Verve Acoustic Sounds Serie: Mal Jazzballadensänger, mal Latin-Lover

Mit der Verve Acoustic Sounds Serie bietet Verve Vinyl-Fans in Zusammenarbeit mit dem bekannten amerikanischen Acoustic-Sounds-Label seine erste audiophile LP-Serie. Die Fertigung erfolgt mit rein analogen Produktionsschritten vom Erste-Generation-Masterband bis zur 180g-Pressung bei Quality Record Pressings in den USA. Den luxuriösen Rahmen bieten laminierte Tip-On-Gatefold-Sleeves und wattierte Innenhüllen. Auch Alben von Verve-Schwesterlabels wie Impulse!, Mercury und Emarcy finden sich in der hochwertigen Serie wieder.
Der auf Jazzballaden spezialisierte Johnny Hartman (1923–1983) profilierte sich in den 1940er Jahren zunächst als Gastsänger der Orchester von Earl Hines und Dizzy Gillespie sowie des Trios von Erroll Garner, bevor er seine Solokarriere mit einer Handvoll Aufnahmen für die Labels Regent, Bethlehem und Roost begann. Wirkliche Bekanntheit erlangte der Crooner mit der samtigen Baritonstimme jedoch erst durch das brillante Album, das er 1963 gemeinsam mit dem legendären John Coltrane Quartet für das Label Impulse! Records aufnahm. Das Album ”John Coltrane and Johnny Hartman”, das sofort zum Klassiker wurde und fünfzig Jahre später in die Grammy Hall of Fame einzog, katapultierte Hartman ins Rampenlicht und gab seiner Solokarriere endlich den hochverdienten Auftrieb. Bob Thiele ergriff die Chance und produzierte für Impulse! Records anschließend noch zwei Soloalben von Hartman, die seine subtile Phrasierung in den Vordergrund stellten. “The Voice That Is!” entstand bei zwei sehr unterschiedlichen Studiosessions.
Am 22. September 1964 nahm Hartman, einfühlsam begleitet von dem Pianisten Hank Jones, dem Gitarristen Barry Galbraith, dem Bassisten Richard Davis und dem Schlagzeuger Osie Johnson elegant swingende Versionen von vier bestens bekannten Standards und Bill Evans’ wunderbarer Komposition “Waltz for Debby” auf. Zwei Tage später kehrte der Sänger ins Studio zurück, um Nummern aus populären Musicals und Filmen ein verführerisches lateinamerikanisches Flair zu verleihen. Diesmal wurde er von einem siebenköpfigen Ensemble unter der Leitung des Arrangeurs Bob Hammer begleitet. Die Besetzung dieser Band – mit Dick Hafer an Englischhorn und Flöte, den beiden Gitarristen Howard Collins und Barry Galbraith, dem Marimbaspieler Phil Kraus, dem Perkussionisten Willie Rodriguez sowie wiederum Richard Davis und Osie Johnson an Bass bzw. Schlagzeug – war wirklich außergewöhlich.
“Zur Zeit der Veröffentlichung dieses Albums war Johnny Hartman zweifellos die Stimme schlechthin – ein Sänger, der in den 1960er Jahren eine neue Reife erreicht hatte, und dessen Stimme weitaus maskuliner war als es sein etwas gestriegeltes Aussehen auf dem Coverfoto erahnen ließ”, heißt es bei Dusty Groove über dieses Album. “ Hartmans Klang ist hier geschmeidig und warm, ohne jedoch jemals zu kommerziell zu wirken – ein großartiges Gegenmittel zu einigen der bekannteren Sänger seiner Generation, perfekt eingebettet in die dezent jazzigen Arrangements von Bob Hammer.”





