Keith Jarrett - Übersicht | JazzEcho

Zum Inhalt springen
Explore the World of JazzEcho:
Website
Store
Keith Jarrett
Keith Jarrett

Ein Klassiker des flüchtigen Augenblicks - The Köln Concert 50th Anniversary Edition

The Köln Concert 50th Anniversary Edition + Excl. T-Shirt
12.12.2025

Die Sonderedition, das exklusive Bundle mit T-Shirt und mehr von Keith Jarrett und ECM Records finden Sie in unserem JazzEcho-Store.

Am 24. Januar 1975 setzte er sich in der Kölner Oper an einen alten Flügel, schlug ein g an und spazierte darum herum”, beschrieb Alex Rühle vor 15 Jahren in der Süddeutschen Zeitung den Beginn von Keith Jarretts Köln Concert”. “Dann schienen seine Finger wie im Dunkel nachzutasten, was für ein Akkord das eigentlich war, wiederholten das Motiv, tasteten zögernd weiter. Eine Stunde später hatte Jarrett aus vorbeiwehenden Tönen ein Monument geschaffen. Eine Feier des Klangs, die Kraft des Free Jazz, domestiziert von melodischem Wohlklang, Motive, die wie Fraktale aus sich selbst herauszuwachsen schienen, hymnisch, sentimental,
monomanisch. Und das zu einer Zeit, in der es mal wieder hieß, der Jazz sei an sein Ende gekommen.”

Nicht nur ist der Jazz bis heute nicht an sein Ende gekommen, auch Jarretts “Köln Concert” fesselt nach wie vor ein breit gefächertes Publikum, das ansonsten einen großen Bogen um improvisierte Musik macht. Mit annähernd vier Millionen verkauften Exemplaren ist “The Köln Concert” sowohl das meistverkaufte Soloalbum der Jazzgeschichte als auch das meistverkaufte Klavieralbum überhaupt. Anfang des Jahres feierte das Album, das Thomas Steinfeld als einen “Klassiker des flüchtigen Augenblicks” bezeichnet, seinen 50. Geburtstag. Im April wurde es von der Library of Congress als “kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk” eingestuft und in die National Recording Registry aufgenommen, das Verzeichnis besonders erhaltenswerter US amerikanischer Tondokumente.

Am 12. Dezember erscheint die limiterte Doppel-LP nun in der luxuriösen “The Köln Concert 50th Anniversary Edition”. Sie enthält ein eingeklebtes achtseitiges Booklet mit neuen Liner Notes (deutsch/englisch), Originalfotos und neuen Fotos sowie eine Art Card im LP-Hüllenformat mit gedrucktem Foto und gedruckter Unterschrift von Keith Jarrett. In unserem Store ist ein exklusives Bundle der limitierten 2LP mit einem T-Shirt aus Bio-Baumwolle mit Cover und historischem ECM-Logo-Etikett erhältlich. 

 

The Köln Concert (50th Anniversary) Ltd. Ed. 2LP + Excl. T-Shirt

The Köln Concert (50th Anniversary) Ltd. Ed. 2LP + Excl. T-Shirt

Keith Jarrett, ECM Sounds,
12. Dezember 2025
Der offizielle Shop der Deutschen Grammophon
Der offizielle Shop der Deutschen Grammophon
Jetzt im DG Store kaufen
DG Artist StoreJazzEcho Everything Jazz
The Köln Concert (50th Anniversary) Ltd. Ed. 2LP

The Köln Concert (50th Anniversary) Ltd. Ed. 2LP

Keith Jarrett, ECM Sounds,
12. Dezember 2025
JazzEcho Everything JazzAmazon physisch Album/TrackJPCDussmann

Einmalig auf Vinyl - historische Trio-Sternstunden in intimer Club-Atmosphäre

At the Deer Head Inn – The Complete Recordings (Limited Edition)
03.07.2025

Die 4LP-Box und mehr von Keith Jarrett und ECM Records finden Sie in unserem JazzEcho-Store.

