JazzEcho-Plattenteller | News | Tone-Poet-Serie - poetische Preziosen von McCoy Tyner

Tone-Poet-Serie – poetische Preziosen von McCoy Tyner

Diesmal wird Blue Notes audiophile “Tone Poet”-Vinyl-Reihe mit einem außergewöhnlichen Album von Coltrane-Pianist McCoy Tyner fortgesetzt.
JazzEcho-Plattenteller: Tone Poet Vinyl Series - McCoy Tyner "Tender Moments"
JazzEcho-Plattenteller: Tone Poet Vinyl Series - McCoy Tyner "Tender Moments"
12.01.2021
Die Vinyl-Wiederveröffentlichungen der “Tone Poet”-Reihe präsentieren Klangpoeten, die ihren eigenen Weg gegangen sind, um einige wirklich originelle Sounds zu erzeugen. Inspiriert wurde Blue-Note-Präsident Don Was zu dieser Kollektion durch die außergewöhnlichen audiophilen Vinyl-Wiederveröffentlichungen, die Joe Harley seit Jahren bei dem von ihm mitgegründeten Label Music Matters herausbringt. Der Saxofonist Charles Lloyd verlieh ihm für sein außerordentliches Gespür für die Klangästhetik des LP-Formats den Ehrentitel “Tone Poet”, den Harley heute mit Stolz trägt. Die LPs der Reihe werden mit viel Liebe für Details gefertigt – angefangen bei der Tonqualität und dem Mastering über die hochwertige Pressung auf 180-Gramm-Vinyl bis hin zur Gestaltung der schweren, laminierten Gatefold-Sleeves und der Druckqualität.
McCoy Tyner – Tender Moments
Auf seinen ersten Soloalben, die McCoy Tyner in der ersten Hälfte der 1960er Jahre für Impulse! Records aufgenommen hatte, präsentiert sich der Pianist meist im Trio, aber gelegentlich auch mit einem konventionellen Quintett oder Sextett. Erst auf “Tender Moments”, seinem zweiten Album für Blue Note, wagte er sich, wenn man so will, aus seiner “Komfortzone” heraus, um die Klangfarben und Texturen zu erproben, die ihm ein Nonett bieten konnte. Die instrumentale Besetzung dieser Band war dabei nahezu identisch mit der des Ensembles, das der Meisterarrangeur Gil Evans 1949/50 Miles Davis bei der Aufnahme von “Birth Of The Cool” zur Seite gestellt hatte. Nur dass Tyner statt eines Baritonsaxofonisten einen Tenoristen einsetzte. Sein Nonett setzte sich aus einigen der besten Musiker jener Zeit zusammen: Trompeter Lee Morgan, Posaunist Julian Priester, Tenorsaxofonist Bennie Maupin, Altsaxofonist und Flötist James Spaulding, Hornist Bob Northern, Tubist Howard Johnson, Bassist Herbie Lewis und Schlagzeuger Joe Chambers. Zu den Highlights der Session zählten Hommagen an John Coltrane (“Mode To John”) und Thelonious Monk (“The High Priest”) sowie die atemberaubende Ballade “All My Yesterdays”. “Auf ‘Tender Moments’ dreht sich alles um Architektur und Szenenmalerei”, schrieb Donald Elfman auf All About Jazz, “Von daher gilt das Album noch heute als zentraler Markstein in der Aufnahmekarriere eines der individuellsten Künstler der Musik.”
Mehr von JazzEcho-Plattenteller