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Blue Note Tone Poet Serie – Forschheit versus Erfahrung

Trotz seiner Jugend glänzte der 19-jährige Trompeter Lee Morgan 1957 als Solist auf dem Album “City Lights”. Mit deutlich mehr Erfahrung konnte Posaunist Bennie Green ein Jahr später auf seinem Blue-Note-Debüt aufwarten.
Blue Note Tone Poet Serie - Lee Morgan / Bennie Green
Blue Note Tone Poet Serie - Lee Morgan / Bennie Green(c) Blue Note Records
04.02.2026
Die erste audiophile LP-Serie von Blue Note Records ist ein weltweiter Erfolg. Kuratiert wird sie von Joe Harley, genannt der „Tone Poet“, vom renommierten amerikanischen Vinyl-Label Music Matters. Die Fertigung erfolgt mit rein analogen Produktionsschritten vom Erste-Generation-Masterband bis zur 180g-Pressung bei Record Technology Incorporated (RTI) in den USA. Den luxuriösen Rahmen bilden laminierte Tip-On-Gatefold-Sleeves und wattierte Innenhüllen.
Lee Morgan – City Lights
Der Trompeter Lee Morgan war gerade einmal 19 Jahre alt und stand noch ziemlich am Anfang seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Blue Note, als er 1957 sein lebhaft swingendes Album “City Lights” einspielte. Wie schon auf seinen drei vorherigen Alben für das Label präsentiert Morgan hier vor allem Stücke seines Mentors Benny Golson, mit dem er zuvor in der Big Band von Dizzy Gillespie zusammengespielt hatte und schon bald in Art Blakeys Jazz Messengers wiedervereint sein würde. Mit der exzellenten Unterstützung des Posaunisten Curtis Fuller, des Saxofonisten George Coleman, des Pianisten Ray Bryant, des Bassisten Paul Chambers und des Schlagzeugers Art Taylor lief der junge Trompeter bei der Aufnahmesession für “City Lights” zur Höchstform auf. Im Magazin DownBeat bewertete Dom Cerulli das Album damals mit vier von fünf Sternen und bemerkte: “Morgan hat eine bemerkenswerte Kontrolle über sein Instrument, verfügt über eine Fülle an Kreativität und eine Sicherheit, die noch mehr verspricht, wenn er sein gegenwärtiges Tempo beibehalten kann.” Wie sehr Cerulli mit seiner Einschätzung richtig lag, sollten in den folgenden Jahren zahlreiche weitere Aufnahmen des Trompeters für Blue Note unterstreichen.
 
Bennie Green – Back On The Scene
Obwohl er stilistisch eigentlich in der Swing-Ära verwurzelt war, gelang es dem aus Chicago stammenden Posaunisten Bennie Green (1923–1977), sich neben J. J. Johnson als einer der ersten Bebop-Solisten auf seinem Instrument zu profilieren. Mit seinem Ton, der mächtig, aber zugleich auch warm und geschmeidig war, avancierte er schon in den 1940er Jahren zu einem der gefragtesten Posaunisten. Seine Solokarriere begann er Mitte der 1950er Jahre mit drei Alben für Prestige Records und einem für Decca, bevor er 1958 unter dem Titel “Back On The Scene” sein erstes von insgesamt vier Alben für Blue Note aufnahm. Im Zusammenspiel mit dem Tenorsaxofonisten Charlie Rouse, dem Pianisten Joe Knight, dem Bassisten George Tucker und dem Schlagzeuger Louis Hayes stellte Green bei seinem Blue-Note-Debüt seine stilistische Vielseitigkeit unter Beweis. In einem durchweg unterhaltsames Programm mit drei Standards, zwei Stücken seiner Posaunenkollegin Melba Liston und einer Eigenkomposition spannt Bennie Green hier den Bogen von flottem Swing und boppigem Mainstream-Jazz über Jump Blues und Latin-Grooves bis hin zu zarten Balladen.