Am 16. September 1992 bereitete das Deer Head Inn, ein kleiner Jazzclub im Delaware Water Gap in Pennsylvania, seinem Publikum einen unvergesslichen Abend. Auf dem Programm stand ein einzigartiger Auftritt von Keith Jarrett mit dem Bassisten Gary Peacock und dem Schlagzeuger Paul Motian. Obwohl der Pianist mit beiden zuvor schon oft separat gespielt und zahlreiche Aufnahmen gemacht hatte, waren sie nie in dieser Konstellation aufgetreten. Und es sollte auch der einzige Auftritt dieses Trios bleiben. Das Konzert, bei dem das Trio das Publikum auf eine fantasievolle Reise durch die Welt der Jazzstandards mitnahm, wurde damals von einem alten Freund des Pianisten vollständig mitgeschnitten: dem Schlagzeuger Bill Goodwin, mit dem Jarrett Anfang der 1970er Jahre in der Band von Gary Burton zusammengespielt hatte.

1994 veröffentlichte Jarretts Hauslabel ECM Records das Album “At The Deer Head Inn”, das von der Presse begeistert aufgenommen wurde. “Die Musik hat den Schwung und unverblümten Lyrismus von Keith Jarretts besten Werken”, schwärmte Stereophile. Un  AllMusic: “Die einfallsreichen Interpretationen bieten den Hörern viele Überraschungen und Abwechslung und machen dieses Album zu einem wahren Vergnügen.” Dreißig Jahre nach der Veröffentlichung von “At The Deer Head Inn” erschien im November 2024 unter dem Titel “The Old Country (More From The Deer Head Inn)” ein zweites Album von diesem historischen Konzert. Und auch diesmal war das Pressecho überwältigend. Karl Lippegaus schrieb im FonoForum: “Nicht nur das zwölfminütige ‘The Old Country’ mit seiner verblüffenden fünfminütigen Schlusspassage zeigt: Diese Auswahl ist alles andere als zweite Wahl […] eine herausragende, Jazzgeschichte abbildende Aufnahme.

Am 22. August werden beide Alben nun zusammen und zum allerersten Mal auf Vinyl veröffentlicht. Die beiden Doppel-LPs mit einer Gesamtlaufzeit von fast zweieinhalb Stunden sind in hochwertige Tip-On-Gatefold-Hüllen verpackt, die wiederum in einem Deluxe-Schuber stecken.  Da dieses Boxset mit dem Titel “At The Deer Head Inn – The Complete Recordings” weltweit in einer streng limitierten, einmaligen Auflage erscheint, empfehlen wir allen Jarrett-Fans, es sobald wie möglich vorzubestellen. Eine Nachauflage dieses Boxsets wird es nicht geben.

At the Deer Head Inn - The Complete Recordings (Limited Edition)

At the Deer Head Inn - The Complete Recordings (Limited Edition)

Keith Jarrett, Gary Peacock, Paul Motian, ECM Sounds,
22. August 2025
Shops filtern:
JazzEcho Everything JazzAmazon physisch Album/TrackJPCDussmann

"Ein Pianist mit immenser Fantasie und Bandbreite"

Keith Jarrett "New Vienna" 2LP + Art Card
20.06.2025

Das Album auf 2LP und als Sonderedition mit Art Card und mehr von Keith Jarrett und ECM Records finden Sie in unserem JazzEcho-Store.

Am 8. Mai feierte Keith Jarrett, der sich 2018 aus gesundheitlichen Gründen von der Konzertszene verabschieden musste, seinen 80. Geburtstag. Annähernd 50 Jahre lang – von seinem Solo-Debütalbum “Facing You” aus dem Jahr 1971 bis zu den berauschenden Konzertaufnahmen aus München, Budapest und Bordeaux aus dem Jahr 2016 – hatte Jarrett für den Produzenten Manfred Eicher und das Münchner Label ECM Records unzählige Alben eingespielt, die ihn als einen der prägendsten Jazzpianisten und größten Improvisatoren des 20. und 21. Jahrhunderts etablierten. Pünktlich zum runden Geburtstag des Ausnahmekünstlers brachte ECM zur mit “New Vienna” eine vierte Live-Aufnahme von Jarretts letzter Solo-Europatournee heraus. Die Auftritte, von denen damals niemand ahnte, dass es seine letzten sein würden, hatten hymnische Konzertkritiken in der internationalen Presse geerntet. Nun ist “New Vienna” auch als Doppelalbum auf Vinyl erhältlich – im JazzEcho-Store als exklusive Edition mit Art Card. Aus diesem Anlass haben wir hier einige aktuelle Albumkritiken zu “New Vienna” zusammengestellt.

