Blue Note Classic Vinyl Serie - heißer Jazz-Sound der 1990er

Die Blue Note Classic Vinyl Serie macht die klassischen Alben des Labels zum attraktiven Preis dauerhaft verfügbar. Die ersten Folgen erschienen bereits 2019 zum achtzigsten Labeljubiläum unter dem Serientitel Blue Note 80. Gemastert werden die LPs von Kevin Gray bei Cohearent Audio in den USA, gepresst in 180g bei Optimal in Deutschland. Original-Coverdesign und cellophanierte Innenhüllen gehören bei dieser Serie zum guten Ton.
John Scofield Quartet – Meant To Be
Schon früh in seiner Karriere hatte sich der Gitarrist John Scofield den Ruf erspielt, ein stilistisches Chamäleon zu sein. Nachdem er in der ersten Hälfte der 1980er Jahre durch seine Mitwirkung in der Band von Miles Davis zum internationalen Star geworden war, nahm er für das Label Gramavision eine Serie ausgesprochen grooveorientierter Jazzfusion-Alben auf. Anschließend wechselte er zu Blue Note Records und begann dort seine spannende Zusammenarbeit mit dem Tenorsaxofonisten Joe Lovano, die drei exzellente Quartett-Aufnahmen hervorbrachte. Auf dem 1991 veröffentlichten Album “Meant To Be”, das nun erstmals als Doppel-LP auf Vinyl erscheint, wurde das Quartett durch den Bassisten Marc Johnson und den Schlagzeuger Bill Stewart komplettiert. In elf unverkennbaren Scofield-Originalen beweist die Band hier ihre enorme Schlagkraft und nuancierte Musikalität. Scott Yanow bewertete das Album bei AllMusic mit 4,5 von 5 Sternen und schrieb: “In den besten Stücken (wie ‘Big Fan’ und ‘Mr. Coleman to You’) ist nicht nur der Einfluss des ursprünglichen Ornette Coleman Quartet zu hören, sondern auch der des Keith Jarrett/Dewey Redman Quintet. Joe Lovanos zunehmend eigenständiger Tenorsound (der auf diesem Album John Coltrane, Dewey Redman und sogar Eddie Harris miteinander verbindet) harmoniert gut mit Scofield und der eingespielten, aber lockeren Rhythmusgruppe… Das farbenfrohe und unterhaltsame Programm bietet moderne Mainstream-Musik der 1990er Jahre, die sich nach vorne orientiert, aber gleichzeitig an den Wurzeln von Hard Bop, Funk und Fusion festhält.”
Medeski Martin & Wood – Tonic
Bei ihren ersten gemeinsamen Auftritten im traditionsreichen New Yorker Jazzclub Village Gate präsentierten sich Medeski Martin & Wood (kurz: MMW) im Jahr 1991 noch als mehr oder weniger klassische Jazzbesetzung mit Klavier, Kontrabass und Schlagzeug. Doch schon bald erweiterte das Trio, bestehend aus dem Keyboarder John Medeski, dem Schlagzeuger Billy Martin und dem Bassisten Chris Wood, seinen Sound um Einflüsse aus Funk und Hip-Hop und arbeitete mit anderen Musikern sowie DJs in ungewöhnlichen Konstellationen zusammen. So schufen sie einen unkonventionellen Stil, der manchmal als “Avant-Groove” bezeichnet wird. Wie der Gitarrist John Scofield, mit dem sie auch öfter zusammenarbeiteten, brachten sie ihre Alben zunächst bei Gramavison heraus, bevor sie einen Plattenvertrag von Blue Note Records erhielten. Auf seinem zweiten Blue-Note-Album “Tonic” kehrte das experimentierfreudige Trio überraschend zu seinen akustischen Wurzeln zurück. Es wurde im März 1999 während eines neuntägigen Engagements im gleichnamigen Club in der Lower East Side von Manhattan aufgenommen. Dabei begeisterten John Medeski (Klavier und Melodica), Billy Martin (Schlagzeug und Percussion) sowie Chris Wood (Bass) das Publikum nicht nur mit ihren gewohnt originellen Eigenkompositionen, sondern auch mit fantastischen Interpretationen von Lee Morgans “Afrique”, Bud Powells “Buster Rides Again”, John Coltranes “Your Lady” und dem Jimi-Hendrix-Klassiker “Hey Joe”. Das Album erscheint nun erstmals als Doppel-LP auf Vinyl.





