Neu in der "Luminessence"-Reihe von ECM: Interkulturelles Dreiergespräch

”Manfred Eicher schlug vor, dass wir Shaukat zu der Session mit Anouar einladen könnten”, erinnert sich Jan Garbarek an die Entstehung des Albums. Anouar Brahem denkt vor allem gerne an die Spontaneität der Session zurück. Der Produzent, so sagt er, hatte sie vorher ermuntert: "Lasst es uns einfach ausprobieren und sehen, was passiert.” Was passierte, war, dass die kulturellen Hintergründe nahtlos miteinander verschmolzen und musikalisch in eindrucksvolle, improvisierte Klanglandschaften übersetzt wurden, die auch heute noch frisch und von der Zeit unberührt klingen. Die JazzTimes schrieb damals über das Album: "Das Ergebnis ist eine wundersame, losgelöste Atmosphäre, in der sich die unverwechselbaren ethnischen Prägungen der Musiker verweben, ohne das interkulturelle Thema zu erzwingen oder die Eigenständigkeit der einzelnen Teile zu verwässern. Hier klingen Norwegen und der Nahe Osten wie Nachbarn mit einem gemeinsamen Anliegen.”
Peter Rüedi schrieb in der Weltwoche wiederum: "‘Madar’ ist genau jene grenzenlose, bestürzend offene Musik, derentwegen zu bedauern ist, dass die Vokabel ‘Weltmusik’ so auf den Hund gekommen ist. Hier improvisieren drei Musiker, die alle die Grenzen der Traditionen, denen sie entstammen, überschreiten und die diese Herkunft doch immer als Grund bewusst halten. Daraus ergibt sich (…) ein geradezu erleuchtetes Dreigespräch zwischen den Kontinenten, eine Feiner des Besonderen aufgrund eines grossen gegenseitigen Respekts und einer intelligenten und sensiblen Übereinkunft. Eine überwältigende Übereinkunst.”
Das im August 1992 im Rainbow Studio in Oslo aufgenommene und von Manfred Eicher produzierte Album wurde im Januar 1994 ursprünglich auf CD veröffentlicht. Nun erscheint es im Rahmen der "Luminessence”-Serie zum ersten Mal überhaupt auf Doppel-Vinyl in einem Tip-on-Gatefold-Cover.