Das Magazin AUDIO Stereoplay kürte das Album zum Jazz-Highlight. In seiner Rezension schrieb Autor Ralf Dombrowski: “Er wollte sich immer auch selbst überraschen. Keith Jarrett brauchte dazu das Publikum, maßregelte es gerne, schätzte es aber auch als Echoraum seiner eigenen Kreativität. Er war stets mehr Konzertpianist als ein Mann des Aufnahmestudios. Während seiner letzten Solo-Tournee durch Europa 2016 machte er auch im Wiener Konzerthaus Station. ‘New Vienna’ ist ein in neun Einzelbilder plus Zugabe aufgeteiltes Live-Programm, das den Meister in seinen Facetten vom Melodiker über den Dekonstruktivisten und Blues-Intellektuellen bis zum Klangwühler und Feintöner präsentiert. Keith Jarrett gönnte sich die Freiheit der spontanen Musikentwicklung. Der Maestro wollte nichts planen, und so wurde auch ‘New Vienna’ ein überraschendes, oft mitreißendes Konzert.

In der Mittelbayerischen Zeitung notierte wiederum Ulrich Steinmetzger: “2017 zog sich Jarrett aus dem Konzertleben zurück. Im Archiv von ECM aber schlummern noch Schätze, so auch der nun veröffentlichte Auftritt vom 9. Juli 2016 im berühmten Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Es ist der zweite auf CD erschienene Wien-Auftritt Jarretts nach dem in der Staatsoper im Juli 1991. Damals waren es zwei weit ausholende Stücke in einem fast 70-minütigen Rezital, in der jüngeren Aufnahme sind es neun in sich geschlossene Spontankompositionen, gefolgt von einer berückenden Version von Jarretts Lieblingszugabe ‘Somewhere Over the Rainbow’. Das Kleinteiligere kennzeichnet Jarretts solistisches Spätwerk, bei dem er mit den Kräften haushalten musste. Doch auch auf dieser letzten Solotour ist kaum zu glauben, welche melodiösen Preziosen er dem Moment abringt. Entstanden sind wunderschöne Stücke, die zu immer neuem Hören einladen. Nach einem dichten Clusterhagel zu Beginn, schwelgt Jarrett in Melodien, schichtet Rhythmen, verwebt gegenläufige Muster, entwickelt Lyrisches, intoniert Blues, lässt Gospel und Country irrlichtern und fügt das alles zu einer großen Suite – außergewöhnlich wie immer und eindringlich schön.”

Im Magazin Rondo hob Werner Stiefele besonders die “immense Fantasie und Bandbreite des Pianisten” hervor und schrieb , dass er nach eigener Aussage “jedes Solokonzert ohne die geringste Ahnung dessen eröffnet, was er in den nächsten ein bis zwei Stunden tun wird. Keine Themen, keine Stimmungen, kein Plan. Alles offen. Wenn’s gut geht, wird ein spannender, ereignisreicher Konzertabend daraus. Der 9. Juli 2016 war ein solcher Tag. Jarrett holt ein paar Töne aus dem Flügel, setzt weitere hinzu, verschränkt sie mit anderen, baut Linien, rumort ein wenig in den Tiefen, rast über die Höhen, und allmählich entsteht eine vehement pulsierende Struktur von Begegnungen. Ein leiser, zögernder ‘Part II’ folgt, dann ein von widerstreitenden Rhythmen der linken und rechten Hand geprägter ‘Part III’. Ein zarter, lyrischer, schwebender ‘Part IV’ und ein balladenartiger ‘Part V’ bringen den Auftritt in geruhsamere Bahnen. Mit ‘Part VI’ kehrt Jarrett zum kantigeren, verschränkteren Spiel zurück, wechselt mit ‘Part VII’ wieder zum Balladenklang und lässt sich in ‘Part VIII’ auf einen kraftvollen Blues ein. In ‘Part IX’ scheint dann seine heitere, von Country, Gospel und Folksongs beeinflusste Seite durch. Was noch fehlt, ist die Zugabe. Indem Jarrett das Thema des Jazzstandards ‘Somewhere Over The Rainbow’ von Harold Arlen mit viel Liebe zur Melodie variiert, ist die Phase der ergebnisoffenen Improvisationen vorbei. Verträumter kann ein anfangs impulsives Konzert kaum enden.

