Verve Vault Serie | News | Verve Vault Serie - Karrieremeilensteine zweier Gesangslegenden

Verve Vault Serie – Karrieremeilensteine zweier Gesangslegenden

Ende der 1950er Jahre sorgten zwei Sängerinnen mit außergewöhnlichen, jedoch sehr unterschiedlichen Alben in der Jazzszene für Furore: Dinah Washington mit “What a Diff’rence a Day Makes!” und Blossom Dearie mit ”Give Him the Ooh-La-La”.
Verve Vault Serie - Dinah Washington / Blossom Dearie
Verve Vault Serie - Dinah Washington / Blossom Dearie(c) Verve Records
08.01.2026
Verve Vault heißt die neue LP-Serie des legendären Verve-Labels, die mit zwei Veröffentlichungen pro Monat die Herzen von Jazz- und Vinylfans höherschlagen lassen will. Obwohl die LPs moderat gepreist sind, wird in allen Aspekten auf Qualität geachtet: Alle Titel werden von Ryan K. Smith bei Sterling Sound von den analogen Originalbändern geschnitten und gemastert und bei Optimal auf 180-Gramm-Vinyl gepresst. Die ikonischen Artworks werden unverändert und liebevoll faksimiliert, sofern es sich im Original um Gatefold-Hüllen handelte, werden diese beibehalten. Das Repertoire der Serie setzt sich aus berühmten Klassikern sowie zeitlosen Perlen von Verve und den Schwesterlabels Impulse!, Mercury, Polydor u.a. zusammen.
Dinah Washington – What a Diff’rence a Day Makes!
What a difference a record can make! Seit Mitte der 1940er Jahre, als sie als Sängerin der Band von Lionel Hampton ins Rampenlicht trat, galt Dinah Washington als die “Queen of the Blues”. Dann nahm sie 1959 für Mercury Records das Album “What A Diff’rence A Day Makes” auf, das einen Wendepunkt in ihrer Karriere markieren sollte und sie zu einer der beliebtesten schwarzen Künstlerinnen jener Zeit machte. Auf dem von Clyde Otis produzierten und von Belford Hendricks arrangierten Album vollzog Washington erfolgreich den Übergang von Jazz, Blues und R&B zu üppig orchestriertem Mainstream-Pop. Der Titelsong des Albums wurde zu ihrer Erkennungsmelodie, nachdem er es in die Top 10 der Billboard-Charts geschafft hatte und die Aufnahme 1960 mit dem Grammy für die beste R’n’B-Performance ausgezeichnet worden war. 1998 wurde Washingtons Version in die Grammy Hall of Fame aufgenommen. Das Lied war ein 1934 von der mexikanischen Komponistin María Grever geschriebener Bolero, der ursprünglich “Cuando vuelva a tu lado” betitelt war. Noch im selben Jahr landeten die Dorsey Brothers mit der von Bob Crosby gesungenen englischsprachigen Version einen Hit in den USA. Bei ihren Interpretationen von “Cry Me a River”, “Manhattan” und “Time After Time” bewies Washington ihre Fähigkeit, emotionale Nuancen und rhythmische Phrasierungen mit Präzision und Leichtigkeit zu vermitteln. Für einen dezent jazzigen Einschlag auf dem Album sorgten unter anderem so exzellente Musiker wie der Pianist Joe Zawinul, der Gitarrist Kenny Burrell, der Bassist Milt Hinton und der Schlagzeuger Panama Francis.
 
Blossom Dearie – Give Him the Ooh-La-La
Obwohl Blossom Dearie (1924–2009) bereits Ende der 1940er Jahre in der New Yorker Jazzszene mit Cool-Jazz-Größen wie Miles Davis, Gil Evans und Gerry Mulligan abgehangen hatte, musste sie erst den Umweg über Frankreich gehen, um ihre Solokarriere zu starten. 1952 zog sie nach Paris, wo sie die Gesangsgruppe Blue Stars mitgründete, die zwei Jahre später mit einer französischsprachigen Version von George Shearings “Lullaby of Birdland” einen Hit landete. Als der Jazzimpresario und Produzent Norman Granz 1956 Paris besuchte, hörte er sie dort bei einem ihrer Auftritte und lockte sie mit einem Plattenvertrag bei seinem Label Verve Records in die USA zurück. “Give Him the Ooh-La La” war 1958 das zweite von sechs Alben, die sie bei Verve Records veröffentlichte und stets gemeinsam mit Granz produzierte. Das Album präsentierte die Pianistin und Sängerin mit der für sie charakteristischen Mischung aus coolem Understatement, klarer Diktion und harmonischer Finesse. Wie schon auf dem ein Jahr zuvor erschienenen, titellosen Debütalbum für Verve stellte Granz Blossom Dearie mit dem Gitarristen Herb Ellis, dem Bassisten Ray Brown und dem Schlagzeuger Jo Jones wieder ein absolut großartiges, entspannt swingendes Trio zur Seite. Das Repertoire bietet neben ein paar bestens bekannten Standards wie “Just One of Those Things” und “Between the Devil and the Deep Blue Sea” auch weniger bekannte Titel wie “The Riviera“ und “I Walk a Little Faster” von Cy Coleman. Mit dem auf Französisch gesungenen Chanson “Plus je t’embrasse” zollte Blossom Dearie zudem ihrer zeitweiligen Wahlheimat Paris auf charmante Weise Tribut.