Inspiriert im New Yorker Jazz-Tempel – Immanuel-Wilkins-Album erschienen - Immanuel Wilkins | JazzEcho

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Immanuel Wilkins
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Inspiriert im New Yorker Jazz-Tempel – Immanuel-Wilkins-Album erschienen

Auftritte im legendären Village Vanguard scheinen Jazzmusiker stets ganz besonders zu beflügeln. Den jüngsten Beweis dafür liefert Altsaxofonist Immanuel Wilkins mit seinem Quartett auf “Live At The Village Vanguard, Vol.1”.
Immanuel Wilkins Quartet - Live At The Village Vanguard, Vol.1
Immanuel Wilkins Quartet - Live At The Village Vanguard, Vol.1
(c) Blue Note Records
19.03.2026

Seit Sonny Rollins 1957 als erster Jazzmusiker ein Live-Album im New Yorker Jazzclub Village Vanguard aufnahm, gehört es in der Szene gewissermaßen zum guten Ton, seinem Beispiel zu folgen. In einem eigenen Wikipedia-Eintrag mit dem Titel Live at the Village Vanguard sind mittlerweile 63 Alben von legendären Größen wie John Coltrane, Bill Evans, Dizzy Gillespie, Dexter Gordon und Elvin Jones, aber auch zeitgenössischen Künstlern wie Jon Batiste, Gerald Clayton, Joe Lovano, Brad Mehldau und Joshua Redman aufgelistet. Nun wird sich dort auch der Altsaxofonist Immanuel Wilkins einreihen. “Immanuel Wilkins Quartet Live at the Village Vanguard” ist eine mitreißende, dreiteilige Dokumentation von zwei Auftritten, die er im Mai 2025 – als das Village Vanguard seinen 90. Geburtstag feierte – mit seinem Quartett in dem legendären Jazz-Tempel gab. Dabei wurden insgesamt über drei Stunden Musik aufgezeichnet, die nach und nach veröffentlicht werden. Volume 1 erschien jetzt auf CD, als Vinyl-Doppelalbum und im digitalen Format. Volume 2 und Volume 3 folgen als rein digitale Veröffentlichungen am 17. April bzw. am 15. Mai. 

Der aus Philadelphia stammende Immanuel Wilkins etablierte sich nach seinem Studium an der renommierten Juilliard School in New York schnell als eine der aufregendsten neuen Stimmen am Saxofon sowie als außergewöhnlich origineller Komponist. Als Blue-Note-Präsident Don Was den Altsaxofonisten 2018 bei den Aufnahmen für das Album “KingMaker” des Vibrafonisten Joel Ross erlebte, zögerte er keine Sekunde, dem damals 20-Jährigen einen eigenen Plattenvertrag anzubieten. Seinen Einstand gab Wilkins mit dem von Jason Moran produzierten Album “Omega”, das von der Jazzpresse als eines der besten Debüts des Jahres 2020 eingestuft wurde. Noch ambitionierter präsentierte sich Wilkins auf den beiden Nachfolgern: “The 7th Hand” und dem von Meshell Ndegeocello koproduzierten Album “Blues Blood”, das Anfang dieses Jahres für einen Grammy nominiert war. Auf allen drei Alben war Immanuel Wilkins mit seinem exzellenten Quartett zu hören, das gelegentlich noch durch Gäste verstärkt wurde. Von der Ursprungsbesetzung sind der Pianist Micah Thomas und der Schlagzeuger Kweku Sumbry noch heute dabei. Den Platz des Bassisten hat nach Daryl Johns und Rick Rosato inzwischen der 21-jährige Ryoma Takenaga eingenommen, der als neues Bass-Wunderkind auf sich aufmerksam gemacht hat.

Wenn Musiker von ihren Auftritten im Village Vanguard erzählen, ist oft die Rede davon, dass sie die Präsenz der Geister jener Größen verspüren, die dort lange vor ihnen historische Live-Aufnahmen gemacht haben. Dem konnte sich auch Immanuel Wilkins wohl nicht entziehen, obwohl er sein Programm fast ausschließlich mit neuen Eigenkompositionen bestritt, die seine Vorliebe für komplexe Harmonien und tiefe Spiritualität widerspiegeln. Zum Auftakt von “Live At The Village Vanguard, Vol. 1″ griff er allerdings mit “Warriors” auf ein Stück seines Debütalbums “Omega” zurück, das er live auf die doppelte Länge von 14 Minuten ausdehnt. Das folgende “Composition 2” ist Teil einer Reihe von zwölf nur durchnummerierten Kompositionen, bei denen sich Wilkins von Johann Sebastian Bachs “Wohltemperiertem Klavier”  inspirieren ließ. Bei der ungemein feinfühligen und leisen Performance des Quartetts hätte das gespannt lauschende Publikum hier eine Stecknadel fallen hören können.

Absoluter Höhepunkt des Albums ist aber die unglaublich beseelte Interpretation von “Charanam”. Dieses andächtige Stück hatte Alice Coltrane 1981 für ihr Album “Turiya Sings” geschrieben und aufgenommen. Das Album klingt mit dem Stück “Eternal” aus, das laut Wilkins das zeitliche Erlebnis eines Konzerts heraufbeschwören soll. Es ist eine klangliche Umsetzung einer lange nachhallenden Jazzimprovisation.

Immanuel Wilkins_LAVV_Black LP_2048x2048.jpg
Live at the Village Vanguard Vol. 1 (2LP)
20. März 2026

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