Verve Acoustic Sounds Serie: Musterbeispiel für zurückhaltende Dynamik

Mit der Verve Acoustic Sounds Serie bietet Verve Vinyl-Fans in Zusammenarbeit mit dem bekannten amerikanischen Acoustic-Sounds-Label seine erste audiophile LP-Serie. Die Fertigung erfolgt mit rein analogen Produktionsschritten vom Erste-Generation-Masterband bis zur 180g-Pressung bei Quality Record Pressings in den USA. Den luxuriösen Rahmen bieten laminierte Tip-On-Gatefold-Sleeves und wattierte Innenhüllen. Auch Alben von Verve-Schwesterlabels wie Impulse!, Mercury und Emarcy finden sich in der hochwertigen Serie wieder.
Der Schlagzeuger Elvin Jones begann im Jahr 1960 seine Zusammenarbeit mit John Coltrane und avancierte neben dem Pianisten McCoy Tyner und dem Bassisten Jimmy Garrison zu einem unverzichtbaren Bestandteil des legendären Quartetts des Saxofonisten. Besonders intensiv gestaltete sich das letzte Jahr, in dem Jones Coltrane bei nicht weniger als elf Aufnahmesessions im Studio begleitete. Dennoch fand er im Februar Zeit, mit “Dear John C.” sein erstes Impulse!-Album als alleiniger Bandleader einzuspielen.
Obwohl das Titelstück des Albums natürlich eine Hommage an Coltrane war, legte Jones großen Wert darauf, eine gewisse Distanz zur modalen Musik zu schaffen, die er damals mit dem Quartett des Saxofonisten spielte. Zum einen besetzte er sein eigenes Quartett bewusst mit Musikern, die nicht direkt mit John Coltrane assoziiert wurden: dem Altsaxofonisten Charlie Mariano, der sich zuvor in der West-Coast-Szene einen Namen gemacht hatte, den sich abwechselnden Pianisten Roland Hanna und Hank Jones (Elvins Bruder) – sowie dem Bassisten Richard Davis, zum anderen stellte er für die Aufnahmesession ein breit erstaunlich gefächertes Repertoire zusammen. Neben Charles Mingus’ “Love Bird”, Duke Ellingtons “Fantazm” sowie “Anthropology” von Charlie Parker und Dizzy Gillespie umfasste es auch einige damals aktuelle sowie klassische Popsongs (“Everything Happens to Me”, “This Love of Mine” und “Feeling Good”).
Bei AllMusic bewertete Michael G. Nastos das Album mit vier Sternen und schrieb: “Das Abwechslungsreichtum von Titel zu Titel ist fesselnd, und nichts wirkt übertrieben, nicht einmal das Schlagzeugspiel von Elvin Jones. Angesichts des hohen musikalischen Niveaus sollten sich Schlagzeugschüler und Jazzfans ‘Dear John C.’ unbedingt noch einmal anhören, um zu erkennen, wie Teamwork, gemeinsame Werte und eine zurückhaltende Dynamik der Gesamtqualität der Musik zugutekommen.”





