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Verve Essential Vinyl Serie
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Große Platten, fairer Preis: LP-Serie Verve Essentials startet mit fünf Jazzklassikern

Mit berühmten Alben gehen die Verve Essentials an den Start und bringen einige der besten Aufnahmen der Jazzgeschichte als preiswerte LPs zurück ins Plattenregal.
Verve Essentials - Staffel 1
Verve Essentials - Staffel 1
(c) Verve Records
09.10.2026

Wer Jazz auf Vinyl entdecken möchte, hat derzeit gute Aussichten. Nach der gerade gestarteten Reihe Blue Note Essentials bekommt nun auch der legendäre Verve-Katalog seine eigene Essentials-Serie. Das Konzept und die Ausstattung sind dieselben: erschwingliche LP-Ausgaben großer Alben, die bei der Qualität trotzdem keine Kompromisse eingehen.

Auch die Verve Essentials stammen von Hi-Res-Mastern, werden bei Optimal auf 140-Gramm-Vinyl gepresst und in originalgetreuen Sleeves ausgeliefert. Neben Verve selbst gehören auch Partnerlabels wie Impulse! und Cadet Records zum musikalischen Fundus der Reihe. Damit bietet sie einen idealen Einstieg für neue Jazzfans, und eine willkommene Gelegenheit, Lücken in einer bereits gut gefüllten LP-Sammlung zu schließen. Die ersten fünf Titel zeigen gleich, wie viel es hier zu entdecken gibt.

Stan Getz / João Gilberto – Getz/Gilberto

Manchmal genügt eine Stimme, um Musikgeschichte zu schreiben. Astrud Gilberto hatte ihren Mann João ursprünglich als Dolmetscherin zu den Aufnahmen begleitet. Als sie dann bei „The Girl From Ipanema“ und „Corcovado“ ans Mikrofon trat, wurde ihr ungekünstelter Gesang zum unverwechselbaren Bestandteil eines Albums, das die Bossa Nova in alle Welt tragen sollte. „Getz/Gilberto“ erschien 1964, wurde zum Welthit und gewann als erste Jazzproduktion den Grammy für das beste Album des Jahres.

Doch die berühmten Gesangspassagen sind nur ein Teil seines Zaubers. Stan Getz’ warmer Tenorsaxofonton, João Gilbertos leiser Gesang und seine federnde Gitarre, Antônio Carlos Jobims Piano und Milton Bananas zurückhaltendes Schlagzeug greifen mit einer Selbstverständlichkeit ineinander, die bis heute fasziniert. Musik, die leicht wirkt und dabei voller Feinheiten steckt – und einer der großen Klassiker des Verve-Katalogs.

Ella Fitzgerald / Louis Armstrong – Ella and Louis

Zwei Stimmen, die man nach wenigen Silben erkennt – und die kaum unterschiedlicher sein könnten. Ella Fitzgeralds klare, bewegliche Phrasierung trifft auf Louis Armstrongs rauen, herzlich knurrenden Gesang. Wie wunderbar diese beiden zusammenpassen, lässt sich auf „Ella and Louis“ in jedem Stück hören.

Am 16. August 1956 brachte Produzent Norman Granz die beiden nach einem gemeinsamen Auftritt in der Hollywood Bowl in die Capitol Studios. Viel Zeit zur Vorbereitung blieb nicht. Für den musikalischen Rückhalt sorgten Oscar Peterson am Piano, Herb Ellis an der Gitarre, Ray Brown am Bass und Buddy Rich am Schlagzeug. Die Chemie zwischen Ella und Louis stimmte sofort.

Das Ergebnis ist ein Album voller Wärme, Witz und entspannter Eleganz. Armstrongs Trompete setzt leuchtende Akzente, während die beiden vertraute Standards wie ein gutes Gespräch gestalten: aufmerksam, spielerisch und mit hörbarer Freude aneinander.

John Coltrane – Ballads

Wer John Coltrane vor allem als rastlosen musikalischen Entdecker kennt, kann ihn auf „Ballads“ von einer anderen Seite erleben. Hier widmet sich der Tenorsaxofonist vertrauten Standards mit großer Ruhe und melodischer Klarheit. Auf die Frage nach seiner Motivation für das Album nannte er schlicht „Vielfalt“.

Die 1961 und 1962 entstandenen Aufnahmen zeigen überwiegend sein klassisches Quartett mit McCoy Tyner, Jimmy Garrison und Elvin Jones; bei „It’s Easy to Remember“ ist noch Reggie Workman am Bass zu hören. Die Musiker lassen die Melodien atmen und geben Coltranes ausdrucksvollem Ton viel Platz.

Gerade diese Konzentration macht den Reiz des Albums aus. In Stücken wie „You Don’t Know What Love Is“ entfaltet sich eine Intensität, die ganz aus Klang und Phrasierung entsteht. Ein dauerhafter Bestseller – und eine schöne Gelegenheit, einen der großen Balladenspieler des Jazz zu entdecken.

Billie Holiday – Body and Soul

Billie Holiday brauchte keine große Besetzung, um einen Song ganz zu ihrem eigenen zu machen. Oft reichten wenige Musiker, die ihr zuhörten und im richtigen Moment antworteten. Auf „Body and Soul“ findet sie genau solche Partner: Ben Webster am Tenorsaxofon und Harry „Sweets“ Edison an der Trompete gehören zu den Solisten, die Lady Days Gesang mit ebenso viel Persönlichkeit wie Feingefühl begleiten.

Besonders Webster versteht es, ihre Phrasen aufzugreifen, Zwischenräume zu füllen und dabei stets die Stimmung zu bewahren, die Holiday vorgibt. Sein samtiger Ton wirkt wie eine zweite Erzählstimme.

Im Mittelpunkt bleibt Holidays Fähigkeit, vertrauten Standards eine ganz persönliche Bedeutung zu geben. Eine kleine Verzögerung, ein rauer Ton, eine unerwartete Betonung: Sie braucht oft nur wenige solcher Gesten, um aus einer Melodie eine Geschichte zu machen. „Body and Soul“ lebt von dieser Nähe – und von einer Band, die ihr dafür den nötigen Raum lässt.

Charles Mingus – Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus

Fünfmal der eigene Name auf dem Cover: Charles Mingus machte schon mit dem Titel deutlich, dass hier eine unverwechselbare musikalische Persönlichkeit am Werk ist. Für sein zweites Impulse!-Album nahm der Bassist und Komponist 1963 mit zwei unterschiedlich besetzten, elfköpfigen Ensembles einige seiner wichtigsten Stücke erneut auf. Er wollte ihnen jene Gestalt geben, die ihm bei früheren Einspielungen vorgeschwebt hatte. Viele der vertrauten Kompositionen erhielten dabei neue Titel; mit Duke Ellingtons „Mood Indigo“ ist auch eine Verbeugung vor seinem großen Vorbild enthalten.

Die größere Besetzung eröffnet Mingus eine reiche Palette an Klangfarben. Wuchtige Bläsersätze wechseln mit empfindsamen Passagen, Blues und Gospel treffen auf orchestrale Raffinesse. Die Musik kann im einen Moment drängen und im nächsten beinahe zärtlich werden. Ein Album, das Mingus’ ganze Spannweite hörbar macht – als Komponist, Bandleader und unermüdlicher Antreiber seiner Musiker.

Getz/Gilberto (Verve Essentials)
Stan Getz & Joao Gilberto: Getz/Gilberto (Verve Essentials)
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