In seiner Besprechung von Mark Turners letztem Quartettalbum für ECM, Return From The Stars (2022), bezeichnete Peter Rüedi in der Weltwoche das Programm als „die denkbar schlankste, konzentrierteste und inspirierteste improvisierte Kammermusik.“ Eine treffende Beschreibung für die kraftvollen Quartettausarbeitungen des Tenorsaxophonisten, die auf Patternmaster ihre bislang ausgereifteste und zugleich durchschlagskräftigste Form erreicht zu haben scheinen. Dabei funktioniert das neue Album in vielerlei Hinsicht zugleich wie Fortführung und Erweiterung des Vorgängers. Kompromisslose Improvisation ebenso wie kühle Kontrolle sind die antreibenden Motoren einer Gruppe, die ihr gemeinsames musikalisches Verständnis über Jahre hinweg auf Tour und im Studio weiterentwickelt hat. „Je mehr Vertrauen man hat, desto mehr Risiken kann man eingehen und desto tiefer kann man mit den musikalischen Partnern in die Musik eintauchen“, sagt der Bandleader, der mit diesen Kollegen das Gefühl hat, „über das Handwerk hinausgehen zu können und tiefer in die Kunst der Musik einzutauchen. Man fühlt sich freier, kompositorisch zu experimentieren, ohne sich jemals Sorgen über das Ergebnis machen zu müssen, weil ich weiß, dass es passen wird.“ Turner und Jason Palmer entfalten Themen mit weitreichenden harmonischen Implikationen, getragen von Joe Martin am Kontrabass und Jonathan Pinson am Schlagzeug – Musikern, die sich mit den Bläsern auf melodischer, harmonischer und rhythmischer Ebene mit großer Intensität verzahnen. Den sechs Originalkompositionen Turners wohnt eine zeitlose Qualität inne, die den Geist der klassischen Bebop-Ära aufgreift und zugleich in die Zukunft weist. Patternmaster, 2024 in Südfrankreich aufgenommen, wurde von Manfred Eicher produziert. Mark Turner Quartet
Mark Turner – Tenor Saxophone
Jason Palmer – Trumpet
Joe Martin – Double Bass
Jonathan Pinson – Drums