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Muireann Bradley
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Muireann Bradley: Alte Seele, neue Songs

Mit gerade einmal 19 Jahren hat sich Muireann Bradley als außergewöhnliche Blues-Interpretin einen Namen gemacht. Jetzt geht die irische Gitarristin und Sängerin einen entscheidenden Schritt weiter und rückt eigene Songs ins Zentrum.
Muireann Bradley
Muireann Bradley
(c) Carina Kehlet Schou
07.08.2026

Wer Muireann Bradley spielen hört, dürfte kaum vermuten, dass die Musikerin aus dem irischen County Donegal erst 19 Jahre alt ist. Zu selbstverständlich klingt ihr Fingerpicking, zu tief scheint sie in jene musikalische Welt eingetaucht zu sein, die von Blind Blake und Mississippi John Hurt über frühen Bob Dylan bis zur irischen Folk-Tradition reicht. Das britische Magazin Clash brachte diesen reizvollen Widerspruch auf eine einfache Formel: „A teenage artist with an old soul“.

Mit dem Album „Rose Dogs & Blackwood Pew“, das am 23. Oktober über Fontana Records erscheint, lässt sich nun beobachten, wie aus diesem außergewöhnlichen Talent zunehmend eine eigenständige Künstlerin wird. Die Veröffentlichung verbindet die fünf Stücke der 2025 zunächst digital erschienenen EP „Rose Dogs“ mit sechs Titeln der neuen EP „Blackwood Pew“. Elf Songs ergeben so eine Art Standortbestimmung – und zugleich den Auftakt zu Bradleys nächstem Kapitel.

Vom alten Blues zu eigenen Geschichten

Bekannt wurde Bradley zunächst als bemerkenswert versierte Interpretin einer Musik, die lange vor ihrer Geburt entstand. Ihr Debütalbum „I Kept These Old Blues“ machte 2024 bereits im Titel deutlich, worum es ging: traditionelle Songs bewahren, ohne sie museal klingen zu lassen. Bradley eignete sich den Country Blues mit einer Leichtigkeit an, bei der technische Virtuosität nie zum Selbstzweck wurde.

Es folgten TV-Auftritte bei „Jools Holland’s Hootenanny“ und „The Late Late Show“, ausverkaufte Konzerte dies- und jenseits des Atlantiks sowie Festivalshows in einem Umfeld, zu dem auch Neil Young, Lana Del Rey und Beck gehörten.

Doch „Blackwood Pew“ verschiebt nun die Perspektive. Zum ersten Mal tritt Bradley auch als Songwriterin hervor. Drei Eigenkompositionen stehen neben neu interpretierten älteren Stücken. Songs wie „Not Going Back“, „Clementine“ und „Dancing On My Grave“ zeigen dabei, wie sich ihre musikalische Vergangenheit zunehmend mit einer eigenen Gegenwart verbindet.

Mehr Raum für Muireann Bradley

Auch klanglich öffnet sich ihre Musik. Gemeinsam mit Produzent Declan Gaffney sowie Ella Walker alias Wildes und weiteren Studiomusikern erweitert Bradley die bislang vor allem akustisch geprägte Klangwelt um Bass, Schlagzeug, Slide-Gitarre und Keyboards.

Der Titel „Blackwood Pew“ erzählt dabei selbst eine Geschichte. Sämtliche neuen Songs spielte Bradley auf einer eigens für sie angefertigten Gitarre von Steve Brown ein. Der australische Gitarrenbauer hatte sie live erlebt und war so beeindruckt, dass er ihr ein Instrument baute. Boden und Zargen bestehen aus australischem Blackwood, das aus einer mehr als 200 Jahre alten Kirchenbank in Tasmanien gewonnen wurde; hinzu kommen eine Decke aus King Billy Pine und ein markantes Schlagbrett aus Kupfer.

Eine alte Kirchenbank wird zur neuen Gitarre – für eine Musikerin, die selbst fortwährend Vergangenheit in Gegenwart verwandelt, könnte es kaum ein passenderes Instrument geben.

Eine alte Seele findet ihre eigene Stimme

Bradleys Beschäftigung mit dieser Vergangenheit begann früh. Sie wuchs nach eigener Beschreibung in einem „music house“ in County Donegal auf. Im Musikzimmer ihres Vaters standen Gitarren neben CD-Sammlungen mit Blind Lemon Jefferson, Blind Blake oder Mississippi John Hurt. Als während der Pandemie ihre sportlichen Aktivitäten – darunter Boxen und Brazilian Jiu-Jitsu – zum Erliegen kamen, übertrug sie dieselbe Disziplin auf die Gitarre und arbeitete sich in die anspruchsvolle Fingerpicking-Technik hinein.

Diese Beharrlichkeit hört man bis heute. Nur geht es inzwischen nicht mehr allein darum, herauszufinden, wie die alten Meister gespielt haben. „I’m excited to record more of my own songs“, sagt Bradley über ihre nächsten Schritte. Sie wolle weitere Alben machen, sich weiterentwickeln und ihren eigenen Stil als Songwriterin finden.

Muireann Bradleys „Rose Dogs & Blackwood Pew“ erscheint am 23. Oktober 2026 und kann bereits vorbestellt werden.

Muireann Bradley_Up_Rose Dogs & Blackwood Pew (LP)
Rose Dogs & Blackwood Pew (LP)
23. Okt. 2026

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