Blue Note Classic Vinyl Serie - wenn Hard-Bopper den Blues haben...

Die Blue Note Classic Vinyl Serie macht die klassischen Alben des Labels zum attraktiven Preis dauerhaft verfügbar. Die ersten Folgen erschienen bereits 2019 zum achtzigsten Labeljubiläum unter dem Serientitel Blue Note 80. Gemastert werden die LPs von Kevin Gray bei Cohearent Audio in den USA, gepresst in 180g bei Optimal in Deutschland. Original-Coverdesign und cellophanierte Innenhüllen gehören bei dieser Serie zum guten Ton.
Hank Mobley
Kein anderer Tenorsaxofonist verkörperte den Hard-Bop-Sound der späten 1950er und 1960er Jahre so sehr wie Hank Mobley. Mit seinem selbstbewussten, vom Blues geprägten Sound, seinem warmen Ton und seinen geschmeidigen Improvisationen sicherte er sich mit Alben wie diesem aus dem Jahr 1957 seinen Platz in der Jazzgeschichte. Auf “Hank Mobley” ist der damals 26-Jährige, der parallel auch Mitglied des Max Roach Quintet war und zur Ursprungsbesetzung der Jazz Messengers gehörte, mit einem besonders spannend besetzten Sextett zu hören. Die druckvolle Bläserfront des Ensembles bildet Mobley mit dem Alt- und Tenorsaxofonisten Curtis Porter (auch bekannt als Shafi Hadi), der seinerzeit zur Band von Charles Mingus gehörte, und dem Trompeter Bill Hardman, einem weiteren Jazz Messenger. Die erstklassige Rhythmusgruppe besteht aus dem Pianisten Sonny Clark, dem Bassisten Paul Chambers und dem Schlagzeuger Art Taylor. Außergewöhnlich ist, wie viel solistischen Raum Hank Mobley seinem Saxofonkollegen Curtis Porter auf diesem Album einräumt. Darüber hinaus darf sich Porter hier mit den Originalen “The Mighty Moe and Joe”, zu dem er durch Dizzy Gillespies “Tin Tin Deo” inspiriert wurde, und der Hard-Bop-Nummer “News” auch als Komponist profilieren, während Mobley selbst mit “Double Exposure” nur ein eigenes, allerdings exzellentes Stück zum Repertoire beisteuert. Abgerundet wird das abwechslungsreiche Programm durch die Interpretation zweier Standards: “Falling in Love with Love“ von Richard Rodgers und Lorenz Hart sowie Milt Jacksons Klassiker “Bag’s Groove”.
Kenny Burrell – Blue Lights, Volume 1
Am 14. Mai 1958 versammelte der Gitarrist Kenny Burrell im Manhattan Towers Studio in New York sieben hochkarätige Musiker um sich, um im Stil einer lockeren Jamsession bluesige Originale, Balladen und Standards für zwei Alben aufzunehmen. Mit von der Partie waren der Trompeter Louis Smith, die Tenorsaxofonisten Junior Cook und Tina Brooks, die alternierenden Pianisten Duke Jordan und Bobby Timmons, der Bassist Sam Jones und der Schlagzeuger Art Blakey, der bei dieser Session ordentlich Gas gab. Als Solist glänzt vor allem der von Clifford Brown beeinflusste Trompeter Louis Smith, der nach einigen bemerkenswerten Aufnahmen für Blue Note weithgehend in Vergessenheit geriet. Während “Blue Lights, Volume 1” noch im selben Jahr von Blue Note veröffentlicht wurde, erschien “Blue Lights, Volume 2” erst 1961. Das Cover ziert eine Illustration des damals noch relativ unbekannten Andy Warhol. Auf All About Jazz pries Marc Davis den “wirklich demokratischen” Charakter dieser Jamsession und schrieb: “‘Blue Lights’ bietet eine wunderbare Mischung aus bluesigen Stücken – daher auch der Titel des Albums – und traditionellem Bop-Spaß, darunter eine ziemlich mitreißende Version von Duke Ellingtons ‘Caravan’. Es handelt sich jedoch eindeutig um eine Gemeinschaftsleistung, und wer auf der Suche nach einem Gitarrenalbum ist, sollte sich anderweitig umsehen.”





