Nicht nur Balladen: Jimmy Smiths “Softly As A Summer Breeze”

Die Blue Note Classic Vinyl Serie macht die klassischen Alben des Labels zum attraktiven Preis dauerhaft verfügbar. Die ersten Folgen erschienen bereits 2019 zum achtzigsten Labeljubiläum unter dem Serientitel Blue Note 80. Gemastert werden die LPs von Kevin Gray bei Cohearent Audio in den USA, gepresst in 180g bei Optimal in Deutschland. Original-Coverdesign und cellophanierte Innenhüllen gehören bei dieser Serie zum guten Ton.
Man könnte fast meinen, dass Jimmy Smith um jeden Preis seine Vielseitigkeit beweisen wollte, als er im Februar 1958 im Ballsaal des Manhattan Towers Hotels eine Schar von Musikern um sich versammelte, deren Namen sich wie das “Who’s Who” des Blue-Note-Rosters jener Zeit lesen. Mit von der Partie waren der Trompeter Lee Morgan, der Altsaxofonist Lou Donaldson, der Tenorsaxofonist Tina Brooks, die Gitarristen Kenny Burrell und Eddie McFadden sowie die Schlagzeuger Art Blakey, Donald Bailey und Philly Joe Jones. Binnen zwei Tagen machte der Meister der Hammond-B3-Orgel dort Aufnahmen für drei sehr unterschiedliche Platten. Am 25. Februar zunächst mit einer variablen Sextett-Besetzung für das ausgelassene Album “House Party” und das eher bluesig-gospelige “The Sermon”.
Am darauffolgenden Tag entstand “Softly As A Summer Breeze”, ein schwungvolles Album mit den Standards “These Foolish Things”, “It Could Happen to You”, “Sometimes I’m Happy” und “Someone to Watch Over Me” sowie der cool groovenden Eigenkomposition “One for Philly Joe” (auch bekannt als “Home Cookin’”) und Thelonious Monks Klassiker “Hackensack”. Dabei präsentierte sich Jimmy Smith mit zwei klassischen Orgel-Trios: Das eine war mit Kenny Burrell und Philly Joe Jones besetzt, das andere mit Eddie McFadden und Donald Bailey, die damals auch das feste Tour-Trio des Organisten bildeten.
“‘Softly As A Summer Breeze’ ist eine der weniger bekannten Blue-Note-Aufnahmen von Jimmy Smith”, schreibt Scott Yanow in seiner Rezension für AllMusic. “Auf den ersten Blick mag das Album wie eine balladenlastige Zusammenstellung wirken, doch bei ‘Hackensack’ geht die Post richtig ab, ‘Sometimes I’m Happy’ strahlt Selbstbewusstsein aus und ‘Ode To Philly Joe’ heizt die Stimmung noch einmal richtig an …”





