Nduduzo Makhathini - Biografie | JazzEcho

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Nduduzo Makhathini
Nduduzo Makhathini

Biografie

Nduduzo Makhathini
Nduduzo Makhathini
(c) Siphiwe Mhlambi

Seit er vor zwölf Jahren sein Debütalbum “Mother Tongue” auf seinem eigenen Label Gundu Entertainment veröffentichte, hat sich der Pianist und Komponist Nduduzo Makhathini als die führende Stimme des genuin südafrikanischen Jazz etabliert. Sein Name wird heute in einem Atemzug mit südafrikanischen Größen wie Abdullah Ibrahim (ehemals Dollar Brand), Moses Taiwa Molelekwa und Bheki Mseleku genannt. “Die Musiker von früher haben eine Menge Emotionen in die Musik gesteckt, die sie spielten”, sagt Makhathini über seine Vorgänger. “Ich glaube, das hängt vielleicht auch mit dem politischen Klima jener Zeit zusammen. Ich habe zudem das Gefühl, dass der südafrikanische Jazz etwas Einzigartiges an sich hatte, das weltweit Interesse weckte, in der heutigen Musik aber langsam verloren geht. Ich persönlich bin der Meinung, dass unsere Generation sehr darauf achten muss, diese Nuancen in der Musik, die wir heute spielen, zu bewahren.” Bereits 2018 attestierte ihm der New Yorker Kritiker Seton Hawkins auf All About Jazz “eine ganz eigene Identität” und schrieb: “Als wahrhaft einzigartiger Pianist, erstaunlich begabter Komponist und tiefgründiger Denker in Sachen Musik gilt Makhathini als eines der bemerkenswertesten Talente des Landes.”

Nduduzo Makhathini wurde 1982 in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal geboren. Seine Eltern, die selbst Musiker sind, vermittelten ihm früh, dass Musik und rituelle Praktiken in der Kultur der Zulu historisch und symbiotisch miteinander verbunden sind. Nach einem Musikstudium an der Durban University of Technology, sammelte Makhathini acht Jahre lang Spielerfahrungen in Bands anderer Musiker, bevor er mit seiner Frau Omagugu das eigene Label Gundu Entertainment gründete. Innerhalb von fünf Jahren veröffentlichte er dort acht Alben, auf denen er die modale Zulu-Musik mit zeitgenössischen Jazzidiomen zusammenführte. Für sein erstes  Klaviersoloalbum “Reflections” wurde er 2017 bei den All Africa Music Awards im nigerianischen Lagos als “Bester Künstler im afrikanischen Jazz” ausgezeichnet. Ein Jahr später gewann er bei den South African Music Awards mit “Ikhambi” den Preis für das beste Jazzalbum des Jahres. In Europa und den USA wurde man ab 2016 vor allem durch seine Zusammenarbeit mit dem britischen Saxofonisten, Flötisten und Bassklarinettisten Shabaka Hutchings auf Nduduzo Makhathini aufmerksam.

Jazzgeschichte schrieb Nduduzo Makhathini vor sechs Jahren, als die Produzenten-Legende Don Was ihn als ersten südafrikanischen Künstler bei dem Label Blue Note unter Vertrag nahm. Noch im selben Jahr erschien dort das Album “Modes Of Communication: Letters From The Underworlds”, das dem Pianisten zum internationalen Durchbruch verhalf. Seither hat er sein musikalisches Profil auf den Alben “In the Spirit of Ntu” (2022), das mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde, “uNomkhubulwane” (2024) und zuletzt “The Myth We Choose” (2026) weiter geschärft. Bei letzterem arbeitete Nduduzo eng mit seinem Sohn Thingo Makhathini zusammen. Der 18-Jährige, der sich gerade als Produzent, Songwriter und Multiinstrumentalist mit Schwerpunkt auf dem Altsaxofon einen Namen macht, sorgt auf dem Album zusammen mit dem südafrikanischen DJ und Produzenten Black Coffee  für einige überraschend zeitgenössische Töne und Grooves. Mit von der Partie sind unter anderem auch Shabaka Hutchings und die Sängerin Omagugu Makhathini.

Stand: Mai 2026

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