Morgan Freeman und der Blues: vom Mississippi-Delta zur Abbey Road - Morgan Freeman's Symphonic Blues Experience | JazzEcho

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Morgan Freeman's Symphonic Blues Experience
Morgan Freeman's Symphonic Blues Experience

Morgan Freeman und der Blues: vom Mississippi-Delta zur Abbey Road

Mit „Morgan Freeman’s Symphonic Blues Experience“ veröffentlicht der Oscar-Preisträger digital ein Herzensprojekt mit Taj Mahal, Keb’ Mo’, Shemekia Copeland und dem Chineke! Orchestra. Die CD folgt am 25. September, die LP am 16. Oktober.
Morgan Freeman
Morgan Freeman
(c) Ground Zero Blues Club Media
14.08.2026

„Ich habe den Blues zum ersten Mal auf der Veranda meiner Großmutter im Mississippi-Delta gehört, und er hat mich nie wieder verlassen.“ Wenn Morgan Freeman über den Blues spricht, geht es nicht um eine neu entdeckte Leidenschaft. Die Musik begleitet den Schauspieler seit seiner Kindheit. Mit „Morgan Freeman’s Symphonic Blues Experience“, das heute digital erscheint, macht der Oscar-Preisträger diese lebenslange Verbindung nun zum Ausgangspunkt einer musikalischen Reise durch rund ein Jahrhundert Bluesgeschichte. Die CD des Albums folgt am 25. September, die LP am 16. Oktober.

Morgan Freeman erzählt 100 Jahre Bluesgeschichte

Wer dabei ein überraschendes Gesangsdebüt des Hollywood-Stars erwartet, wird allerdings enttäuscht – oder vielleicht beruhigt. Freeman versteht sich bei dem Projekt vor allem als Produzent, Initiator und Erzähler. Seine unverwechselbare Stimme eröffnet das Album zu Blind Willie Johnsons „Dark Was the Night, Cold Was the Ground“; die musikalische Hauptrolle überlässt er einigen der profiliertesten Bluesmusikerinnen und -musiker der Gegenwart.

Die zwölf Stücke schlagen einen großen historischen Bogen: von Blind Willie Johnson und Robert Johnson über Son House, Elmore James und B.B. King bis zu „I Lied To You“ aus dem Soundtrack von „Sinners“. Klassiker werden dabei nicht museal konserviert, sondern mit neuen Arrangements in einen größeren Klangraum versetzt.

Taj Mahal, Keb’ Mo’ und Shemekia Copeland treffen auf ein sensationelles Orchester

Für das Projekt hat Freeman eine Besetzung zusammengebracht, die sich wie ein kleines Who’s who des heutigen Blues liest. Taj Mahal übernimmt Son Houses „Death Letter Blues“, Keb’ Mo’ widmet sich „Cadillac Assembly Line“, Alvin Youngblood Hart ist bei „The Thrill Is Gone“ zu hören. Dazu kommen unter anderem Shemekia Copeland, James „Super Chikan“ Johnson, Anthony „Big A“ Sherrod, Keith Johnson, Adrienne „Lady Adrena“ Ervin sowie Musikerinnen und Musiker aus dem Umfeld von Freemans Ground Zero Blues Club in Clarksdale, Mississippi.

Den entscheidenden klanglichen Kontrapunkt liefert das Chineke! Orchestra. Das 2015 von Chi-chi Nwanoku gegründete Ensemble gilt als Europas erstes professionelles Orchester mit mehrheitlich Schwarzen und ethnisch diversen Musikerinnen und Musikern. Seine Orchesterparts für Freemans Projekt entstanden in den Abbey Road Studios in London, während weitere Aufnahmen in Lawrence „Boo“ Mitchells traditionsreichen Royal Studios in Memphis eingespielt wurden.

Vom Mississippi-Delta zur Abbey Road

Gerade diese Verbindung macht die Idee hinter „Morgan Freeman’s Symphonic Blues Experience“ interessant. Hier soll der Blues nicht durch ein Sinfonieorchester „veredelt“ werden. Vielmehr treffen zwei Klangwelten aufeinander, wobei die Geschichte und Ausdruckskraft des Blues das Zentrum bilden.

Für Freeman ist diese Geschichte untrennbar mit der afroamerikanischen Erfahrung verbunden. Der Blues, sagt er, wurzele in Geschichten, die von Westafrika in den amerikanischen Süden getragen wurden, und sei zum Zeugnis eines ungebrochenen menschlichen Geistes geworden. Entsprechend versteht er das Album nicht allein als musikalisches Projekt, sondern auch als Erinnerung an die Menschen und Lebenswelten, aus denen diese Musik hervorgegangen ist.

So ungewöhnlich die Kombination aus Hollywood-Star, Delta Blues und Sinfonieorchester zunächst wirken mag: Für Freeman führt sie letztendlich zurück zu einem sehr persönlichen Ausgangspunkt – jener Veranda seiner Großmutter im Mississippi-Delta, auf der er den Blues erstmals hörte. Seine „Symphonic Blues Experience“ ist keine nostalgische Rückschau, sondern eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart, Memphis und London, Juke Joint und Konzertsaal. Oder, wie Freeman selbst die Idee auf den Punkt bringt: Die Verhältnisse im Delta mögen sich verändern, seine Seele bleibt.

 

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25. Sep. 2026

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