault Serie - Vorsicht, hier wird scharf geschossen!

Verve Vault heißt die neue LP-Serie des legendären Verve-Labels, die mit zwei Veröffentlichungen pro Monat die Herzen von Jazz- und Vinylfans höherschlagen lassen will. Obwohl die LPs moderat gepreist sind, wird in allen Aspekten auf Qualität geachtet: Alle Titel werden von Ryan K. Smith bei Sterling Sound von den analogen Originalbändern geschnitten und gemastert und bei Optimal auf 180-Gramm-Vinyl gepresst. Die ikonischen Artworks werden unverändert und liebevoll faksimiliert, sofern es sich im Original um Gatefold-Hüllen handelte, werden diese beibehalten. Das Repertoire der Serie setzt sich aus berühmten Klassikern sowie gesuchten Perlen von Verve und den Schwesterlabels Impulse!, Mercury, Polydor u.a. zusammen.
Julian “Cannonball” Adderley – Cannonball’s Sharpshooters
Nachdem Altsaxofonist Julian “Cannoball” Adderley seinen Militärdienst abgeleistet hatte, zog er 1955 zusammen mit seinem jüngeren Bruder, dem Kornettisten Nat Adderley, nach New York. Ein Jahr später gründete er dort mit Nat, dem Pianisten Junior Mance (mit dem er in der 36th Army Dance Band zusammengespielt hatte), dem Bassisten Sam Jones und dem Schlagzeuger Jimmy Cobb sein erstes reguläres Quintett. “Cannonball’s Sharpshoters”, aufgenommen im März 1958, war das dritte und beste Album dieser Band. Es sollte auch ihr letztes sein. Denn nur wenige Wochen zuvor hatte Miles Davis den Altsaxofonisten für sein neues Sextett verpflichtet, das zur selben Zeit die Aufnahmen für das Album “Milestone” beendete. Zum Abschied präsentierte Adderleys Quintett ein exzellentes Programm mit Stücken von u. a. Tadd Dameron (“Our Delight” und “Stay On It”), Thelonious Monk (“Straight, No Chaser”) und Gil Fuller (“Fuller Bop Man”) sowie einer Eigenkomposition des Bandleaders (“Jubilation"). Dabei kamen Adderleys vom Blues beeinflusste Phrasierung und die harmonische Sprache des modernen Bebop glänzend zur Geltung. Nur drei Tage nach Abschluss der Aufnahmen für “Cannonball’s Sharpshooters” ging der Altsaxofonist mit Miles Davis, Hank Jones, Sam Jones und Art Blakey ins Studio, um sein bahnbrechendes Album “Somethin’ Else” einzuspielen.
Art Blakey & The Jazz Messengers – ’S Make It
Als Art Blakey im November 1964 das Album “‘S Make It” für Limelight Records aufnahm, befand er sich mit seinen Jazz Messengers wieder einmal in einer Umbruchphase. Zu dieser Zeit musste der Schlagzeuger den Abgang mehrerer wichtiger Mitglieder verkraften – darunter Wayne Shorter, Freddie Hubbard und Reggie Workman – und suchte nach einer neuen Besetzung. Das Sextett mit Lee Morgan (Trompete), Curtis Fuller (Posaune), John Gilmore (Tenorsaxofon), John Hicks (Klavier) und Victor Sproles (Bass), das auf “‘S Make It” zu hören ist, war zwar nur von kurzer Dauer, dafür aber umso markanter. Vor allem Gilmores kraftvolles Spiel auf dem Tenorsaxofon ergänzte sich ausgezeichnet mit Morgans Trompete. Das Album bietet eine höchst unterhaltsame Mischung aus schwungvollen, mit viel Witz gespielten Nummern (“Faith”, “‘S Make It”, “One For Gamal” und “Little Hughie”) und gefühlvollen, ruhigeren Stücken (“Waltz For Ruth”, Olympia” und “Lament For Stacy”). Bis auf den pfiffigen Opener “Faith”, den der Pianist Stan Freeman mit dem Texter Jack Lawrence für das Broadway-Musical “I Had A Ball” geschrieben hatte, stammten sämtliche Stücke aus der Feder der Bandmitglieder. Für den Posaunisten Curtis Fuller war dies die letzte Aufnahme als reguläres Mitglied der Jazz Messengers.





