Kurt Elling | Musik | The Gate

The Gate: Elling,Kurt
The Gate
VÖ: 18. März 2011
Kurt Elling

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Die New York Times ist eine der vielen Publikationen, die Kurt Elling für den “herausragenden (Jazz-)Vokalisten der Gegenwart” hält. Nachdem der in Chicago lebende Sänger, Komponist und Lyriker seit seinem Debüt 1995 schon acht Grammy-Nominierungen erhalten hatte, konnte er die begehrte Trophäe 2009 endlich für sein letztes Album “Dedicated To You” in Empfang nehmen. Das Live-Album war eine Hommage an Tenorsaxophonist John Coltrane und Jazz-Crooner Johnny Hartman und reflektierte deren 1963 aufgenommenes Album “John Coltrane And Johnny Hartman”, das zu den absoluten Klassikern seines Genres zählt. Auf seinem brandaktuellen Album “The Gate” schlägt Kurt Elling nun musikalisch einen ganz anderen Kurs ein.

Auf dem von Don Was (Rolling Stones, Bonnie Raitt, Bob Dylan) produzierten Album scheinen Grenzen zwischen den verschiedenen musikalischen Genres gar nicht mehr zu existieren. Don Was hatte schon vor einiger Zeit den Wunsch geäußert, einmal mit Kurt Elling zusammenzuarbeiten. Und der Sänger, mit dem Renommee des Produzenten bestens vertraut, war nur zu gerne bereit, auf diesen Wunsch einzugehen. Das Projekt “The Gate” schien wie geschaffen für diese Kooperation.

“Ich hörte Kurt das erste Mal bei einem lokalen Jazzradiosender, und seine exotische Mischung aus Beseeltheit, Technik, Intelligenz und charismatischer Hipness haute mich gleich aus den Socken”, erinnert sich Don Was. “Er hat es geschafft, diese doch sehr unterschiedlichen Songs so klingen zu lassen, als wären sie alle eigens für ihn geschrieben worden – und wir hatten einen Höllenspaß bei den Aufnahmen!”

“Don brachte in dieses Projekt seine Liebe zu Musik und Musikern ein”, sagt Elling, “und dazu noch eine Selbstsicherheit, die uns von allen Bedenken befreite. Er ist ein unübertrefflicher Produzent und die Zusammenarbeit mit ihm war eine außerordentliche Erfahrung – wohler habe  ich mich in einem Aufnahmestudio noch nie gefühlt.“

Auf “The Gate” bietet Kurt Elling einen aufregend eklektischen Mixtur, deren stilistisches Spektrum von Rock- und Pop-Nummern über Rhythm’n’Blues und Funk bis hin zu Jazz reicht. Im Repertoire hat er dabei einige wirklich überraschende Songs: etwa King Crimsons mysteriöses “Matte Kudasai” (vom 1981 erschienenen Album “Discipline”), Joe Jacksons 1982er Hit “Steppin’ Out” (von “Night And Day”), die ebenso smoothe wie funkige Earth, Wind & Fire-Ballade “After The Love Is Gone” oder die wenig bekannte Herbie-Hancock-Komposition “Come Running To Me”, die der Pianist 1977 für sein Album “Sunlight” einspielte. Einer der Höhepunkte des Albums ist ohne Frage Kurt Ellings Remake von “Samurai Hee-Haw”, einem unvergessenen Stück vom ersten Album, das der Bassist Marc Johnson 1985 mit seiner legendären Band Bass Desires (feat. John Scofield, Bill Frisell & Peter Erskine) für ECM einspielte. Elling schrieb einen Text für die markante Nummer und taufte sie in “Samurai Cowboy” um. Erstaunlich ist, wie Kurt Elling und Don Was diese so unterschiedlichen Stücke bruchlos aneinanderfügten.

Elling schulte seine vier Oktaven umspannende Baritonstimme in Kirchenchören, bevor er 1995 mit dem Album “Close Your Eyes” bei Blue Note debütierte. Und seitdem vollbrachte er ein höchst seltenes Kunststück: jedes seiner neun Soloalben wurde für einen Grammy nominiert. Entgegennehmen durfte er den Preis bisher allerdings erst einmal: 2009 für “Dedicated To You”.
 
“Seit den Mittneunzigern gibt es im Jazz keinen Sänger, der wagemutiger, dynamischer oder interessanter ist als Kurt Elling”, schrieb die Washington Post vor einiger Zeit. “Mit seinen vokalen Höhenflügen, seinen scharfsinnigen Texten und dem Bewusstsein, dass er sich auf einer musikalischen Mission befindet, verkörpert er heute den kreativen Geist des Jazz.”

Und diesen kreativen Geist spürt man auch auf “The Gate” in jedem Moment. Und deutlicher denn je zuvor.
Veröffentlichung
18.3.2011
Format
CD
Label
Concord Records
Bestellnummer
00888072312302

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