Auf der Streaming-Plattform Stage+ der Deutschen Grammophon findet man zudem exklusive Videoaufzeichnungen von fünf kompletten Konzerten, die Jarrett zwischen 1985 und 2002 mal als Solist, mal mit seinem “Standards”-Trio in Japan geben hat: 

  • Keith Jarrett: Klavier Solo Live Konzert, Tokio, 2002
  • Keith Jarrett Trio: Tokio ’96, Konzert, Orchard Hall
  • Keith Jarrett Trio: Standards II, Konzert, Tokio, 1986
  • Keith Jarrett Trio: Standards I, Konzert, Tokio, 1985
  • Keith Jarrett Trio: Live im Open Theater East, Konzert, Tokio, 1993 

New Vienna (2LP + Excl. Art Card)

New Vienna (2LP + Excl. Art Card)

Keith Jarrett, ECM Sounds,
13. Juni 2025
JazzEcho Everything Jazz
New Vienna (2LP)

New Vienna (2LP)

Keith Jarrett, ECM Sounds,
13. Juni 2025
Der offizielle Shop der Deutschen Grammophon
Der offizielle Shop der Deutschen Grammophon
Jetzt im DG Store kaufen
Shops filtern:
DG Artist StoreJazzEcho Everything JazzAmazon physisch Album/TrackJPCDussmann
New Vienna

New Vienna

Keith Jarrett, ECM Sounds,
30. Mai 2025
Shops filtern:
Amazon physisch Album/TrackJPC

Ein Meisterwerk der Improvisation von geradezu enzyklopädischem Ausmaß

Keith Jarrett
(c) Roberto Masotti / ECM Records
30.05.2025

Das Album auf 2LP und als Sonderedition mit Art Card und mehr von Keith Jarrett und ECM Records finden Sie in unserem JazzEcho-Store.

Budapest, Bordeaux, Wien, Rom und München waren die Stationen der letzten Europatournee von Keith Jarrett im Juli 2016. Danach gab der Pianist nur noch ein Solokonzert am 15. Februar 2017 im Isaac Stern Auditorium der Carnegie Hall in New York. Es sollte, wie sich später herausstellte, sein allerletztes Konzert sein. Als erstes Album der Europatournee erschien 2019 “Munich 2016” mit dem Konzert, das Jarrett am 16. Juli 2016 in der Münchner Isarphilharmonie im Gasteig gegeben hatte. “‘Munich 2016' zeigt Jarrett von seiner geschmeidigsten und einfallsreichsten Seite”, schrieb Mike Hobart in der Financial Times. “Der Pianist setzt die Kernelemente seiner Ästhetik auf frische und unerwartete Weise neu zusammen.” Bereits ein Jahr später wurde mit “Budapest Concert” ein zweiter Konzertmitschnitt der Tournee veröffentlicht, über den Peter Rüedi in der Weltwoche schrieb: “Das neue Album präsentiert einen Jarrett auf dem Gipfel seiner Kunst… ‘Budapest’ könnte sein Testament sein, dieses Rezital von stupender Vielseitigkeit…” Zur gleichen Zeit wurde durch einen Artikel in der New York Times bekannt, dass Jarrett seine Karriere für beendet erklären musste, da er Anfang 2018 zwei Schlaganfälle erlitten hatte, von denen er sich leider nie wieder vollständig erholte. Umso erfreuter war die Musikwelt, als 2022 mit dem “Bordeaux Concert” eine weitere brillante Live-Aufnahme aus dem Jahr 2016 erschien. “‘Bordeaux Concert’ enthält mehrere hymnenartige Meditationen, die so vollständig wirken, dass man sie für durchkomponiert halten würde, wenn sie von jemand anderem gespielt würden”, bemerkte James Hale in DownBeat. Anlässlich des 80. Geburtstags von Keith Jarrett am 8. Mai erscheint nun “New Vienna”, das vierte Album dieser Tournee.

Warum “New Vienna”? Wie Jarrett-Kenner wissen, gibt es in seiner Diskografie bereits ein legendäres Wien-Konzert, das 1991 in der Wiener Staatsoper aufgezeichnet und ein Jahr später von ECM unter dem Titel “Vienna Concert” veröffentlicht wurde. In den Liner Notes zu diesem “Vienna Concert” schrieb Keith Jarrett damals: “Ich habe das Feuer sehr lange umworben, und in der Vergangenheit sind viele Funken geflogen, aber die Musik dieser Aufnahme spricht endlich die Sprache der Flamme selbst.” Als Keith Jarrett am 9. Juli 2016 in die österreichische Hauptstadt zurückkehrte, ließ er die Flammen der Inspiration an einem anderen historischen Ort mit lebendiger Akustik wieder auflodern. Diesmal trat er im Goldenen Saal des Musikvereins auf, wo zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts Werke von Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton Webern uraufgeführt wurden, die den Kurs der modernen Musik verändern sollten. Die Musik, die Keith Jarrett bei seinem Auftritt im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins aus dem Stegreif formte, war von einer geradezu enzyklopädischer Bandbreite. Die langen Formen, die Jarretts frühere improvisierte Solokonzerte kennzeichneten (von “Solo Concerts: Bremen/Lausanne” über “The Köln Concert” und das erste “Vienna Concert” bis hin zu den 1996 entstandenen Aufnahmen der 4-CD-Box “A Multitude Of Angels”), waren in der letzten Phase seines Konzertlebens Darbietungen kürzerer, in sich geschlossener und kontrastierender Stücke gewichen, die in ihrer Gesamtheit oft einen suitenartigen Charakter besaßen. Und so war es auch am 9. Juli 2016 im Wiener Musikverein.

