Hart, aber herzlich - Billy Hart Quartet - Billy Hart | JazzEcho

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Hart, aber herzlich - Billy Hart Quartet

Billy Hart
© John Rogers / ECM Records
29.03.2012

Als sich das Ensemble 2003 formierte, trat es zunächst als Ethan Iverson-Mark Turner Quartet auf. Dies änderte sich aber, als ein Gig in Billy Harts Heimatstadt Montclair/New Jersey anstand und der Schlagzeuger seine jungen Kollegen fragte, ob er die Band dort unter seinem Namen präsentieren könnte. Diese hatten nicht nur keinerlei Einwände, sondern beschlossen sogar, die Gruppe gleich dauerhaft in Billy Hart Quartet umzubenennen. Unter diesem Namen gingen sie dann auch erstmals 2005 ins Studio, um ihr titelloses Debütalbum für das Hard-Bop-Label High Note einzuspielen. Das Album tauchte 2006 auf den Bestenlisten zahlreicher amerikanischer Jazzkritiker auf. In der seitdem verstrichenen Zeit ist die Musik des Quartetts, wie Iverson anmerkt, freier und weitläufiger geworden. Und passt so, wie “All Our Reasons” – das erste ECM-Album des Quartetts – nun zeigt, bestens in die musikalische Landschaft des Münchener Labels.

Billy Hart und ECM: Eine Liaison, die schon 1974 begann

Der 71-jährige Billy Hart ist bei ECM natürlich kein Unbekannter: die erste Session für das Label machte er 1974, als er Bennie Maupin bei der Einspielung des Klassikers “Jewel In The Lotus” begleitete. Zehn Jahre lang war er Mitglied des Charles Lloyd Quartet und nahm mit diesem unter der Ägide von Manfred Eicher die einflussreichen Alben “The Call” (1993), “All My Relations” (1994), “Canto” (1996) und “Lift Every Voice” (2002) auf. Tenorsaxophonist Mark Turner gastierte 2008 auf Enricio Ravas “New York Days” und debütierte im selben Jahr bei ECM auch als Fly Trio mit Larry Grenadier und Jeff Ballard (ein zweites Album dieser Formation ist gerade in Arbeit). Pianist Ethan Iverson (bekannt durch das formidable Trio The Bad Plus) und Bassist Ben Street erscheinen hier das erste Mal auf einem ECM-Album.

Originelle Hommagen an John Coltrane, Paul Bley und Sonny Rollins

Hatte das Quartett auf seinem Debütalbum vor sieben Jahren neben Eigenkompositionen von Hart, Iverson und Turner noch je einen Standard von John Coltrane (“Moment’s Notice”) und Charlie Parker (“Confirmation”) interpretiert, so verlässt es sich nun ganz auf eigene Ideen. Auch wenn Iverson sein “Ohnedaruth” (benannt nach einem spirituellen Namen, den sich Coltrane einst zugelegt hatte) auf Tranes “Giant Steps” aufbaut. Ein weiteres Stück, “Nostalgia For The Impossible”, widmete Iverson seinem Instrumentalkollegen Paul Bley, der bekanntlich zu den allerersten ECM-Künstlern gehörte. Billy Hart steuerte zum Repertoire vier Nummern bei: den Opener “Song For Balkis”, den leicht funkigen Blues “Toli’s Dance”, “Imke’s March” und “Duchess”, ein Stück, das er schon einmal 1985 für sein Gramavison-Album “Oshumare” aufgenommen hatte. Mark Turner zeichnete wiederum für “Nigeria” (basierend auf Sonny Rollins’ “Airegin”) und “Wasteland” verantwortlich

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