Melody Gardot | News | The New French Connection: intimes musikalisches Tête-à-Tête der Extraklasse

The New French Connection: intimes musikalisches Tête-à-Tête der Extraklasse

Mit “Entre eux deux” haben Sängerin Melody Gardot und Pianist Philippe Powell ein traumhaftes Duo-Album geschaffen, das einen vom ersten bis zum letzten Moment verzaubert und in Bann schlägt.
Melody Gardot & Philippe Baden Powell
Melody Gardot & Philippe Baden Powell(c) Franco Tettamanti
19.05.2022
Dieses Album auf CD und LP und weitere von Melody Gardot finden Sie in unserem JazzEcho-Store.
Sinnlich, romantisch und knisternd intim sind die zarten Töne, die einem Melody Gardot auf ihrem sechsten Studioalbum “Entre eux deux” sanft mit dunkler Stimme ins Ohr haucht. Es ist – der Titel verrät es bereits allen, die Französisch sprechen – das erste reine Duo-Album der Sängerin, Songschreiberin, Pianistin und gelegentlichen Gitarristin. Ihren Platz am Klavier überließ die US-Amerikanerin diesmal aber ihrem französisch-brasilianischen Duo-Partner Philippe Powell, den sie voller Bewunderung und mit gutem Grund den “Bill Evans Brasiliens” nennt. Philippe ist außerdem der Sohn der mystischen Bossa-Nova-Legende Baden Powell. Gemeinsam nimmt dieses neue musikalische Traumpaar, das sich in Paris gefunden hat, einen hier auf eine Reise in den amerikanischen Jazz, den französischen Chanson und die brasilianische Musik mit. Es ist ein nostalgisch wirkender Trip, der einen in die 1960er Jahre zurückzuversetzen scheint.
Doch an dieser Stelle ist vielleicht eine kleine Warnung angebracht: Geben Sie sich bloß keine Mühe, nach Titeln wie “This Foolish Heart Could Love You”, “What Of Your Eyes”, “Perhaps You’ll Wonder Why” oder “Darling Fare Thee Well” im “Great American Songbook” zu suchen. Die werden sie dort nämlich nicht finden – zumindest vorerst noch nicht. Denn obwohl diese Stücke alles haben, was die besten der besten Jazzstandards auszeichnet (melodische Eingängigkeit gepaart mit harmonischer Finesse, poetische Texte und das Flair absoluter Zeitlosigkeit), so stammen sie tatsächlich doch aus der Feder von Melody Gardot und ihrem neuen musikalischen Traumpartner Philippe Powell.
Und auch die beiden französischsprachigen Songs “A la Tour Eiffel” und “Fleurs du dimanche”, die das Duo gemeinsam mit Jacques Bungert geschmiedet hat, klingen verblüffend so, als hätten sie einst schon Françoise Hardy, Sylvie Vartan, France Gall oder eine andere Chanson-Ikone gesungen. Lediglich zwei Stücke stammen tatsächlich aus den hier so raffiniert heraufbeschworenen 1960er Jahren: das von Francis Lai geschriebene Chanson “Plus Fort que Nous”, weltweit berühmt geworden durch Claude Lelouches Oscar-prämierten Nouvelle-Vague-Klassiker “Un Homme et Une Femme”; und “Samba em Prelúdio (Un Jour Sans Toi)” von Philippes Vater Baden Powell und dem großen Bossa-Poeten Vinícius de Moraes. Diese beiden Stücke sind auch die einzigen Lieder des Albums, die Melody im Duett mit Philippe singt. Außerdem gibt es mit “Recitativo” noch eine besinnliche, leicht klassisch angehauchte Instrumentalnummer des Pianisten zu hören. Und die von expressionistisch hingetupften Klaviertönen untermalte “Ode To Every Man”, in der Melody Gardot ein ungemein persönliches Gedicht rezitiert.
“Wenn ich die Aufnahme in ein paar Worten zusammenfassen müsste”, meint Melody Gardot, “würde ich sagen: diese Platte ist wie ein Tanz zwischen zwei Leuten, die dieselben Dinge lieben und schätzen: tiefsinnige Poesie und gediegene Melodien. Der Titel ‘Entre eux deux’ (‘Zwischen den beiden’) ist also sehr treffend. Denn hier erhält man einen Einblick in die Welt zweier Künstler, die sich wirklich mögen und verstehen. Und wir hoffen natürlich, dass unser Publikum diese Musik genauso sehr mögen wird.”
“Diese Platte ist das schönste Geschenk, das sich ein Pianist und Komponist nur wünschen kann”, meldet sich schließlich auch noch Philippe Powell zu Wort. “Gemeinsam mit einer der größten Künstlerinnen unserer Zeit Songs zu schreiben und im Duo aufzutreten, war die größte musikalische Erfahrung, die ich bisher gemacht habe. Ich bin Melody zutiefst dankbar, für ihre Liebe, ihr Vertrauen, ihre Hilfe, dafür, dass sie das Beste in mir zum Vorschein gebracht hat, sowie für ihren unermüdlichen Einsatz und die zahllosen Stunden harter Arbeit, die sie investiert hat, um diese wunderschöne Platte zu produzieren.”
Schon am 3. Juni wird man das Duo beim Hamburger Elbjazz-Festival erstmals auch auf einer deutschen Bühne live erleben können. Fünf weitere Deutschland-Auftritte stehen dann für den kommenden November an.
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