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Being Hipp – ARTE zeigt Jutta-Hipp-Dokumentation

In der ARTE Mediathek ist derzeit die Dokumentation "Being Hipp – First Lady of European Jazz“ zu sehen, die das außergewöhnliche Leben der Leipziger Jazzpianistin Jutta Hipp nachzeichnet.
Being Hipp – First Lady of European Jazz
Being Hipp – First Lady of European Jazz(c) ARTE TV
30.01.2026
Die deutsche Pianistin Jutta Hipp schrieb 1956 ein kleines Stückchen Jazzgeschichte, als Blue Note Records sie als erste Musikerin aus Europa unter Vertrag nahm. Der Produzent Leonard Feather hatte die gebürtige Leipzigerin 1954 bei einem Konzert in Deutschland gehört, produzierte gleich einige Aufnahmen mit ihr und half ihr dabei, nach New York überzusiedeln. Dort verschaffte ihr Feather ein sechsmonatiges Engagement im Hickory House Club, bei dem ein kompletter Auftritt für Blue Note aufgezeichnet und dann auf zwei separaten Alben veröffentlicht wurde. In einem Zeitraum von nur acht Monaten spielte sie 1956 für das Label drei Alben ein, aber bereits 1960 zog sie sich komplett aus der Musikwelt zurück. Gründe waren vermutlich Lampenfieber, Selbstzweifel und der Druck der männlich dominierten Jazzszene. Sie arbeitete daraufhin 35 Jahre lang unerkannt als Näherin in einer Textilfabrik in Queens.
Die menschlichen und künstlerischen Aspekte hinter dieser viel zu kurzen Jazzkarriere dokumentiert der Film "Being Hipp – First Lady of European Jazz“ von Regisseurin Anna Schmidt, der kürzlich auf ARTE Premiere feierte und derzeit in der ARTE Mediathek zu sehen ist. Es ist die erste Filmdokumentation des Lebens der Musikerin. Legendäre Jazzgrößen wie David Amram, Lou Donaldson und Sheila Jordan, die Jutta Hipp noch persönlich kannten, erinnern sich an eine Frau voller Talent, Charisma und Widerspruch. Ihre Biografin Ilona Haberkamp teilt bisher unveröffentlichtes Archivmaterial, Clara Haberkamp interpretiert Hipps Musik neu, die renommierte Harvard-Professorin Ingrid Monson analysiert die politischen und kulturellen Spannungsfelder, in denen sich Jutta Hipp bewegte, Terri Lyne Carrington und Cecil McBee, wichtige Stimmen der heutigen Jazzszene, geben dem Film Tiefe – als Hommage an eine Frau, die ihrer Zeit weit voraus war.
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