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Blue Note Classic Vinyl Serie – druckvoll und brillant

In den frühen 1960er Jahren erschienen bei Blue Note Records mit “Our Thing” von Tenorsaxofonist Joe Henderson und “Free For All” von Art Blakey zwei der packendsten und besten Hard-Bop-Alben aller Zeiten.
Blue Note Classic Vinyl Serie - Joe Henderson / Art Blakey
Blue Note Classic Vinyl Serie - Joe Henderson / Art Blakey(c) Blue Note Records
21.01.2026
Die Blue Note Classic Vinyl Serie macht die klassischen Alben des Labels zum attraktiven Preis dauerhaft verfügbar. Die ersten Folgen erschienen bereits 2019 zum achtzigsten Labeljubiläum unter dem Serientitel Blue Note 80. Gemastert werden die LPs von Kevin Gray bei Cohearent Audio in den USA, gepresst in 180g bei Optimal in Deutschland. Original-Coverdesign und cellophanierte Innenhüllen gehören bei dieser Serie zum guten Ton.
Joe Henderson – Our Thing
Nur drei Monate nach der Aufnahme seines vielversprechenden Blue-Note-Debüts “Page One” kehrte der Tenorsaxofonist Joe Henderson im September 1963 in das Studio von Rudy Van Gelder zurück, um mit “Our Thing” sein zweites Album für das Label einzuspielen. Erneut stellte er darauf seine tiefe Verbundenheit mit dem Trompeter Kenny Dorham unter Beweis, der ihn 1962 bei seiner Ankunft in New York unter seine Fittiche genommen hatte. Wie auf dem vorangegangenen Album bestand das Repertoire ausschließlich aus neuen Kompositionen der beiden Freunde, die auch ganz klar als Solisten den Ton angaben. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie wieder von einer außergewöhnlichen Rhythmusgruppe mit dem Pianisten Andrew Hill, dem Bassist Eddie Kahn und dem Schlagzeuger Pete LaRoca. Das Album beginnt schwungvoll mit Hendersons rasantem “Teeter Totter” und bietet mit dem Titelstück eine weitere Up-Tempo-Nummer. Kenny Dorham drückte seine sublime kompositorische Handschrift wiederum “Pedro’s Time”, “Back Road” und dem lyrischen “Escapade” auf. Scott Yanow bewertete das Album bei AllMusic mit 4,5 Sternen und schrieb: “Auch wenn keiner dieser Songs zum Standard wurde, ist das Spiel durchweg brillant und unvorhersehbar. Schon in diesem relativ frühen Stadium zeigte Joe Henderson sein Potenzial als großer Tenorist.”
 
Art Blakey & The Jazz Messengers – Free For All
“Free For All” gilt vielen Kritikern als das beste Album, das Art Blakey mit seinen legendären Jazz Messengers als Sextett aufgenommen hat. 1961 hatte der Schlagzeuger die Band vom Quintett zum Sextett erweitert. Noch im selben Jahr spielte er in der Besetzung mit Wayne Shorter (Tenorsaxofon), Freddie Hubbard (Trompete), Curtis Fuller (Posaune), Cedar Walton (Klavier) und Jymie Merritt (Bass) die Alben “Mosaic” und “Buhaina’s Delight” für Blue Note ein. Weitere zwei Alben – nun mit Reffie Workman am Bass – entstanden danach für die Plattenfirmen Riverside (“Caravan”, 1962) und Coolpix (“Golden Boy” , 1963). Für die Aufnahme ihres nunmehr fünften Albums “Free For All” kehrte das Sextett im Februar 1964 zu Blue Note zurück. Die Musik dieses Albums, das ursprünglich den Titel “Free Fall” erhalten sollte, ist deutlich von der Bürgerrechtsbewegung jener Zeit geprägt und strotzt nur so vor Energie. Das rasante Titelstück und das aufwühlende “Hammer Head”, beides Kompositionen aus der Feder von Wayne Shorter, sowie Freddie Hubbards kinetisches Stück “The Core”, das dem Congress of Racial Equality gewidmet war, sind Musterbeispiele für das spannende Repertoire der Jazz Messengers dieser Ära. Am Ende des wartet das Sextett indes mit einer Überraschung auf: einer zeitlosen Interpretation des von Bossa Nova inspirierten Jazzstandards “Pensativa” von Clare Fischer.