FATHERS – Blue-Note-Debütalbum erschienen

Mit „FATHERS“ ist das Debüt eines außergewöhnlichen Musikerkollektivs erschienen. Schlagzeuger Nate Smith, Keyboarder Kiefer, Bassist CARRTOONS und Produzent Kenny Beats fanden eher zufällig zusammen und schufen in einer spontanen Studiosession ein Album, das die improvisatorische Freiheit des Jazz mit Funk, Soul, Hip-Hop und elektronischer Musik verbindet. Entstanden ist ein ebenso modernes wie zeitloses Werk voller Groove, Spielfreude und musikalischer Raffinesse.
Wenn aus einer Studiosession ein Album wird
Die Geschichte von „FATHERS“ begann nicht mit einem langfristigen Plan, sondern mit einer spontanen Idee. Aufgenommen wurde das Album im Putnam Hill Studio von Kenny Beats in Los Angeles. Eigentlich wollte der Produzent dort lediglich das neue Mischpult testen. Weil er Unterstützung beim Verkabeln benötigte, bat er Kiefer vorbeizukommen. Da dieser gerade mit Nate Smith und CARRTOONS auf Tournee war, brachte er beide kurzerhand mit.
Aus dem geplanten Techniktest entwickelte sich innerhalb von zwei Tagen eine intensive Session, in der die Basistracks aller acht Songs entstanden. Für einzelne Stücke erhielt das Quartett Unterstützung von Saxofonistin Nicole McCabe, Sängerin Genevieve Artadi (KNOWER), Gitarrist Paul Castelluzzo (Hether) sowie Violinistin Yasmeen Al-Mazeedi. Die Spontaneität dieser Aufnahmen ist auf jedem Track hörbar.
Nate Smith und seine Mitstreiter
Nate Smith zählt zu den prägendsten Schlagzeugern des zeitgenössischen Jazz. Der Musiker, Komponist und Keyboarder arbeitete in den vergangenen 25 Jahren unter anderem mit Betty Carter, Dave Holland, Chris Potter, José James, Paul Simon, Michael Jackson, Brittany Howard, Jon Batiste, Pat Metheny, Childish Gambino und Vulfpeck zusammen.
Für sein aktuelles Soloalbum „Live-Action“ wurde Smith Anfang des Jahres mit zwei Grammy Awards ausgezeichnet, darunter in der Kategorie „Best Alternative Jazz Album“. Einer der Songs entstand gemeinsam mit Keyboarder Kiefer Shackelford (Kiefer) und Bassist Benjamin Eric Carr (CARRTOONS) – eine Zusammenarbeit, die ihren Ursprung beim Montréal International Jazz Festival 2023 hatte. Dort trafen die Musiker erstmals in dieser Konstellation aufeinander. Die Chemie stimmte sofort, sodass das Trio wenig später gemeinsam durch die USA und Japan tourte.
Mit Produzent Kenny Beats, der für seine genreübergreifenden Produktionen bekannt ist, fand die Formation schließlich ihren vierten Mitstreiter.
Jazz, Funk und Hip-Hop auf Augenhöhe
So vielfältig wie die musikalischen Hintergründe der Beteiligten präsentiert sich auch „FATHERS“. Das Album verbindet die improvisatorische Offenheit des Jazz mit Funk, Soul, Rhythm & Blues, Hip-Hop und elektronischer Musik. Das Ergebnis ist ein ebenso virtuoses wie zugängliches Album, das stilistische Grenzen spielerisch überwindet.
Besonders beeindruckend ist die Ausgewogenheit der acht Stücke. Organische Grooves treffen auf fein programmierte Beats, melodische Hooks auf geschmackvolle Arrangements. Die Improvisationen stehen nie um ihrer selbst willen im Mittelpunkt, sondern unterstützen stets den Song und seinen natürlichen Flow. So klingt „FATHERS“ gleichzeitig modern und zeitlos.
Warum das Album „FATHERS“ heißt
Seinen ungewöhnlichen Titel verdankt das Album einer Eigenheit von Kiefer. Er spricht alle Menschen, mit denen er besonders gerne im Studio arbeitet – unabhängig vom Geschlecht – scherzhaft mit „Father“ an. Aus diesem Running Gag entwickelte sich schließlich der Name des Projekts.
Ein Debüt mit Zukunft?
Ob „FATHERS“ ein einmaliges Studioprojekt bleibt oder künftig weitere Musik veröffentlicht, ist derzeit offen. Angesichts der großen Nachfrage nach Nate Smith, Kiefer, CARRTOONS und Kenny Beats als Musiker, Produzenten und Live-Performer dürften gemeinsame Termine allerdings rar sein.
Mit ihrem Debütalbum beweisen die vier eindrucksvoll, wie selbstverständlich sich Jazz, Funk, Soul, Hip-Hop und elektronische Musik zu einem eigenständigen Klangbild verbinden lassen. „FATHERS“ ist kein klassisches Jazzalbum und kein Popalbum, sondern ein inspirierendes Gemeinschaftsprojekt, das aus einer spontanen Begegnung entstand und gerade deshalb so frisch, organisch und überraschend klingt.
