Verve Vault Serie - doppelt hypnotisch - Verve Vault Serie | JazzEcho

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Verve Vault Serie
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Verve Vault Serie - doppelt hypnotisch

Während Gitarrist Gábor Szabó noch am Anfang seiner Solokarriere stand als er das brillante Album “Spellbinder” für Impulse! Records aufnahm, feierte Saxofonist Pharoah Sanders mit “Elevation” seinen berauschenden Abschied von dem Label.
Verve Vault Serie - Gabor Szabo / Pharoah Sanders
Verve Vault Serie - Gabor Szabo / Pharoah Sanders
(c) Verve Records
12.03.2026

Verve Vault heißt die neue LP-Serie des legendären Verve-Labels, die mit zwei Veröffentlichungen pro Monat die Herzen von Jazz- und Vinylfans höherschlagen lassen will. Obwohl die LPs moderat gepreist sind, wird in allen Aspekten auf Qualität geachtet: Alle Titel werden von Ryan K. Smith bei Sterling Sound von den analogen Originalbändern geschnitten und gemastert und bei Optimal auf 180-Gramm-Vinyl gepresst. Die ikonischen Artworks werden unverändert und liebevoll faksimiliert, sofern es sich im Original um Gatefold-Hüllen handelte, werden diese beibehalten. Das Repertoire der Serie setzt sich aus berühmten Klassikern sowie gesuchten Perlen von Verve und den Schwesterlabels Impulse!, Mercury, Polydor u.a. zusammen.

Pharoah Sanders – Elevation

Mit dem Album “Elevation” verabschiedete sich Pharoah Sanders 1974 von Impulse! Records. Durch Aufnahmen mit John Coltrane und eigene Alben für das Label hatte sich der Saxofonist als einer der führenden Musiker des Spiritual Jazz profiliert. Mit ihren chantartigen Melodien, zirkulären Motiven und immersiven rhythmischen Texturen spiegeln die Stücke von “Elevation” die eher meditative Seite von Sanders’ Ästhetik wider, auch wenn er sein Saxofon immer wieder ekstatisch “aufheulen” lässt. Neben vier eigenen Kompositionen präsentierte er auf dem Album eine ansteckend fröhliche Nummer des nigerianischen Jùjú-Stars Ebenezer Obey. Die offenen Formen, modalen Grooves und spirituellen Themen unterstreichen Sanders’ fortwährendes Streben nach Transzendenz und Spiritualität. Der Großteil der Musik von “Elevation” wurde im September 1973 bei zwei Konzerten im Ash Grove in Los Angeles aufgenommen. Unterstützt wurde der Saxofonist von einer ausgesprochen dynamischen Band: dem Pianisten Joe Bonner, dem Bassisten Calvin Hill, dem Schlagzeuger Michael Carvin sowie den drei Perkussionisten Lawrence Killian, John Blue und Jimmy Hopps. In einem Stück, das ein paar Tage nach den Konzerten im Studio eingespielt wurde, gesellten sich zu dem Ensemble noch der Violinist Michael White, der Perkussionist Kenneth Nash und der Sänger Sedatrius Brown. Der Kritiker Brian P. Lonergan verglich das Album auf All About Jazz mit Alice Coltranes Klassiker “Journey in Satchidananda”, an dessen Einspielung Pharoah Sanders drei Jahre zuvor beteiligt gewesen war.

 

Gábor Szabó – Spellbinder

Als der ungarisch-amerikanische Gitarrist Gábor Szabó 1966 erstmals den Begriff Pop-Jazz für seine Musik verwendete, war diese meilenweit von dem entfernt, was der Kritiker Robert Palmer gut zehn Jahre später in der New York Times als “gescheiterte Kunstmusik” bezeichnete. Bereits auf “Gypsy ‘66”, seinem Debütalbum für Impulse! Records, interpretierte Szabó zeitgenössische Pophits aus einer modernen jazzigen Perspektive. “Wenn du Popsongs spielst”, sagte er damals selbstbewusst, “kannst du damit beweisen, dass du ein besserer Musiker bist, weil du mit ihnen etwas anzufangen weißt.” Einem breiteren amerikanischen Publikum wurde der Gitarrist aber erst durch sein zweites Impulse!-Album “Spellbinder” bekannt, das laut Billboard 1967 die zweitbestverkaufte Jazzaufnahme war. Zu hören ist Szabó hier in einem bemerkenswerten Quintett mit dem Bassisten Ron Carter, dem Schlagzeuger Chico Hamilton sowie den Perkussionisten Willie Bobo und Victor Pantoja. Die hypnotisierende Kombination aus Latin-Grooves und tiefen Basstönen trug dazu bei, Szabós charakteristischen Stil zu etablieren: vampbasierte Songformen, eine sitarähnliche Gitarrenartikulation und modale Linien, die von seinem osteuropäischen Erbe geprägt sind. Das Titelstück, ein sich langsam aufbauender Vamp, zeigt die minimalistische Phrasierung und das rhythmische Empfindungsvermögen des Gitarristen. Zu den herausragenden Momenten der Platte gehören auch die Neuinterpretation von Sonny Bonos “Bang Bang (My Baby Shot Me Down)”, das Szabó in eine düster-lyrische modale Meditation verwandelt, sowie seine Eigenkomposition “Gypsy Queen“, die Santana 1970 auf ihrem Album “Abraxas” als Medley mit Fleetwood Macs “Black Magic Woman” coverten. In seiner Rezension für AllMusic verlieh Thom Jurek dem Album 4,5 Sterne und schrieb: “Szabós Interpretation des Jazz der 60er Jahre war brillant. Er verkörperte all dessen populärsten Bestrebungen und verband sie mit einem echten Geist von Innovation und Abenteuer. ‘Spellbinder’ ist ein Meisterwerk.”

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