In “Part I” entfacht Jarrett einen spontanen Wirbelsturm aus Klängen, aufbrausend, dicht und vielschichtig – ungestüm wie eine Naturgewalt. In “Part II” lässt er zunächst Akkorde in der Stille schweben, bevor er langsam eine nachhallende Melodie entwickelt. Die Rhythmik steht hingegen in “Part III” im Vordergrund; Jarrett demonstriert hier seine herausragende Fähigkeit, mit jeder Hand äußerst unabhängig zu agieren und ineinander verwobene Muster zu entwickeln.

“Schon nach den ersten drei Stücken wurde deutlich, worin Jarretts große Stärke besteht”, bemerkte Helmar Dumbs in seiner Konzertkritik in der österreichischen Zeitung Die Presse: “Er vermag es, scheinbar die Zeit außer Kraft zu setzen und (…) dem Publikum sein Zeitmaß aufzuzwingen. Eines, dem man sich getrost überantworten kann. Über viele Minuten schafft es Jarrett etwa im zweiten Teil, die Linien in beiden Händen in einer unglaublichen Spannung gegeneinanderzuführen. Die intensive Beschäftigung mit Bach hat hier hörbar ihre Spuren hinterlassen. Bezwingend, wie es Jarrett immer wieder gelingt, zunächst zufällig erscheinende Bewegungen ganz unmerklich zu einem Pfad zu verdichten, der sich dann in der Rückschau ganz zwangsläufig ausnimmt.”

In “Part IV” findet Jarrett zu hymnischer Andächtigkeit, während “Part V” eine pure Balladendichtung mit perlenden Läufen und frei schwingenden, fantasievollen Melodiebögen ist. In “Part VI” verändert der Pianist die lyrische Grundstimmung und schafft abstraktere Klanggebilde. “Part VII” ist ein berührend schönes Stück, das auch gut in das Repertoire von Jarretts legendärem Belonging-Quartett gepasst hätte. Mit erdigem Blues überrascht der Pianist in “Part VIII”, bevor er uns in “Part IX” mit seinen Country- und Gospelanklängen daran erinnert, wie allumfassend seine musikalischen Visionen sein können. Das Programm endet mit “Somewhere Over The Rainbow”, einem Standard, den Jarrett bei seinen Konzerten oft als Zugabe spielt. Wie nicht anders zu erwarten, phrasiert er das Stück diesmal etwas anders als in den ebenfalls großartigen Versionen, die auf den Alben “La Scala”, “A Multitude Of Angels” und “Munich 2016” zu hören sind.

Weitere Veröffentlichungen mit Musik von Keith Jarrett sind in Vorbereitung.

 

Auf der Streaming-Plattform Stage+ der Deutschen Grammophon findet man zudem exklusive Videoaufzeichnungen von fünf kompletten Konzerten, die Jarrett zwischen 1985 und 2002 mal als Solist, mal mit seinem “Standards”-Trio in Japan geben hat: 

  • Keith Jarrett: Klavier Solo Live Konzert, Tokio, 2002
  • Keith Jarrett Trio: Tokio ’96, Konzert, Orchard Hall
  • Keith Jarrett Trio: Standards II, Konzert, Tokio, 1986
  • Keith Jarrett Trio: Standards I, Konzert, Tokio, 1985
  • Keith Jarrett Trio: Live im Open Theater East, Konzert, Tokio, 1993 

