Blue Note Classic Vinyl Serie - Charmeure mit Tiefgang

Die Blue Note Classic Vinyl Serie macht die klassischen Alben des Labels zum attraktiven Preis dauerhaft verfügbar. Die ersten Folgen erschienen bereits 2019 zum achtzigsten Labeljubiläum unter dem Serientitel Blue Note 80. Gemastert werden die LPs von Kevin Gray bei Cohearent Audio in den USA, gepresst in 180g bei Optimal in Deutschland. Original-Coverdesign und cellophanierte Innenhüllen gehören bei dieser Serie zum guten Ton.
Blue Mitchell – The Thing To Do
Mit seinem gefühlvollen, swingenden Hard-Bop-Stil verkörperte der Trompeter Blue Mitchell in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre das Blue-Note-Ethos wie nur wenige andere Musiker. Bevor er 1965 bei dem Label sein erstes Album “The Thing To Do” unter eigenem Namen veröffentlichen konnte, hatte er bereits als Mitglied des Quintetts von Horace Silver auf sieben Blue-Note-Alben mitgewirkt, darunter solche Hard-Bop-Meisterwerke wie “Finger Poppin’” und “Song For My Father”. Sein erstes eigenes Quintett bildete Mitchell mit dem Tenorsaxofonisten Junior Cook und dem Bassisten Gene Taylor, mit denen er sechs Jahre lang in Silvers Band zusammengespielt hatte. Frische Impulse erhielt das Ensemble durch zwei junge Musiker, die noch am Anfang ihrer Karriere standen und ein paar Jahre später mit der Jazz-Rock-Band von Miles Davis Weltruhm erlangen sollten: der Pianist Chick Corea und der Schlagzeuger Al Foster, für den dies die erste Aufnahmesession überhaupt war. Das Repertoire des Albums ist vielseitig und reicht von Hard Bop über Balladen bis hin zu einem von Calypso beeinflussten Stück. Es besteht aus Originalen von Mitchell, Corea, Jimmy Heath und Joe Henderson. Scott Yanow gab dem Album bei AllMusic die Höchstwertung von fünf Sternen und schrieb: “Die Platte enthält erstklassigen Hard Bop im Stil von Blue Note, mit einfallsreichen Stücken, ausdrucksstarken Soli und einer leidenschaftlichen, aber kompakten Atmosphäre. Sehr empfehlenswert.”
Stanley Turrentine – Easy Walker
Tenorsaxofonist Stanley Turrentine hatte sich in den frühen 1960er Jahren als gefühlvoller Soul-Jazzer mit einem satten Sound einen Namen gemacht. Oft war er auf den Alben dieser Zeit gemeinsam mit seiner damaligen Frau, der Hammond-Organistin Shirley Scott, zu hören. Mitte der 1960er Jahre öffnete sich Turrentine progressiveren Jazzklängen, ohne dabei seine Identität aufzugeben. Auf “Easy Walker”, im Juli 1966 aufgenommen, ist er im Quartett mit dem ehemaligen Coltrane-Pianisten McCoy Tyner (der hier manchmal auch E-Piano spielt), dem Bassisten Bob Cranshaw und dem Schlagzeuger Mickey Roker zu hören. Das abwechslungsreiche Programm umfasste sowohl hart groovende Nummern als auch sinnliche Balladen, darunter eine Version des Burt-Bacharach-Hits “What the World Needs Now Is Love” und eine Interpretation des Liedes “Yours Is My Heart Alone” (“Dein ist mein ganzes Herz”) aus der Operette “Das Land des Lächelns” von Franz Lehár. Turrentine beweist hier einmal mehr, dass er ein wahrer Meister darin ist, solchen oft als Schnulzen interpretierten Stücken Charme und emotionale Tiefe zu verleihen.





