Jon Batiste – von Mozart zu Monk

Was haben Wolfgang Amadeus Mozart und Thelonious Monk gemeinsam? Für die meisten Musikliebhaber außer einer schönen Alliteration sicher zunächst einmal nichts. Der eine gilt als Inbegriff der europäischen Klassik, der andere als revolutionärer Jazzpianist. Jon Batiste sieht das anders. Mit seinen neuen Piano-Alben „Black Mozart“, „Monk Meditations“ und „Monk Movements“, die alle am 14. August erscheinen, schlägt der Grammy- und Oscar-Preisträger eine Brücke zwischen zwei Musikwelten, die ihrer kreativen Kraft nach enger miteinander verbunden sind, als es auf den ersten Blick scheint. Nachdem er bereits mit einem Vorgeschmack auf seine ungewöhnlichen Mozart-Interpretationen hat aufhören lassen, gibt er jetzt mit „Always Know“ und „Susu’s Back In Town“ einen ersten Einblick in seine beiden Monk-Alben.
Jon Batiste denkt Musik neu
Mit „Beethoven Blues“ begann Jon Batiste 2024 seine Batiste Piano Series und überraschte Publikum und Kritik gleichermaßen. Anstatt klassische Werke möglichst originalgetreu nachzuspielen, übersetzte er Beethoven in die Sprache von Blues, Gospel und Jazz. Das Album erreichte Platz eins der Billboard Classical Charts und zeigte eindrucksvoll, dass große Musik keine stilistischen Grenzen kennt.
Diesen Gedanken führt Batiste nun konsequent weiter. Statt Klassik und Jazz als getrennte Welten zu betrachten, macht er ihre gemeinsamen Wurzeln hörbar und versteht Musik als fortlaufendes Gespräch über Generationen hinweg.
Mozart und Monk – näher verwandt als gedacht
Im Mittelpunkt der drei im August erscheinenden Alben stehen zwei Komponisten, die selten in einem Atemzug genannt werden: Wolfgang Amadeus Mozart und Thelonious Monk. Für Jon Batiste verkörpern beide außergewöhnliche musikalische Persönlichkeiten. Beide entwickelten eine unverwechselbare musikalische Sprache, verbanden höchste kompositorische Komplexität mit scheinbarer Leichtigkeit und schufen Werke, die bis heute Menschen weit über ihr ursprüngliches Publikum hinaus erreichen. Mozart steht für ihn ebenso wie Monk für eine Musik, die zugleich intellektuell anspruchsvoll und unmittelbar zugänglich ist.
Batiste beschreibt seine drei neuen Alben deshalb als „ein musikalisches Gespräch zwischen Monk und Mozart – mit mir am Klavier.“
Drei Alben, drei Perspektiven
Mit „Black Mozart“ interpretiert Jon Batiste einige der bekanntesten Werke Mozarts neu. Jazz, Blues, Gospel und afroamerikanische Musiktraditionen verschmelzen mit den berühmten Melodien des Wiener Klassikers, ohne dessen musikalische Identität zu verlieren. Entstanden ist ein zeitloser Dialog zwischen zwei Epochen.
Die beiden Monk-Alben verfolgen dagegen unterschiedliche Ansätze. „Monk Movements“ verwandelt klassische Kompositionen des Jazzpioniers in großformatige, zeitgenössische Klavierwerke. „Monk Meditations“ reduziert Monks Musik auf ihre essenziellen Klangfarben und schafft daraus atmosphärische, fast meditative Klanglandschaften – nach Batistes eigener Aussage das erste Meditationsalbum, das vollständig von Thelonious Monk inspiriert wurde.
Ein Pianist zwischen allen Welten
Jon Batiste gehört zu den vielseitigsten Musikern seiner Generation. Der mehrfach mit Grammy, Oscar und Emmy ausgezeichnete Pianist, Komponist und Produzent bewegt sich seit Jahren mühelos zwischen Jazz, Klassik, Pop, Soul und Filmmusik. Seine Arbeit reicht von preisgekrönten Filmmusiken wie „Soul“ über Kollaborationen mit Künstlern unterschiedlichster Genres bis hin zu seiner langjährigen Rolle als musikalischer Leiter der Late Show with Stephen Colbert.
Die Batiste Piano Series führt all diese Einflüsse auf ihren Ursprung zurück: das Klavier. Wer bislang glaubte, Wolfgang Amadeus Mozart und Thelonious Monk hätten musikalisch nichts gemeinsam, dürfte nach diesen drei Alben seine Sichtweise grundlegend überdenken. Jon Batiste beweist, dass große Musik keine Genregrenzen kennt, sondern vor allem Neugier, Fantasie und den Mut, Verbindungen dort zu entdecken, wo andere nur Unterschiede sehen.





