Stella Cole: Mit „Imagination“ durch das Great American Songbook

Stella Cole live in Deutschland und der Schweiz
28.10.26 Lausanne (CH) – Jazz Onze Festival
11.11.26 Leverkusen – Leverkusener Jazztage
14.11.26 Hamburg – Nica Jazz Club
10.03.27 Bremen – Die Glocke
Musik mit „Imagination“: Alte Songs, neue Zeiten
Stella Cole gehört zu einer jungen Generation von Sängerinnen, die das Great American Songbook nicht als musikalisches Museum betrachten. Auf ihrem kommenden Album „Imagination“ nähert sie sich Klassikern wie „As Time Goes By“, „I’m Old Fashioned“, „Polka Dots and Moonbeams“ oder „Singin’ in the Rain“ mit großer Selbstverständlichkeit. Statt die Songs allerdings demonstrativ zu modernisieren, vertraut sie auf deren Melodien, Texte und die Gefühle, die sie seit Generationen transportieren.
Genau darin sieht auch Will Friedwald eine besondere Stärke der Sängerin. Der renommierte US-amerikanische Jazzkritiker, Autor und ausgewiesene Kenner des Great American Songbook hat die Liner Notes zu „Imagination“ verfasst. Für ihn existiert zwischen Cole und diesem historischen Repertoire kaum eine spürbare Distanz: Sie nähert sich den Songs nach deren eigenen Bedingungen, ihre Botschaft wird zu ihrer eigenen.
„As Time Goes By“: Stella Cole verbindet Vergangenheit und Gegenwart
Kaum ein Stück könnte diese Idee besser verkörpern als „As Time Goes By“. Herman Hupfeld schrieb den Song bereits 1931 für das Broadway-Musical „Everybody’s Welcome“, weltberühmt wurde er jedoch erst mehr als zehn Jahre später durch den Film „Casablanca“. Schon seine eigene Geschichte verbindet damit unterschiedliche Epochen.
Cole führt diesen Gedanken weiter. Die Welt, in der die Songs des Great American Songbook entstanden, ist längst vergangen, ihre Themen dagegen sind geblieben: Liebe und Verlust, Hoffnung, Romantik, Sehnsucht und Erinnerung. „I’m Old Fashioned“, 1942 von Jerome Kern und Johnny Mercer für Fred Astaire und Rita Hayworth geschrieben, wirkt in Coles Interpretation deshalb weniger altmodisch als vielmehr zeitlos.
Der Titelsong „Imagination“ wiederum bewegt sich zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen vorgestellter Nähe und realer Sehnsucht. „It Had to Be You“ setzt dem eine fast unausweichliche Gewissheit entgegen.
„Imagination“ und Stella Coles Liebe zum Great American Songbook
Getragen wird das Album von einem bewusst intimen musikalischen Rahmen. Michael Kanan am Piano, Michael Migliore am Bass und Hank Allen-Barfield am Schlagzeug begleiten Cole mit viel Raum und Sensibilität. Statt opulenter Arrangements stehen Kommunikation, Stimme und Storytelling im Vordergrund.
Das passt zu einer Sängerin, die sich längst ein internationales Publikum aufgebaut hat: Mehr als 1,7 Millionen Social-Media-Follower, zig Millionen Videoaufrufe und Auftritte in Häusern wie Carnegie Hall, Kennedy Center, Birdland und Café Carlyle zeugen von Coles rasantem Aufstieg.
„Imagination“ zeigt dabei, dass ihre Verbindung zum Great American Songbook weit über nostalgische Begeisterung hinausgeht. Stella Cole versucht nicht, diese Songs mit aller Macht ins Heute zu holen. Sie zeigt vielmehr, dass sie nie wirklich aus der Gegenwart verschwunden sind. Die Zeit vergeht – große Melodien und Liebeslieder bleiben.





