Für ihr im Februar erscheinendes drittes Blue-Note-Album hat sich Saxofonistin Melissa Aldana mit der kubanischen Pianolegende Gonzalo Rubalcaba zusammengetan.
Melissa Aldana(c) Blue Note Records / Travis Bailey
07.01.2026
Seit ihren Anfängen als Musikerin hegt die in Chile geborene Saxofonistin Melissa Aldana den Wunsch, ein Balladenalbum aufzunehmen. Mit Vorbildern wie John Coltranes Albumklassiker „Ballads“ von 1963 als Leitstern sieht sie in einem Projekt mit langsamen Tempi eine Möglichkeit, ihre lebenslange Suche nach dem „perfekten Sound“ weiter voranzutreiben. Nach ihrem GRAMMY-nominierten Blue Note-Debüt „12 Stars“ (2022) und dem Nachfolgealbum „Echoes Of The Inner Prophet“ (2024), zwei von der Kritik begeistert aufgenommenen spirituellen Modern-Jazz-Werken, geht sie mit ihrem dritten Blue-Note-Album ihr Traumprojekt jetzt auf ungewöhnliche Weise an.
Ganz zu Beginn wandte sie sich an den von ihr hochverehrten kubanischen Pianisten und Komponisten Gonzalo Rubalcaba, einen ihrer größten musikalischen Helden und einen Künstler, mit dem sie schon lange ein größeres Projekt realisieren wollte. Er machte ihr einen Vorschlag, der das Album in ungewöhnliches Fahrwasser brachte: Aldana solle die Filin-Musik seiner Heimat interpretieren, eine wunderschöne, aber international immer noch wenig bekannte Tradition kunstvoll arrangierter romantischer Lieder, die zwischen den späten 1940er und frühen 1960er Jahren ihre Blütezeit erlebte. Filin – das Wort leitet sich von „Feeling“ ab – „schuf einen Dialog zwischen traditioneller kubanischer Trova, Bolero und dem Jazz und definierte die kubanische Musikidentität neu“, erklärt Rubalcaba. „Filin-Songs brachten Instrumentalisten und Sänger von großer Virtuosität und kreativer Eleganz hervor.“
Mitte Februar wird Melissa Aldana mit „Filin“ nun also ein vielversprechendes Balladenalbum mit Liedern aus der kubanischen Musiktradition vorlegen, interpretiert im Quartett mit Pianist Gonzalo Rubalcaba, Bassist Peter Washington und Schlagzeuger Kush Abadey sowie der Gastsängerin Cécile McLorin Salvant. Aldana wurde in Santiago, Chile geboren und wuchs in einer musikalischen Familie auf. Sowohl ihr Vater als auch Großvater waren Saxofonisten, sie selbst nahm das Instrument im Alter von sechs Jahren unter der Anleitung ihres Vaters Marcos auf. Sie zog in die USA um das Berklee College of Music zu besuchen, ein Jahr nach ihrem Abschluss veröffentlichte sie 2010 ihr erstes Album. 2013 wurde sie mit 24 Jahren die erste Instrumentalistin und südamerikanische Musikerin, die die Thelonious Monk International Jazz Saxophone Competition gewann. Spätestens seit ihrem ersten Blue-Note-Album im Jahr 2022 gehört Aldana zur Spitze der internationalen Jazzszene.