Jetzt für den JazzEcho - Newsletter anmelden!
Mit Deiner Anmeldung bestätigst Du, dass Du den JazzEcho Newsletter erhalten möchtest.
Erhalte Infos zu Releases, Gewinnspielen und Aktionen per E-Mail. Du kannst Deine Einwilligung jederzeit widerrufen. Mehr Informationen unter Sicherheit & Datenschutz.
Keith Jarrett Interview mit Rick Beato
Keith Jarrett on ECM
  • Ruta And Daitya - Keith Jarrett: Piano / Electric Piano / Organ / Flute,  Jack DeJohnette: Drums, Percussion - Recorded May 1971
  • Facing You - Keith Jarrett: Piano - Recorded November 1971
  • Hamburg ’72 - Keith Jarrett: Piano, Gary Peacock: Double Bass, Paul Motian: Drums - Recorded June 1972
  • In The Light - Keith Jarrett: Piano/Gong/Percussion, String Section-Südfunk Symphony Orchestra Stuttgart: Mladen Gutesha and Keith Jarrett, The American Brass Quintet, The Fritz Sonnleitner Quartet, Ralph Towner: Guitar, Willi Freivogel - 1973
  • Solo Concerts Bremen / Lausanne - Keith Jarrett: Piano - Recorded March and July 1973
  • Selected Recordings - Recorded 1974 – 1994
  • Belonging - Keith Jarrett: Piano, Jan Garbarek: Tenor und Sopransaxophon, Palle Danielsson: Double Bass, Jon Christensen: Drums - Recorded April 1974
  • The Köln Concert - Keith Jarrett: Piano - Recorded January 1975
  • Arbour Zena - Keith Jarrett: Piano, Jan Garbarek: Sopran- und Tenorsaxophon, Charlie Haden: Double Bass, Members of the Radio Symphony Orchestra Stuttgart, conducted by Mladen Gutesha - Recorded October 1975
  • The Survivors' Suite - Keith Jarrett: Piano / Sopransaxophon / Bass Recorder / Celesta / Osi Drums, Dewey Redman: Tenorsaxophon / Percussion, Charlie Haden: Double Bass, Paul Motian: Drums, Percussion - Recorded April 1976
  • Staircase - Keith Jarrett: Piano - Recorded May 1976
  • Eyes Of The Heart - Keith Jarrett: Piano / Sopransaxophon / Osi drums / Tambourine, Dewey Redman: Tenorsaxophon / Tambourine / Maracas,  Charlie Haden: Double Bass, Paul Motian: Drums / Percussion - Recorded May 1976
  • Hymns / Spheres - Keith Jarrett: Organ - Recorded September 1976
  • Sun Bear Concerts - Keith Jarrett: Piano - Recorded November 1976
  • Ritual - Dennis Russell Davies: Piano - Recorded June 1977
  • My Song - Keith Jarrett: Piano / Percussion, Jan Garbarek: Tenor und Sopransaxophon, Palle Danielsson: Double Bass, Jon Christensen: Drums - Recorded November 1977
  • Sleeper Tokyo, April 16, 1979 - Keith Jarrett: Piano / Percussion, Jan Garbarek: Tenor und Sopransaxophon / Flute / Percussion, Palle Danielsson: Double Bass, Jon Christensen: Drums / Percussion - Recorded April 1979
  • Personal Mountains - Keith Jarrett: Piano / Percussion, Jan Garbarek: Tenor und Sopransaxophon / Flute, Palle Danielsson: Double Bass, Jon Christensen: Drums - Recorded April 1979
  • Nude Ants - Keith Jarrett: Piano / Timbales / Percussion, Jan Garbarek: Sopransaxophon, Palle Danielsson: Double Bass, Jon Christensen: Drums / Percussion - Recorded May 1979
  • Invocations The Moth And The Flame - Keith Jarrett: Pipe Organ / Sopransaxophon / Piano - Recorded November 1979 and October 1980
  • Sacred Hymns of G. I. Gurdjieff - Keith Jarrett: Piano - Recorded March 1980
  • The Celestial Hawk - Keith Jarrett: Piano, Syracuse Symphony Christopher Keene: Dirigent - Recorded March 1980
  • Concerts - Bregenz / München - Keith Jarrett: Piano - Recorded May and June 1981
  • Setting Standards - Standards, Vol. 1 / Standards, Vol. 2 / Changes - Keith Jarrett: Piano, Gary Peacock: Double Bass, Jack DeJohnette: Drums - Recorded January 1983
Mehr von Keith Jarrett

ImpressumDatenschutzBarrierefreiheitKontaktNewsletterGewinnspiel Teilnahmebedingungen