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Guru: „Jazzmatazz Volume 1“ – der Klassiker zwischen Jazz und Hip-Hop erscheint auf grünem Vinyl

Als Guru 1993 sein erstes „Jazzmatazz“-Album veröffentlichte, brachte er zwei musikalische Welten zusammen. Mehr als drei Jahrzehnte später hat es nichts von seiner Faszination verloren und erscheint als limitierte grüne LP.
Guru - Jazzmatazz Volume 1 (Ltd. Ed. Green Vinyl)
Guru - Jazzmatazz Volume 1 (Ltd. Ed. Green Vinyl)
(c) Virgin Records
24.09.2026

 „Jazzmatazz Volume 1“ als limitierte grüne LP ist in Deutschland exklusiv im JazzEcho-Store und bei JPC erhältlich.

Guru und „Jazzmatazz“: Als Jazz und Hip-Hop gemeinsam ins Studio gingen

Jazz und Hip-Hop verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Hip-Hop-Produzenten hatten bereits früh die Archive des Jazz als schier unerschöpfliche Quelle für Breaks, Basslinien und Bläserfiguren entdeckt. Auch Musiker wie Herbie Hancock suchten in den 1980er-Jahren aktiv die Begegnung mit der neuen Kultur aus New York. Doch Anfang der 1990er-Jahre ging Guru mit „Jazzmatazz“ einen entscheidenden Schritt weiter. Seine Idee war ebenso einfach wie ambitioniert: Warum ausschließlich Jazzplatten samplen, wenn man die Musiker, deren Klang den Hip-Hop inspirierte, auch direkt ins Studio holen konnte?

Auf „Jazzmatazz Volume 1“ traf Rap deshalb auf live eingespielten Jazz. Guru versammelte dafür Musiker verschiedener Generationen und Szenen – darunter Trompeter Donald Byrd, Vibrafonist Roy Ayers, Keyboarder Lonnie Liston Smith, Saxofonist Branford Marsalis und Gitarrist Ronny Jordan. Hinzu kamen Künstler wie Courtney Pine, Sängerin N’Dea Davenport von den Brand New Heavies und der französische Rapper MC Solaar.

AllMusic beschreibt das 1993 veröffentlichte Album entsprechend als einen entscheidenden Moment, in dem die Idee, Rap mit tatsächlich live gespieltem Jazz zu verbinden, konsequent verwirklicht wurde. Das Album entstand unter anderem in den D&D Studios in New York und den Abbey Road Studios in London.

Von Gang Starr zu „Jazzmatazz“: Guru als musikalischer Grenzgänger

Guru, mit bürgerlichem Namen Keith Elam, war zu diesem Zeitpunkt längst kein Newcomer mehr. Gemeinsam mit DJ Premier hatte er als Gang Starr eine der prägendsten Formationen des Hip-Hop der späten 1980er- und frühen 1990er-Jahre etabliert. Alben wie „No More Mr. Nice Guy“ (1989), „Step in the Arena“ (1991) und „Daily Operation“ (1992) gingen „Jazzmatazz“ voraus.

Schon bei Gang Starr war die Nähe zum Jazz unüberhörbar. Besonders deutlich wurde sie bei „Jazz Thing“, dem Beitrag von Gang Starr zum Soundtrack von Spike Lees „Mo’ Better Blues“, bei dem bereits Branford Marsalis mitwirkte. Auf „Jazzmatazz“ machte Guru diese Verbindung schließlich zum Mittelpunkt eines ganzen Albums.

Dabei verstand er sich nicht einfach als Rapper vor einer Jazzband. Guru wurde zum Gastgeber und Kurator, der unterschiedliche Generationen und musikalische Sprachen miteinander ins Gespräch brachte. Sein charakteristisch zurückgenommener Flow ließ den Gästen Raum – und hielt die unterschiedlichen Stimmen des Albums zugleich zusammen.

Donald Byrd, Roy Ayers und Branford Marsalis: Die Gäste von „Jazzmatazz Volume 1“

Gerade die Gästeliste zeigt, wie groß Guru 1993 dachte. Donald Byrd gehörte zu den bedeutenden Trompetern des modernen Jazz und hatte sich längst auch Funk und Soul geöffnet. Roy Ayers wiederum war mit seinem Vibrafon und seinen souligen Grooves selbst zu einer wichtigen Inspirationsquelle für Generationen von Hip-Hop-Produzenten geworden. Lonnie Liston Smith brachte seine kosmisch-elektrische Jazzsprache ein, während Branford Marsalis für eine jüngere Jazzgeneration stand.

Guru stellte diese Musiker nicht bloß als prestigeträchtige Gäste ins Schaufenster. Ihre musikalischen Persönlichkeiten prägen die Stücke. Donald Byrd ist auf „Loungin’“ zu hören, Roy Ayers auf „Take A Look (At Yourself)“, während Branford Marsalis bei „Transit Ride“ mitwirkt. Ronny Jordan setzt auf „No Time To Play“ markante Gitarrenakzente, und MC Solaar macht „Le Bien, Le Mal“ zu einer transatlantischen Begegnung zwischen US-Hip-Hop, Jazz und französischem Rap.

Warum „Jazzmatazz Volume 1“ bis heute wichtig ist

Als „Jazzmatazz Volume 1“ am 18. Mai 1993 erschien, existierte Jazz-Rap natürlich bereits. Gruppen wie A Tribe Called Quest, De La Soul oder Gang Starr selbst hatten Jazz-Samples längst zu einem wesentlichen Bestandteil ihrer Klangsprache gemacht. Gurus Ansatz unterschied sich jedoch in einem entscheidenden Punkt: Er wollte nicht nur mit der Vergangenheit des Jazz auf Schallplatte, sondern mit Jazzmusikern in der Gegenwart arbeiten. Damit machte das Album hörbar, wie viel Jazz und Hip-Hop ohnehin miteinander teilen: Rhythmusgefühl, Improvisation, individuelle Sprache und die Kunst, auf einer vorhandenen Struktur etwas Eigenes entstehen zu lassen.

Dass die Idee mehr als ein einmaliges Experiment war, zeigte Guru in den folgenden Jahren. 1995 erschien „Jazzmatazz, Vol. 2: The New Reality“, 2000 folgte „Streetsoul“. Für den dritten Teil arbeitete Guru unter anderem mit Herbie Hancock, Isaac Hayes, The Roots, Erykah Badu und Macy Gray zusammen. Später führte er die Reihe mit „Jazzmatazz Vol. 4“ fort.

„Jazzmatazz Volume 1“ 2026: Limitiertes grünes Vinyl

Nun kehrt Gurus wegweisendes Solo-Debüt auf LP zurück. „Jazzmatazz Volume 1“ erscheint als limitierte Edition auf grünem 140-Gramm-Vinyl. In Deutschland ist diese Ausgabe exklusiv im JazzEcho-Store und bei JPC erhältlich.

Guru - Jazzmatazz Vol. 1 (green)
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