Arooj Aftab | Vulture Prince

Neo-Sufi-Klänge aus Brooklyn: elektrisierend und hypnotisierend

In einer Deluxe-Edition mit einem ganz besonderen Bonus-Track bringt Arooj Aftab ihr wunderbares Album “Vulture Prince” neu heraus, für das sie im April einen Grammy erhielt.
Arooj Aftab
Arooj Aftab© Blythe Thomas
23.06.2022
Ihr Album “Vulture Prince” in Deluxe Edition auf LP und weiteres finden Sie in unserem JazzEcho-Store
Mit “Vulture Prince” landete die aus Pakistan stammende Sängerin, Multiinstrumentalistin und Komponistin Arooj Aftab Ende 2021 auf den Jahresbestenlisten von der New York Times, Pitchfork, NPR und Variety. "‘Vulture Prince’ ist in der Urdu-Ghazal-Tradition und deren sehnsuchtsvoller Poesie über Liebe und Verlust verwurzelt", schrieb Stereogum über das Album, das der seit 2005 in Brooklyn lebenden Musikerin den großen Durchbruch verschaffte. “Es vermischt diesen Sound aber mit Elementen verschiedener Stile wie Jazz, Folk und sogar Reggae. Aftab und die hochkarätige Band, die sie zusammengestellt hat – unter anderem mit Gitarre, Harfe, Geige, Kontrabass und Flügelhorn -, setzen sich in sieben mitreißenden Songs mit unerwiderter Zuneigung und Akzeptanz auseinander. Die Lieder sind von Trauer durchdrungen, aber nie von lähmender Verzweiflung, und verleihen den Sufi-Versen, die sonst wie Klagelieder daherkämen, Wärme und Leichtigkeit.”
Für das Album wurde Arooj Aftab im April als erste pakistanische Künstlerin überhaupt mit einem Grammy ausgezeichnet (für “Mohabbat” als “Best Global Music Performance”) und war zudem – obwohl es schon ihre dritte Veröffentlichung seit 2014 war – als “Bester Newcomer nominiert. Jetzt erscheint es in einer Deluxe-Edition bei Aroojs neuem Label Verve Records noch einmal auf CD und Doppel-Vinyl. Die neue Ausgabe enthält mit “Udhero Na” (auf Deutsch: “Bitte rückgängig machen”) einen ganz besonderen Bonus-Track, bei dem Arooj von Anoushka Shankar auf der Sitar und Maeve Gilchrist auf der Harfe begleitet wird.
“'Udhero Na' ist ein Song, der mir besonders lieb und teuer ist”, verrät Arooj Aftab. "Obwohl ich ihn schon 2005 geschrieben und über die  Jahre hinweg auch immer wieder live vorgetragen habe, ist er nie auf einem Album erschienen. Aber er lag mir die ganze Zeit sehr am Herzen. Und deshalb bin ich so froh, ihn jetzt endlich zu veröffentlichen! Er beschreibt einen sehr einzigartigen und flüchtigen emotionalen Moment, ein super unterschätztes Gefühl. Wenn der Gedanke an jemanden aus einer sehr weit zurückliegenden und ‘vergangenen’ Beziehung plötzlich einfach in deinem Kopf auftaucht, während du deinem Alltag nachgehst.
Vulture Prince
Vulture Prince (Deluxe Edition LP)
VÖ: 24. Juni 2022
LP
Arooj Aftab

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Vulture Prince
Vulture Prince (Deluxe Edition)
VÖ: 24. Juni 2022
Arooj Aftab

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Von Lahore nach Brooklyn: einzigartiger Mix aus Sufi-Musik, Ambient, Minimal und Dub

Auf “Vulture Prince” stellt die aus Pakistan stammende Sängerin und Multiinstrumentalistin Arooj Aftab einen hypnotisierenden neuen Sound vor.
Arooj Aftab
Arooj Aftab© Blythe Thomas
16.12.2021
Ihr Album “Vulture Prince” in Deluxe Edition auf LP und weiteres finden Sie in unserem JazzEcho-Store
Auf der Weltkarte der Grammys war Pakistan bislang ein großer weißer Fleck. Obwohl das Land so hervorragende und weltbekannte Künstler wie Nusrat Fateh Ali Khan und Abida Parveen, die “Königin der Sufi-Musik”, hervorgebracht hat, sprang bisher noch nicht einmal eine einzige Nominierung heraus. Insofern hat die aus Lahore stammende Arooj Aftab kürzlich Musikgeschichte geschrieben. Denn mit ihrem im April erschienenen dritten Album “Vulture Prince” und dem Song “Mohabbat” wurde sie überraschend in den Kategorien “Best New Artist” und “Best Global Music Performance” nominiert. In den USA, wo Arooj (ausgesprochen “Aaruusch” mit rundem r und weichem sch) seit 2005 zu Hause ist, hatte sie mit “Vulture Prince” schon vorher reichlich Schlagzeilen gemacht.
“Arooj Aftab, die in Pakistan geboren wurde und heute in Brooklyn lebt, trägt eine uralte Versform, das Ghazal, in den Westen”, hieß es etwa in der New York Times. “‘Mohabbat’ schlägt keine Brücke zwischen zwei Welten, sondern erschafft seine eigene.” Restlose Begeisterung herrschte auch bei den Kollegen von Pitchfork: “Auf ‘Vulture Prince’ verschmilzt Aftab die existenzielle Sehnsucht des Ghazal mit Minimal-Kompositionen, die sich aus Jazz, hindustanischer Klassik, Folk und – in einem Song – Reggae speisen, zu einem herzzerreißenden, exquisiten Dokument des Übergangs von der Trauer zur Akzeptanz.”
Jetzt hat Arooj, die ihre oftmals geradezu hypnotisierende Musik selbst als “Neo-Sufi” oder “New Sufi” bezeichnet, einen Vertrag bei Verve Records unterschrieben. Bevor sie dort ein neues Album herausbringt, wird “Vulture Prince” in Kooperation mit Aroojs bisherigem Label New Amsterdam Records erst einmal international veröffentlicht. Zu hören ist sie auf “Vulture Prince” mit einem wirklich weltumspannenden Ensemble, das Musikerinnen und Musiker aus zwölf Ländern vereint; darunter der aus Deutschland stammende Schlagzeuger Jörn Bielfeldt und die brasilianisch-libanesische Gitarren-Virtuosin Badi Assad . Einen wunderbaren Eindruck von der Musik vermittelte Arooj erst vor wenigen Tagen bei ihrem “Tiny Desk (Home) Concert”. Gemeinsam mit Darian Donovan Thomas (Violine), Shahzad Ismaily (Bass & Synthesizer), Maeve Gilchrist (keltische Harfe) und Gyan Riley (Gitarre), dem Sohn des Minimal-Music-Pioniers Terry Riley, stellte sie bei dieser Gelegenheit drei Songs aus ihrem jüngsten Album live vor. Darunter natürlich auch das Grammy-nominierte Stück “Mohabbat”. Das “Tiny Desk”-Team war von dem magischen Auftritt so angetan, dass es hinterher schwärmte: “Das ist sicherlich eine der allerschönsten Tiny-Desk-Performances.” Und da werden wir nun wirklich nicht widersprechen.
 
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