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Biografie von Diana Krall

Am 13. März 2017 ging für Diana Krall mehr als nur ein Kapitel ihrer bisherigen Karriere zu Ende. Denn an diesem Tag starb der Produzent Tommy LiPuma, unter dessen kluger Regie die Kanadierin 1994 ihren steilen Aufstieg an die Spitze der ersten Liga der Jazzkünstlerinnen begonnen hatte. Seitdem hatte LiPuma für nicht weniger als elf der dreizehn Alben der Sängerin und Pianistin verantwortlich gezeichnet. Lediglich auf "Glad Rag Doll" (2012) und "Wallflower " (2015), die von T Bone Burnett respektive David Foster produziert wurden, ging Krall ihrem langjährigen musikalischen Partner "fremd". Als letztes Jahr durchsickerte, dass Diana Krall nach diesen beiden "Seitensprüngen" wieder mit Tommy LiPuma  im Studio arbeitete, waren Neugierde und Vorfreude groß. Und der Zufall will es, dass sich mit dem neuen Album "Turn Up The Quiet", das nun knapp zwei Monate nach LiPumas Tod erscheint, ein Kreis schließt. Denn es führt Krall zu den Wurzeln zurück, mit denen sie die Basis ihrer Weltkarriere legte: Jazzklassiker und die unsterblichen Songs aus dem "Great American Songbook". Selbstverständlich interpretiert in der für Diana Krall längst typischen sinnlich knisternden Art.

Beginn einer wunderbaren musikalischen Partnerschaft

Wie die Karriere der am 16. November 1964 in Nanaimo/British Columbia geborenen Diana Krall ohne die Unterstützung von Tommy LiPuma verlaufen wäre, darüber kann man nur spekulieren. "Er war für mich mehr als nur ein Plattenproduzent", schrieb Krall auf ihrer Facebook-Seite, als sie im März 2017 von LiPumas Tod erfuhr. "Er war ein Künstler, ein Freund und mein Ratgeber." Dabei wäre es 1994 um ein Haar erst gar nicht zur Kollaboration zwischen den beiden gekommen. "Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich sie zum ersten Mal hörte", verriet der Produzent Jahre später lachend. "Ehrlich gesagt, war ich überhaupt nicht beeindruckt. Ihr erstes Album für dieses kleine Label Justin Time? Shit, das klang wie eine Holiday-Inn-Combo. Gottseidank hatte ihr Management ein Video mitgeschickt, auf dem sie sich selbst am Klavier begleitete. Das warf mich total um! Und als ich sie dann kennenlernte, war alles vorbei. Sie ist charmant und talentiert und bescheiden. Man kann sie nur mögen."

In den nächsten Jahren eilte Diana Krall von Erfolg zu Erfolg. Für das Album "All For You", das sie dem Nat King Cole Trio gewidmet hatte, erhielt sie 1996 ihre erste Grammy-Nominierung, für "Love Scenes" ein Jahr später die zweite. Der weltweite Durchbruch gelang ihr aber erst 1999 mit "When I Look In Your Eyes". Das Album wurde mit zwei Grammys prämiert und sogar - als erstes wirkliches Jazzalbum in 25 Jahren - für den Grammy als Album des Jahres nominiert. Mit "The Look Of Love", das weltweit elfmal mit Platin ausgezeichnet wurde, eroberte sie 2001 die Spitze der Charts in ihrer Heimat Kanada und zog auch erstmals in die deutschen Charts ein. Für ihr erstes Live-Album "Live In Paris" (2002), von dem auch eine DVD und eine Blu-Ray-Disc herauskamen, erhielten sowohl die Künstlerin als auch ihr Produzent je einen Grammy. Unter LiPumas Ägide hatte sich Krall binnen weniger Jahre vom Geheimtipp zur neuen Jazzhoffnung und dann von dort zum Jazzsuperstar mit außergewöhnlichem Pop-Appeal gemausert. Sogar in Kinofilmen und Fernsehserien absolvierte sie einige kleinere Auftritte. 

