Jugendliche Energie, zeitlose Eleganz – Stella-Cole-Album erschienen

Der Kritiker Will Friedwald ist einer der besten Kenner und Chronisten des Jazzgesangs und des Great American Songbook. Dass ihm eine Darbietung fast die Sprache verschlägt, kommt deshalb nur selten vor. Stella Cole ist dies jedoch mit ihrer Interpretation von “It’s Magic” auf ihrem neuen Album “Live at the Café Carlyle” gelungen. In den Linernotes zu dem Album schreibt Friedwald: “Als lebenslanger Fan des Jazz und dessen, was wir das ‘Great American Songbook“ nennen, reagiere ich oft eher intellektuell: Ich kann etwas, das gut gemacht und bedeutungsvoll ist, schätzen, ohne dass es mich unbedingt emotional berührt. Anders verhält es sich mit meiner Begeisterung für Stella Cole: Sie trifft mich immer mitten ins Herz. Ich freue mich besonders, dass Stella ‘It’s Magic’ in ihr Set aufgenommen hat. Der 1947 von Jule Styne und Sammy Cahn geschriebene Song diente auch als Titelsong ihres jüngsten Studioalbums, und ich bin dankbar, ihn wiederzuhören. Stellas Interpretation ist so direkt, so von Herzen kommend und so ungekünstelt, dass ich fast zögere, sie als Interpretation zu bezeichnen: eine wunderschöne junge Künstlerin mit einer wunderschönen Stimme, die – mit absoluter Überzeugung – ein wunderschönes Lied über die Magie der Liebe singt. Tatsächlich ist das einzige Wort dafür: Magie.”
Das von Matt Pierson produzierte Album wurde im vergangenen Jahr während Stella Coles erster (und jeden Abend ausverkaufter) Residency im traditionsreichen New Yorker Café Carlyle mitgeschnitten. Das Repertoire spiegelt die tiefe Verbundenheit der Sängerin mit dem Film und klassischen Jazzstandards wider. Es umfasst Lieder aus der Goldenen Ära der Hollywood-Musicals bis hin zu Filmballaden, darunter “Singin’ in the Rain”, “As Time Goes By”, “Moon River”, “Perhaps, Perhaps, Perhaps (Quizás, Quizás, Quizás)”, “Cry Me a River”, “Over the Rainbow” und natürlich das bereits erwähnte “It’s Magic”. Durch ihre einfühlsamen Interpretationen haucht sie dem zeitlosen Material mit Wärme, Witz, Charme, Eleganz und jugendlicher Frische neues Leben ein. Während sie auf ihren bisherigen Alben meist vor dem Hintergrund üppiger Orchesterarrangements zu hören war, trat sie im intimen Rahmen des Café Carlyle, das nur 90 Gästen Platz bietet, mit ihrem regulären Trio auf: dem Pianisten Michael Kanan, der seit mehr als zwanzig Jahren zur Entourage von Jane Monheit gehört, sowie dem Kontrabassisten Michael Migliore und dem Schlagzeuger Hank Allen-Barfield, die bereits mit Samara Joy aufgetreten sind. Alle drei erweisen sich als dezente und höchst aufmerksame Begleiter und lassen Stellas Stimme wie nie zuvor in vollem Glanz erstrahlen.




