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Chick Corea, Stanley Clarke & Lenny White – Star-Trio mit Stargästen

Auf dem Doppelalbum “Forever” frischen Chick Corea, Stanley Clarke und Lenny White mit alten Weggefährten Klassiker des Jazz und der Fusionmusik der 1970er auf.
Chick Corea, Stanley Clarke & Lenny White © Taylor Cruthers
Chick Corea, Stanley Clarke & Lenny White © Taylor Cruthers© Taylor Cruthers
26.01.2011
“Ewig währt am längsten”, wusste schon Dadaist Kurt Schwitters. Und “Forever” haben Chick Corea, Stanley Clarke und Lenny White ein neues Doppelalbum betitelt, dem man – ohne ein allzu großer Prophet sein zu müssen – schon jetzt Langlebigkeit vorhersagen kann. Denn “Forever” hat alles, um ein Klassiker zu werden: drei Protagonisten und ebenso viele Gäste mit großen Namen, die allesamt entspannt aufspielen, und ein ausgewogenes Repertoire aus Jazz- und Fusionklassikern, die mit Leidenschaft und Spielwitz neu interpretiert wurden.

In den 1970er Jahren schrieben Corea, Clarke und White mit ihrer Jazz-Rock- und Fusion-Band Return To Forever Musikgeschichte. Return To Forever (RTF) gehörten damals zu den Pionieren, die den in die Jahre gekommenen Jazz erneuerten, indem sie ihn massiv mit Elementen von Rock und Funk belebten und verjüngten. Jetzt entschlossen sich die drei, auf “Forever” noch einmal ganz zu den Ursprüngen ihres legendären Ensembles zurückzugehen. Dabei werden aber nicht etwa nostalgische Erinnerungen aufgewärmt, sondern jazzhistorische relevante Nummern einer zeitgemäßen Neubetrachtung und – interpretation unterzogen.

Die erste der beiden CDs wurde live aufgenommen und bietet Highlights von der 2009 absolvierten “RTF Unplugged”-Welttournee. Neben populären RTF-Stücken wie “Señor Mouse” und “No Mystery” interpretierte das Trio auch die bekannten Jazzstandards von Thelonious Monk, Miles Davis und Bill Evans sowie Stanley Clarkes wundervollen neuen Song “La canción de Sophia”.

“Mit diesem akustischen Trio hatten wir bislang noch keine Aufnahmen gemacht”, sagt der Schlagzeuger und Produzent Lenny White. “Aber es war wichtig, diese Arbeit endlich einmal zu dokumentieren, denn so fing schließlich alles an. Als wir 1973 unser Engagement im Keystone Korner in San Francisco beendeten, gingen wir am letzten Abend erstmals mit zwei Gitarristen auf die Bühne. Dadurch wurde unsere Musik damals ‘elektrisch’. Aber eigentlich spielten wir immer in der Jazztradition. RTF hatte eine wirkliche Jazz-Rhythmusgruppe, und ich glaube, dass uns dies von all den anderen Bands jener Zeit unterschied.”

Die zweite CD des “Forever”-Pakets hat eine andere Geschichte. Um ihre Comeback-Tournee in großem Stil zu beginnen, luden Corea, Clarke und White die grandiose Sängerin Chaka Khan, den französischen Geigenvirtuosen Jean-Luc Ponty und den ersten RTF-Gitarristen Bill Connors als Stargäste zu einem einmaligen Auftritt in der berühmten Hollywood Bowl in Los Angeles ein. Die Sessions, mit denen sie sich darauf vorbereiteten, wurden damals im Mad Hatter Studio mitgeschnitten. “Es war wirklich magisch”, erinnert sich Bassist Stanley Clarke. “Wir hatten uns schon eine ganze Weile nicht gesehen, aber konnten auf eine lange gemeinsame Geschichte bei Mad Hatter zurückblicken. Lenny schnappte sich später die Tonbänder und mischte sie mit Toningenieur Al Schmitt ab. Wir hatten eigentlich nicht vorgehabt, das Material auf CD herauszubringen, aber es klang einfach so großartig, dass wir zum Schluss kamen: das dürfen wir unseren Fans nicht vorenthalten.”
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