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Walter Smith III
Walter Smith III

Spielen und Spaß haben - neues Album von Walter Smith III erschienen

Walter Smith III
(c) Travis Bailey
05.03.2026

Walter Smith III gehört zu den beeindruckendsten Tenorsaxofonisten unserer Zeit. Sein raumfüllender Sound ist gleichermaßen kraftvoll wie klar artikuliert. Als Improvisator zeigt er, wie sich Jazz auf organischste und authentischste Weise weiterentwickeln kann. Der 45-Jährige gehört einer Generation außergewöhnlich begabter und stilistisch vielseitiger Musiker an, die sich zudem als originelle zeitgenössische Komponisten profiliert haben. Obwohl der Tenorist mit beiden Beinen im Hier und Jetzt steht, hat er – nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit Größen wie Terence Blanchard, Joe Lovano und Roy Haynes – profunde Kenntnisse der Jazztradition erworben. Manchmal wollen Walter Smith III und seine Kollegen aber einfach nur spielen und Spaß haben. Ohne viel Aufhebens, ohne mehrseitige Partituren und ohne intensive Proben. Dann schnappen sie sich einen Haufen unverwüstlicher Melodien mit denen sie aufgewachsen sind und legen einfach los.

Genau dieser Geist beflügelte Smith, als er vor neun Jahren das Album “Twio” für das Londoner Label Whirlwind Records einspielte. Der Titel war eine spielerische Wortschöpfung aus “Trio” und “Two” und deutete darauf hin, dass Smith es mit einem Kerntrio – Harish Raghavan (Bass) und Eric Harland (Schlagzeug) – sowie zwei Gästen – Joshua Redman (Tenorsaxofon) und Christian McBride (Bass) – aufgenommen hatte. Das überraschende Album wurde von Kritikern und Fans mit offenen Armen empfangen.“‘Twio’ präsentiert den Tenorsaxofonisten in einer ganz, ganz tighten Triobesetzung”, bemerkte Frank Alkyer im Magazin DownBeat und fügte hinzu: “Sein Ton und die Art, wie er Melodien entwickelt, sind umwerfend. Sein Ideenfluss ist gewaltig und wunderschön. Man merkt, dass er alles Unnötige seiner Kunstform abgestreift hat, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.” Mit einer komplett neuen Besetzung knüpft Smith auf “Twio Vol. 2” nun wieder an dieses Konzept an. Das Trio bildet Smith diesmal mit dem Bassisten Joe Sanders und dem Schlagzeuger Kendrick Scott, während sich der Bassist Ron Carter und der Tenorsaxofonist Branford Marsalis als Gäste die Ehre geben.

Das klavierlose Saxofontrio, für das der große Sonny Rollins 1957 mit den Alben “Way Out West” und “A Night at the Village Vanguard” Maßstäbe setzte, hat Walter Smith III schon immer fasziniert. “In dieser Konstellation kann man viele Dinge wahrnehmen, die man in anderen Formaten nicht hören kann”, verriet er, als 2018 das erste “Twio”-Album erschien. Ursprünglich wollte er alle ausgewählten Stücke neu arrangieren und reharmonisieren. Nach einiger Zeit stellte er jedoch fest, dass er sich immer weiter von dem entfernte, worum es in dem Projekt überhaupt gehen sollte: die Songs und das zwanglose Zusammenspiel. An die tolle Zeit, die er damals mit seinen Spielpartnern im Studio hatte, denkt er noch heute mit Freude zurück. Warum also sollte er es nicht noch einmal mit neuen Weggefährten wagen, die ihm neue Perspektiven eröffnen könnten?

Das vielseitige Repertoire von “Twio, Vol. 2” wurde geschickt zusammengestellt, um Klischees zu vermeiden. “Das Ziel war es, Stücke zu finden, die zwar zum Standardrepertoire gehören, aber nicht ständig gespielt werden”, sagt Smith. “Stücke, die bekannteren Standards ähneln, es uns jedoch ermöglichen, sie auf unsere Art zu spielen, ohne dabei zu traditionell zu sein.” Der Spaß beginnt diesmal mit zwei alten Kamellen, die von Komponisten stammen, die ihre Karriere in der Ära der Stummfilm- und Vaudeville-Theater begonnen hatten: “My Ideal” von Newell Chase (1904–1955) und “Circus” von Louis Alter (1902–1980). Wie es Smith, Sanders und Scott hier schaffen, gleichzeitig traditionell und doch erfrischend zeitgenössisch zu klingen, ist absolut verblüffend und setzt den Ton für das gesamte Album. Mit derselben Besetzung haucht Smith auch modernen Klassikern von Thelonious Monk (“Blue Light”), Carla Bley (“Lawns”) und Kenny Dorham (“Escapade”) neues Leben ein.

In den restlichen fünf Stücken übernimmt der legendäre Ron Carter den Bass-Part und glänzt mit dem Tenorsaxofonisten vor allem in einer Duo-Version von Billy Strayhorns und Duke Ellingtons “Isfahan”. Zu ausgesprochen musikalischen Tenorsax-Battles kommt es, wenn sich Branford Marsalis in “Casual-Lee” und “Swingin’ At The Haven” zu Walter Smith III, Ron Carter und Kendrick Scott gesellt. Während das erste Stück Smiths einzige Eigenkomposition ist, die allerdings auf den Harmonien seines Lieblingsstandards “East of the Sun (and West of the Moon)” basiert, stammt das andere aus der Feder von Branfords Vater Ellis Marsalis.

Walter Smith III - TWIO Vol. 2
TWIO, Vol. 2 (LP)
6. März 2026

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