Retrospektive Teil 3

Session mit amerikanischer ECM-All-Star-Band: Later That Evening
Auf dem 1982 entstandenen Album “Later That Evening” präsentierte sich Eberhard Weber mit einer Band, die ausschließlich aus amerikanischen Musikern bestand. Mit von der Partie war wieder Gitarrist Bill Frisell, der drei Jahre zuvor schon an der Einspielung des Weber-Klassikers “Fluid Rustle” beteiligt gewesen war und noch im selben Jahr für ECM sein Solodebütalbum “In Line” aufnehmen sollte. Dazu gesellten sich der Pianist Lyle Mays, der seinerzeit beinahe exklusiv Keyboarder der ungeheuer populären Pat Metheny Group (die 1982 bei ECM das grandiose Album “Offramp” veröffentlichte), war der Multiinstrumentalist Paul McCandless, ansonsten Mitglied der Band Oregon (die im darauffolgenden Jahr auch ihr erstes ECM-Album aufnahm) und der Schlagzeuger Michael DiPasqua, der 1979 auf Ralph Towners Album “Old Friends, New Friends” seinen ECM-Einstand gegeben hatte und für das Münchner Label danach u. a. noch mit der Jan Garbarek Group ins Studio ging. Mit dieser ECM-All-Star-Formation nahm Weber vier Eigenkompositionen auf, darunter das über 16minütige “Death In The Car Wash” und das elegische “Maurizius”, das bei Weber-Fans bis heute zu den absoluten Favoriten zählt.
Later That Evening
ECM 1231
Musiker: Eberhard Weber – bass / Paul McCandless – soprano saxophone, oboe, English horn & bass clarinet / Bill Frisell – guitar / Lyle Mays – piano / Michael DiPasqua – drums & percussion
Songs: Maurizius / Death In The Carwash / Often In The Open / Later That Evening
Aufnahmedatum: März 1982
Siebenteilige Suite mit Jan Garbarek: Chorus
Nachdem er seine eigene Band Colours 1981 aufgelöst hatte, wurde Eberhard Weber 1982 endlich festes Mitglied der Gruppe des norwegischen Saxophonisten Jan Garbarek, mit dem er 1978 erstmals bei der Aufnahme des Albums “Photo With Blue Sky, White Cloud, Wires, Windows And A Red Roof” zusammengespielt hatte. Im September 1984 ging der Bassist dann mit Garbarek und Schlagzeuger Ralf Hübner für ECM ins Studio, um sein eigenes neues Soloalbum “Chorus” aufzunehmen, das eine siebenteilige, ausgesprochen kontemplative Suite gleichen Namens enthält.
Chorus
ECM 1288
Musiker: Eberhard Weber – bass & synthesizer / Jan Garbarek – soprano & tenor saxes / Ralf Hübner – drums / Manfred Hoffbauer – clarinet & flute / Martin Künstner – oboe & English horn
Songs: Chorus Part I VII
Aufnahmedatum: September 1984
Vielseitiges Album mit ungewöhnlicher Besetzung: Orchestra
Während viele Jazzmusiker oftmals mit denselben Musikern (wenn auch in unterschiedlichen Konstellationen) zusammenarbeiten, probierte Eberhard Weber bei seinen ECM-Produktionen immer wieder vollkommen neue Formate mit stets anderen Musikern der unterschiedlichsten Stilarten aus, um seine vielfältigen musikalischen Ideen zu verwirklichen. So nahm er beispielsweise 1988 das Album “Orchestra” mit einem sehr ungewöhlich besetzten achtköpfigen Blechbläser-Ensemble auf. Einziger prominenter Partner war dabei der in der Jazzwelt wohlbekannte Trompeter und Flügelhornist Herbert Joos, der in den 80ern dem famosen Vienna Art Orchestra angehörte und dort als Alphornsolist für Furore sorgte.
Orchestra
ECM 1374
Musiker: Eberhard Weber – bass, percussion & keyboards / Herbert Joos & Anton Jillich – fluegelhorns / Rudolf Diebetsberger & Thomas Hauschild – French horns / Wolfgang Czelustra & Andreas Richter – trombones / Winfried Rapp – bass trombone / Franz Stagl – tuba
Songs: Seven Movements / Broken Silence / Before Dawn / Just A Moment / Air / Ready Out There? / Too Early To Leave / One Summer’s Evening / A Daydream / Trio / Epilogue
Aufnahmedatum: Mai & August 1988
Orchestrales Soloalbum: Pendulum (1993)
Obwohl “Pendulum” im Grunde ein Bass-Soloalbum ist, gelingt es Eberhard Weber hier durch Overdubs und die geschickte Nutzung von Echo-Effektgeräten stellenweise eine orchestrale Klangfülle zu erreichen. In einer AMG-Rezension des 1993 aufgenommenen Albums meinte Scott Yanow: “Da er ein guter Komponist ist, der in diesem Repertoire aus melodischen Originalkompositionen eine große Spanne unterschiedlicher Stimmungen abdeckt und seine Effekte nicht für alberne Spielereien einsetzt, kreiert Weber introvertierte, aber leicht zugängliche Musik, die auch Musikfans anspricht, die keine erklärten Liebhaber von Basssoli sind.”
Pendulum
ECM 1518
Musiker: Eberhard Weber – bass
Songs: Bird Out Of Cage / Notes After An Evening / Delirium / Children’s Song No. 1 / Street Scenes / Silent For A While / Pendulum / Unfinished Self-Portrait / Closing Scene
Aufnahmedatum: Frühling 1993


