Julian Lage | News | Nichts für Saiten-Einsteiger - Online-Meisterkurse mit Julian Lage

Nichts für Saiten-Einsteiger – Online-Meisterkurse mit Julian Lage

Im Juli erscheint Julian Lages Blue-Note-Debüt. Schon im April wird der US-amerikanische Jazzgitarrist in zwei Meisterkursen wertvolle Tipps für die Interpretation von Standards und Originalen geben.
Julian Lage
Julian Lage(c) Alysse Gafkjen
25.03.2021
Diese CD & LP und weitere finden Sie in unserem JazzEcho-Store.   
Nicht jedem ist es vergönnt, mit gerade einmal neun Jahren die Bühne mit Carlos Santana zu teilen. Aber Julian Lage war eben auch schon 1997, als ihm dieses Kunststück gelang, nicht irgendwer. Ein Jahr zuvor hatte ein Kurzfilmportrait über ihn (“Jules At Eight”) für Furore gesorgt. Vor allem jene denkwürdige Szene, in der er seine Gitarre wie Jimi Hendrix über Kopf spielte.
Aus dem einstigen Wunderkind ist inzwischen einer der weltbesten Jazzgitarristen geworden. Und solche Gimmicks wie in dem Film wird man von dem mittlerweile 33-Jährigen heute wohl nicht mehr sehen. Dafür nimmt er die Musik viel zu ernst. Sein fundiertes und breitgefächertes Wissen gibt der Ausnahmegitarrist, der bereits mit 15 Jahren zum Lehrkörper des Stanford Jazz Workshop gehörte, immer noch gerne an andere weiter. Im April werden auch Gitarristen aus hiesigen Breiten Gelegenheit haben, an einem von Julian Lages Meisterkursen teilnehmen zu können. Möglich macht das die digitale Plattform Mandolin. Am 11. April weiht Julian Lage seine Meisterschüler dort in die Interpretation von Jazzstandards ein und am 18. April beschäftigt er sich in einem zweiten Meisterkurs mit dem Spielen von Originalen.
Für potentielle Teilnehmer aus Deutschland und anderen europäischen Ländern besonders erfreulich: die Kurse beginnen nicht zu nachtschlafender Zeit, sondern um 19:00 Uhr MEZ. Jeweils direkt im Anschluss an die Meisterkurse, wird Lage noch 30-minütige VIP-Konzerte geben, in denen er die Themen aufgreift, die er zuvor in den Workshops behandelt hat. Näheres über den Ablauf und die diversen erhältlichen Tickets erfährt man auf der Mandolin-Plattform.
Anders als die meisten sogenannten Wunderkinder, ließ sich Julian Lage überraschend viel Zeit, um sein erstes eigenes Album einzuspielen. “Sounding Point” erschien erst 2009, als er schon 21 Jahre alt war und wurde damals gleich für einen Grammy nominiert. Seitdem hat er neun weitere Alben unter eigenem Namen oder mit Duo-Partnern wie den Instrumentalkollegen Nels Cline und Chris Eldridge (Punch Brothers) sowie Pianist Fred Hersch eingespielt. Darüber hinaus arbeitete er intensiv mit Gary Burton und John Zorn, aber auch anderen Künstlern zusammen. Nachdem Lage in der jüngeren Vergangenheit bereits auf drei Blue-Note-Alben von Nels Cline (“Lovers” und “Currents, Constellations”) und Charles Lloyd (“8: Kindred Spirits: Live From The Lobero”) zu hören war, wird er im Juni unter dem Titel “Squint” sein erstes eigenes Album bei dem Label präsentieren. Aufgenommen hat er es im Trio mit dem chilenischen Bassisten Jorge Roeder und dem Schlagzeuger Dave King (The Bad Plus).