Verve Acoustic Sounds Serie - Youngster mit lyrischer Ader

Mit der Verve Acoustic Sounds Serie bietet Verve Vinyl-Fans in Zusammenarbeit mit dem bekannten amerikanischen Acoustic-Sounds-Label seine erste audiophile LP-Serie. Die Fertigung erfolgt mit rein analogen Produktionsschritten vom Erste-Generation-Masterband bis zur 180g-Pressung bei Quality Record Pressings in den USA. Den luxuriösen Rahmen bieten laminierte Tip-On-Gatefold-Sleeves und wattierte Innenhüllen. Auch Alben von Verve-Schwesterlabels wie Impulse!, Mercury und Emarcy finden sich in der hochwertigen Serie wieder.
McCoy Tyner war bereits seit rund zwei Jahren der Pianist des John Coltrane Quartet, als der Impulse!-Produzent Bob Thiele an ihn herantrat und ihm vorschlug, eine eigene Platte für das Label einzuspielen. Tyner ergriff freudig die Gelegenheit, um auf seinem Debütalbum ein persönliches musikalisches Statement abzugeben und sich – wenn auch nicht vollständig – von der modalen Musik abzugrenzen, die er damals mit dem Saxofonisten spielte. Als der 24-Jährige im Januar 1962 mit dem Bassisten Art Davis und dem Schlagzeuger Elvin Jones – zwei Kollegen aus dem Coltrane-Ensemble – für die Aufnahmen von “Inception” ins Studio von Rudy Van Gelder ging, setzte er deshalb vor allem auf eigene Kompositionen. In ihnen konnte er seine unverwechselbaren Voicings, Orgelpunkte, seine überraschend lyrische Ader und seinen rhythmischen Drive in den Vordergrund stellen.
In seinem Buch “The House That Trane Built: The Story of Impulse Records” schrieb Ashley Kahn über “Inception”: “Das Album bot sechs Stücke, die eindrucksvoll die lyrische Brillanz und den reifen Stil eines jungen Improvisators zur Geltung brachten: zwei Standards (‘Speak Low’ und ‘There Is No Greater Love’) und vier Eigenkompositionen (das Titelstück, ‘Sunset’, ‘Blues for Gwen’ sowie ‘Effendi’, letzteres mit den deutlichsten Anklängen an die modalen Erfahrungen, die er mit Coltrane gemacht hatte).” In den Liner Notes des Albums schwärmte Coltrane selbst von seinem Pianisten und listete dessen Qualitäten auf: “Melodischer Erfindungsreichtum… Klarheit seiner Einfälle… persönlicher Klang… gut entwickelter Formsinn… und außerdem hat McCoy Geschmack. Egal, was er aufgreift, und wenn es noch so schräg ist, er lässt es schön klingen.” In der AllMusic-Rezension von Alexander Gelfand heißt es: “Dieses Album gibt den Hörern die Möglichkeit zu erfahren, wie ein sehr junger Tyner außerhalb der Grenzen des klassischen John Coltrane Quartet der frühen 60er Jahre klang; es offenbart einen lyrischen Ansatz für das Jazzpiano, der weit entfernt von Tyners späterem Stil zu sein scheint.”





