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Meshell Ndegeocello
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Meshell Ndegeocello trifft Cat Power: „Don’t You Want Me“ klingt plötzlich ganz anders

Meshell Ndegeocello macht aus Human Leagues „Don’t You Want Me“ ein Duett mit Cat Power und kündigt damit ihr neues Album an, auf dem sie 15 bekannte Songs mit prominenten Gästen neu deutet.
Meshell Ndegeocello
Meshell Ndegeocello
(c) Blue Note Records / Charlie Gross
07.08.2026

„Don’t You Want Me“ kennt praktisch jeder. Das ikonische Synthesizer-Intro, die Geschichte einer Beziehung als Machtkampf, vor allem aber den Wechsel der beiden Stimmen: 1981 machten The Human League daraus einen Welthit. Mehr als vier Jahrzehnte später nimmt sich Meshell Ndegeocello diesen Popklassiker vor – und hat für die zweite Stimme eine denkbar eigenwillige Partnerin gefunden: Cat Power.

Ihre gemeinsame Version erscheint heute als zweite Single aus Ndegeocellos neuem Album „Synonym“, das am 2. Oktober bei Blue Note Records veröffentlicht wird. Und die Wahl von „Don’t You Want Me“ führt ziemlich direkt zum Konzept dieses Albums. Denn die Sängerin und Bassistin covert hier nicht einfach Lieblingssongs. Sie verändert deren Perspektive.

Wenn aus „Don’t You Want Me“ ein anderes Zwiegespräch wird

Schon im Original lebt „Don’t You Want Me“ davon, dass zwei Menschen dieselbe Beziehung vollkommen unterschiedlich erzählen. Ndegeocello greift diese dialogische Struktur auf und verschiebt sie durch die Begegnung mit Cat Power alias Chan Marshall in einen neuen Kontext.

Das folgt einer Grundidee, die sich durch „Synonym“ zieht: Sämtliche Songs des Albums werden von zwei Stimmen gesungen, die sich auf dem Gender-Kontinuum gleichgeschlechtlich identifizieren. Die Paarungen hat Ndegeocello bewusst nach Ergänzung und Kontrast gewählt. Songs über Liebe, Begehren, Freundschaft, Enttäuschung, Herzschmerz und Selbstbestimmung bekommen so neue Blickwinkel – ohne ihre ursprüngliche Bedeutung vollständig abzustreifen.

Daher auch der Albumtitel. Ndegeocello versteht ihre Arrangements als musikalische „Synonyme“ der Originale: anders formuliert, aber mit ihnen verwandt. Gleichzeitig begreift sie das Projekt als Ausdruck queerer Befreiung – und diese wiederum als Synonym für Befreiung überhaupt.

Von Aretha und George Michael bis Bob Dylan

Wie unterschiedlich solche Neuformulierungen ausfallen können, deutete bereits die erste Single an. Gemeinsam mit Cynthia Erivo interpretierte Ndegeocello „I Knew You Were Waiting (For Me)“, jenen Song, den Aretha Franklin und George Michael 1987 zum Welthit machten.

Auf „Synonym“ geht diese Reihe mit einer bemerkenswerten Gästeliste weiter. Chaka Khan singt „Islands In The Stream“, Lianne La Havas ist bei „Don’t Look Any Further“ dabei, Brandi Carlile bei „Golden Ring“ und ANOHNI bei „I Got You Babe“. Moses Sumney und Destin Conrad übernehmen „The Closer I Get To You“, während Nick Hakim und Robert Glasper bei „Don’t Stop The Music“ mitwirken.

Besonders neugierig macht auch die Begegnung mit WILLOW bei „Hunger Strike“, dem Song von Temple Of The Dog. Mit Bill Callahan und Chris Thile wiederum widmet sich Ndegeocello Bob Dylans „With God On Our Side“. Madison Cunningham, Laura Lee von Khruangbin, Emily King, Lizz Wright, Evann McIntosh und Ink gehören ebenfalls zum Ensemble.

Musikalisch spannt „Synonym“ damit einen weiten Bogen: von Folk der Sechziger über Soul, Country, Pop und R&B bis zu Electro-Boogie, Alternative Rock und Hip-Hop.

Zurück zu einem alten Weggefährten

Für das Album hat Ndegeocello außerdem eine Verbindung zu ihrer eigenen Vergangenheit erneuert. David Gamson, der bereits an ihren frühen Alben „Plantation Lullabies“ (1993) und „Peace Beyond Passion“ (1996) beteiligt war, kehrt als Co-Produzent zurück. Produziert wurde „Synonym“ von Ndegeocello, Gamson und Abe Rounds.

Es ist Ndegeocellos drittes Album für Blue Note nach „The Omnichord Real Book“ (2023) und „No More Water: The Gospel Of James Baldwin“ (2024). Für beide Vorgänger erhielt sie jeweils einen Grammy.

Doch bevor am 2. Oktober das ganze Panorama von „Synonym“ hörbar wird, gehört die Bühne erst einmal Meshell Ndegeocello und Cat Power. Mit „Don’t You Want Me“ nehmen sich zwei der unverwechselbarsten Stimmen ihrer Generation einen Song vor, dessen Dramaturgie seit 45 Jahren auf zwei Stimmen angewiesen ist. Nur erzählen diese beiden ihn nun noch einmal neu.

„Synonym“ erscheint am 2. Oktober 2026 und ist bereits vorbestellbar, als signierte farbige Doppel-LP exklusiv nur im JazzEcho-Store.

 

Meshell Ndegeocello - Synonym (Green 2LP+AC)
Synonym (Excl. Green 2LP + sign. AC)
2. Okt. 2026

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