70 Jahre Verve Records: Jazzstars feiern mit „Always Hip"

Sieben Jahrzehnte Jazzgeschichte – und kein bisschen von gestern
Kaum ein anderes Plattenlabel hat die Geschichte des Jazz so nachhaltig geprägt wie Verve Records. Seit seiner Gründung im Jahr 1956 steht das Label für wegweisende Aufnahmen, außergewöhnliche Künstler und eine musikalische Offenheit, die weit über die Grenzen des Jazz hinausreicht. Mit „Always Hip: Verve at 70“ setzt Verve nun den Schlusspunkt unter eine Reihe von Jubiläumsveröffentlichungen. Das Album versammelt ein generationenübergreifendes Ensemble herausragender Musiker, die sich Klassikern aus dem umfangreichen Verve-Katalog widmen, nicht als nostalgische Rückschau, sondern mit frischen Ideen und einer gehörigen Portion Spielfreude.
Die zehn Stücke umfassende Sammlung erscheint am 20. November 2026 auf Doppel-LP und CD, und kann bereits jetzt vorbestellt werden.
Steve Jordan bringt Jazzlegenden zusammen
Für die musikalische Leitung und Produktion von „Always Hip: Verve at 70“ zeichnet Steve Jordan verantwortlich. Der Grammy-prämierte Schlagzeuger und Produzent gehört seit Jahrzehnten zu den gefragtesten Musikern der internationalen Szene. Er arbeitete unter anderem mit Keith Richards, John Mayer, B.B. King, Bob Dylan, Neil Young und Stevie Nicks zusammen. Seit 2021 sitzt er zudem bei den Rolling Stones am Schlagzeug.
Für das Verve-Jubiläum hat Jordan, der auch selbst auf zahlreichen Stücken zu hören ist, ein beeindruckendes Aufgebot an Jazzmusikern zusammengebracht. Zu den Mitwirkenden zählen die Bassisten Ron Carter, Buster Williams und Rufus Reid, die Schlagzeuger Billy Hart und Lenny White sowie Pianist Monty Alexander.
Besonders Ron Carter verkörpert wie kaum ein anderer die Geschichte des modernen Jazz. Als Mitglied des legendären zweiten Miles-Davis-Quintetts mit Herbie Hancock, Wayne Shorter und Tony Williams prägte er in den 1960er-Jahren den Sound einer ganzen Epoche. Mit Tausenden von Aufnahmen gilt der inzwischen 89-jährige Bassist zudem als einer der meistbeschäftigten Studiomusiker der Jazzgeschichte.
Auch Monty Alexander blickt auf eine außergewöhnliche Karriere zurück. Der aus Jamaika stammende Pianist verbindet seit mehr als sechs Jahrzehnten die Eleganz des klassischen Jazzpianos mit den mitreißenden Rhythmen seiner karibischen Heimat. Swing, Bebop, Blues und Reggae verschmelzen in seinem Spiel zu einer unverwechselbaren musikalischen Sprache.
Mit Jeremy Pelt ist außerdem einer der profiliertesten Trompeter des zeitgenössischen Jazz vertreten. Der Amerikaner, der unter anderem mit der Mingus Big Band und zahlreichen Jazzgrößen zusammenarbeitete, steht für einen modernen Post-Bop-Sound, der fest in der Tradition verwurzelt ist und zugleich immer wieder neue Wege beschreitet.
Jazzklassiker in frischem Gewand
Einen ersten Vorgeschmack auf das Album gibt die Single „Always“. Für ihre Interpretation der Irving-Berlin-Komposition haben sich Jeremy Pelt, Monty Alexander, Ron Carter und Steve Jordan zusammengefunden.
Aufgenommen wurde „Always Hip: Verve at 70“ im traditionsreichen Van Gelder Studio, in dem einige der bedeutendsten Alben der Jazzgeschichte entstanden sind. Damit schlägt auch der Aufnahmeort eine direkte Brücke zur großen Vergangenheit des Genres.
Von Ella Fitzgerald bis Samara Joy: 70 Jahre Verve Records
Die Geschichte von Verve begann 1956 mit einer ebenso einfachen wie ambitionierten Idee: Jazzimpresario und Produzent Norman Granz wollte für Ella Fitzgerald ein eigenes musikalisches Zuhause schaffen. Dafür führte er seine bisherigen Labels Clef und Norgran zusammen und gründete Verve Records. Zu den ersten Veröffentlichungen gehörte Fitzgeralds bahnbrechendes Album „Ella Fitzgerald Sings the Cole Porter Songbook“, das den Grundstein für eine der bedeutendsten Labelgeschichten des Jazz legte.
In den folgenden Jahrzehnten wurde Verve zur Heimat unzähliger Jazzgrößen, darunter Louis Armstrong, Billie Holiday, Oscar Peterson, Stan Getz, Dizzy Gillespie und Bill Evans. Mit Alben wie „Getz/Gilberto“ trug das Label maßgeblich dazu bei, die Bossa Nova einem weltweiten Publikum näherzubringen. Später fanden auch Künstler jenseits des klassischen Jazz, etwa Frank Zappa und The Velvet Underground, ihren Platz im Verve-Kosmos. Bis heute ist das Label eine wichtige Adresse für musikalische Individualisten. Mit Künstlerinnen und Künstlern wie Diana Krall, Jon Batiste und Samara Joy schreibt Verve seine Geschichte kontinuierlich fort.
ALWAYS HIP: VERVE AT 70 — TRACKLIST
1. “We See” (Thelonious Monk) — 6:06
Buster Williams, Steve Wilson, Stefon Harris, George Colligan, Lenny White
2. “Organ Grinder Swing” (Irving Mills / Mitchell Parish / Will Hudson) — 3:14
Mike LeDonne, Mark Whitfield, Billy Hart
3. “Always” (Irving Berlin) — 5:25
Jeremy Pelt, Monty Alexander, Ron Carter, Steve Jordan
4. “Soul Sauce (Gauchi Guaro)” (Dizzy Gillespie / Chano Pozo) — 6:31
Sammy Figueroa, Felipe Fournier, Bill O’Connell, James Genus, Steve Jordan, Marcos Torres
5. “A Wonderful Guy” (Rodgers & Hammerstein) — 9:17
Monte Croft, Bill O’Connell, Rufus Reid, Nasheet Waits
6. “Spanish Grease” (Willie Bobo / Melvin Lastie) — 4:22
Sammy Figueroa, Felipe Fournier, Antoine Roney, Clifton Anderson, Monte Croft, Bill O’Connell, James Genus, Steve Jordan, Marcos Torres
7. “Very Early” (Bill Evans / Carol Hall) — 6:53
Bill O’Connell, Rufus Reid, Nasheet Waits
8. “Sumphin’” (Dizzy Gillespie) — 6:46
Clifton Anderson, Antoine Roney, Bill O’Connell, James Genus, Steve Jordan
9. “Bumpin’ On Sunset” (Wes Montgomery) — 5:43
Mark Whitfield, Mike LeDonne, James Genus, Steve Jordan, Sammy Figueroa
10. “Song of the Outcasts” (Buster Williams) — 10:02
Buster Williams, Steve Wilson, Stefon Harris, George Colligan, Lenny White





