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Nduduzo Makhathini
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Moderne Mythen – Nduduzo-Makhathini-Album erschienen

Auf seinem neuen Album “The Myth We Choose”, das er gemeinsam mit seinem 18-jährigen Sohn Thingo konzipierte und produzierte, überrascht Pianist Nduduzo Makhathini mit einer frischen Infusion zeitgenössischer Stilelemente und Grooves.
Nduduzo Makhathini
Nduduzo Makhathini
(c) Blue Note Records / Siphiwe Mhlambi
24.06.2026

Der südafrikanische Pianist und Komponist Nduduzo Makhathini war schon immer darum bemüht, in seinen Liedern die Geister seiner – nicht nur musikalischen – Vorfahren und Inspirationsquellen heraufzubeschwören und ihnen eine Brücke ins Hier und Jetzt zu bauen. Sein neues Album “The Myth We Choose” ist im Kern ein Projekt mit den Musikern seines aktuellen Trios: dem Bassisten Dalisu Ndlazi und dem Schlagzeuger Lukmil Perez. Eine neue Dimension gewinnt die Musik hier jedoch durch Makhathinis erstmalige Zusammenarbeit mit seinem 18-jährigen Sohn Thingo Makhathini, der sich derzeit in Südafrika als Produzent, Songwriter und Musiker einen Namen zu machen beginnt. Als Koproduzent half Thingo seinem Vater dabei, seine Klangwelt auf erfrischende Weise zu erweitern und sie um zeitgenössische Facetten und Grooves zu bereichern. “Jedes Mal, wenn man einen Bezug zur Elektronik hört oder verschiedene Arten von Grooves, die man normalerweise nicht mit mir in Verbindung bringen würde, dann sind das seine Ideen”, sagt Makhathini mit väterlichem Stolz. Überhaupt geriet das Album zu einer Art Familienaffäre. Denn auch Nduduzos Frau, die Sängerin Omagugu Makhathini, ist mit von der Partie.

Bei seinen Zusammenarbeiten mit anderen südafrikanischen Künstlern, die sich musikalisch außerhalb der Jazzsphäre bewegen, hat Nduduzo Makhathini im Laufe der Jahre schon öfter mit anderen Stilelementen experimentiert. Eine kleine Kostprobe davon gab er im vergangenen Jahr, als er einen Remix des gemeinsam mit der Schweizer Sängerin Anna Widauer aufgenommenen Tracks “Re-Amathambo” vom Album “In The Spirit Of Ntu” (2022) veröffentlichte. Durch seinen Sohn wurde Nduduzo nun dazu animiert, diesen Weg weiterzuverfolgen. Besonders gut ist ihm das mit dem Stück “What People Say (Reprise)” gelungen, das von Omagugu Makhathini gesungen wird und von dem südafrikanischen DJ und Produzenten Black Coffee dezent mit sehr modernen Beats unterlegt wurde. Die Song klingt fast so, als hätten das britische Trio GoGo Penguin und die “Abbey Lincoln Südafrikas” hier gemeinsame Sache gemacht.

“Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der Frage, was einen Mythos ausmacht“, sagt Nduduzo Makhathini über sein viertes Blue-Note-Album. “Viele meiner früheren Arbeiten befassten sich schon mit Schöpfungsmythen, wie sie entstanden und welche Rolle der Klang dabei spielte. Meine Arbeit orientierte sich bislang stark an dem, was ich als ‘Ntu-Kosmologie‘ bezeichne, den zentralen Ausgangspunkt für mein Denken, Handeln und das Schaffen von Klängen. In meiner neuen Arbeit verfolge ich einen mehr vergleichenden Ansatz, der neugierig darauf ist, wie verschiedene Gesellschaften ihre Mythen finden und welche Gemeinsamkeiten sie haben“.

Höhepunkte des Albums steuern neben den oben genannten auch weitere Gäste bei: der britische Flötist Shabaka Hutchings, der Gitarrist Keenan Ahrends, der Schlagzeuger Ayanda Sikade, die Soul- und Rhythm-’n’-Blues-Sängerin Thando Zide und der Folk-Gitarrist und Sänger Muneyi. Nicht zuletzt ist da freilich auch noch der wunderbare Trompeter Robin Fassie, der ein Neffe der 2004 verstorbenen Sängerin Brenda Fassie ist, die als die “Queen of African Pop” oder “Madonna of the Townships” zur Legende wurde. Nduduzo Makhathini selbst zeigt erneut, dass er zu den wenigen zeitgenössischen Jazzpianisten gehört, denen es gelingt, instrumentale Virtuosität und technische Gewandtheit mit tiefster Spiritualität zu verbinden.

Nduduzo Makhathini: The Myth We Choose (2LP)
The Myth We Choose (2LP)
26. Juni 2026

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