Persönliche Rückschläge und erste Schritte als Songschreiberin

Dann trafen Diana Krall Mitte 2002 innerhalb weniger Wochen gleich drei schwere Schicksalsschläge. Zunächst erlag ihre Mutter Adella einer seltenen Krebserkrankung (Multiples Myelom) und dann verstarben mit dem Bassisten Ray Brown und der Sängerin Rosemary Clooney (George Clooneys Tante) auch noch zwei ihrer frühesten Mentoren. Krall war schon vor dem Tod ihrer Mutter häufig bei Benefizveranstaltungen zugunsten der Krebsforschung aufgetreten, engagiert sich seitdem aber noch mehr (und ist heute sogar Ehrenmitglied des Vorstands der Multiple Myeloma Research Foundation). Bei einem Wohltätigkeitskonzert in Vancouver spielte sie 2004 zusammen mit anderen Stars wie Elton John und Elvis Costello über 800.000 Dollar für das Knochenmarktransplantations-Programm des Vancouver General Hospital ein, in dem ihre Mutter behandelt worden war. 

Mit einer sehr positiven Nachricht, die zudem die ganze Musikwelt überraschte, meldete sich Diana Krall am Ende des darauffolgenden Jahres zurück: Am 6. Dezember 2003 hatte sie heimlich den britischen Sänger und Songwriter Elvis Costello geheiratet. Die gemeinsamen Zwillinge kamen auf den Tag genau drei Jahre nach der Hochzeit zur Welt. Costello brachte nicht nur neues Glück in ihr Leben, sondern auch neue Inspiration. An seiner Seite schrieb Krall in den nächsten Monaten erstmals selber Songs für ein Album. "The Girl In The Other Room" betitelt, erschien es 2004 und erntete begeisterte Kritiken. Bevor sie wegen ihrer Kinder eine dreijährige Auszeit nahm, legte sie mit "Christmas Songs" (2005) und "From This Moment On" (2006) noch zwei weitere Alben nach.

Diana Krall offenbart eine neue Vielseitigkeit

Ihre triumphale Rückkehr nach der Mutterschaftspause feierte sie 2009 mit "Quiet Nights" (von solchen dürfte sie in den drei vorangegangen Jahren wohl nur geträumt haben). Das Album dokumentierte ihren ersten Ausflug ins sinnliche Reich der Bossa Nova und anderer brasilianischer Musik. Noch im selben Jahr gab es mit "Live In Rio" auch einen neuen Konzertmitschnitt auf DVD und Blu-Ray-Disc. Da Krall ihre Mutterpflichten aber ernst nimmt, sind die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Veröffentlichungen nun etwas länger. Wett macht sie das mit einer neuen Vielseitigkeit, die ihr manche Fans vielleicht gar nicht zugetraut hätten. Auf "Glad Rag Doll" unternimmt sie 2012 unter der Federführung des Roots-Rockers T Bone Burnett (und mit Begleitern wie Marc Ribot und Costello) eine nostalgische Zeitreise in die Frühzeit des Jazz, klingt dabei aufregend verrucht und sexy, rau und ungeschliffen, verschmitzt und humorvoll.

Ganz anders gerät wiederum das von David Foster produzierte Album "Wallflower", dessen Veröffentlichung sie wegen einer schweren Lungenentzündung um ein halbes Jahr auf Februar 2015 verschieben musste. Hier zeigt sich Krall mit Songs von u.a. Elton John, 10cc, Crowded House, Bob Dylan und Paul McCartney sowie mit Partnern wie Michael Bublé, Bryan Adams, Graham Nash oder Stephen Stills von ihrer bislang poppigsten Seite. Wer danach befürchtete, Diana Krall würde dem Jazz verloren gehen, darf nun wieder aufatmen: Denn auf ihrem im Mai 2017 erscheinenden neuen Album "Turn Up The Quiet" ist sie wieder voll in ihrem eigentlichen Element.

Stand: April 2017