Grüner wird’s nicht! Seth MacFarlane singt die Muppets

Ein Frosch singt darüber, dass es nicht immer leicht ist, grün zu sein, und ein halbes Jahrhundert später gehört das Lied zum amerikanischen Songbook. „Bein’ Green“, geschrieben von Joe Raposo und untrennbar mit Kermit verbunden, wurde unter anderem von Ray Charles, Frank Sinatra, Van Morrison und Till Brönner interpretiert. Nun reiht sich Seth MacFarlane in diese illustre Runde ein.
Anlass ist der 50. Geburtstag der „Muppet Show“ am 5. September 2026. MacFarlane, Sänger, Schauspieler, Komiker und Schöpfer erfolgreicher Animationsserien, gratuliert mit einem ganzen Album. Auf „Seth MacFarlane Sings The Muppets“ holt er demnächst die Musik von Kermit, Miss Piggy, Fozzie Bär und Gonzo mitten hinein in die Tradition des klassischen Vocal Jazz.
Muppet-Songs auf dem Weg zum Jazzstandard
Im Mittelpunkt stehen Melodien von Joe Raposo, Paul Williams und Jeff Moss, geschrieben für die „Muppet Show“, die klassischen „Muppet“-Filme und die „Sesamstraße“. MacFarlane betrachtet sie nicht als bloße Kinder- oder Fernsehlieder, sondern als erwachsene Kompositionen mit dem Zeug zum Standard.
Dahinter steckt eine historische Überlegung: Vocal Jazz hat eine lange Tradition darin, Songs vom Broadway und aus Hollywood ins populäre Repertoire zu überführen. Als die Muppets in den 1970er- und 1980er-Jahren ihren Siegeszug antraten, hatte sich die Musikwelt jedoch verändert. MacFarlanes Album stellt deshalb eine reizvolle Frage: Wie hätten diese Songs geklungen, wären sie in der goldenen Ära des orchestralen Vocal Jazz entstanden?
Im Geiste von Nelson Riddle und Billy May
Für die Antwort hat sich MacFarlane erneut mit seinem langjährigen Arrangeur Andrew Cottee zusammengetan. Beide sind mit der Musik der Muppets aufgewachsen und teilen die Begeisterung für die großen Orchestratoren des klassischen Entertainments.
„Andrew Cottee und ich sind gleich alt, und wir haben beide schöne Erinnerungen an all diese großartigen Muppet-Lieder, mit denen wir aufgewachsen sind“, sagt MacFarlane. Ihre Lieblingsstücke wollten sie so aufnehmen, wie Arrangeure vom Schlage eines Nelson Riddle oder Billy May sie womöglich behandelt hätten. Cottees Arrangements bleiben den Originalen verpflichtet, geben ihnen aber einen neuen orchestralen Rahmen: mit Big-Band-Energie, satten Bläsersätzen und jenem eleganten Swing, in dem MacFarlanes Crooner-Stimme zu Hause ist.
Damit wird aus der charmanten Idee „Crooner singt Muppet-Songs“ ein ambitioniertes Jazzprojekt. MacFarlane und Cottee zeigen, wie viel kompositorische Raffinesse in einem Repertoire steckt, das zunächst vor allem mit Fernsehkindheit, Filmen und Puppenfiguren verbunden wird.
„Bein’ Green“ macht den Anfang
Joe Raposos „Bein’ Green“ gehört längst zu den Klassikern des Muppet-Kosmos. Seine melancholische Melodie und die ebenso einfache wie zeitlose Botschaft über Anderssein und Selbstakzeptanz haben Generationen von Sängerinnen und Sängern angezogen.
MacFarlane muss den Song deshalb gar nicht erst zum Jazzstandard erklären. Er behandelt ihn einfach wie einen. Und darin liegt der besondere Charme des Projekts: Es nimmt die Musik der Muppets ernst, ohne ihr Wärme und Witz auszutreiben. Kermit darf Kermit bleiben, nur steht hinter ihm diesmal gewissermaßen das Orchester von Nelson Riddle.
„Seth MacFarlane Sings The Muppets“ erscheint als CD + digital am 18. September und als LP am 16. Oktober.





