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Tomatito und João Gilberto für Latin Grammys nominiert

02.09.2005
Im letzten Jahr gewann der legendäre Gitarrist Paco de Lucía mit seinem Album “Cositas Buenas” seinen ersten Latin Grammy in der Sparte “Flamenco”. Nun wurde dieses Jahr in derselben Kategorie “Aguadulce” nominiert, das letzte Album seines spanischen Landsmannes, Freundes und Label-Kollegen Tomatito. Ebenfalls im Rennen um einen Latin Grammy: der Brasilianer João Gilberto mit “In Tokyo”.
José Fernández Torres, genannt Tomatito, begleitete schon als 15jähriger den legendären Flamenco-Sänger Camarón de la Isla und hielt ihm bis zu dessen Tod im Jahre 1992 die Treue. Erst danach startete er seine Solokarriere, in deren Verlauf er unter anderem mit so unterschiedlichen Künstlern und Bands wie der spanischen Popsängerin Rosario, der Techno-Pop-Band Mecano, dem dominikanischen Piano-Virtuosen Michel Camilo, dem US-Jazzer Chick Corea, der kubanischen Band Irakere, dem argentinischen Instrumentalkollegen Luis Salinas oder dem türkischen Baglama-Maestro Arif Sageng zusammenarbeitete. Aber sogar bei diesen Ausflügen auf völlig fremdes musikalisches Terrain blieb Tomatito immer er selbst und verwässert um keinen Preis sein kulturelles Flamenco-Erbe. Für die Einspielung von “Aguadulce” versammelte Tomatito die Crème de la crème der zeitgenössischen Flamenco-Szene um sich: u.a. den Mandolinenspieler und Gitarristen Juan José Suárez “El Paquete”, den Ketama-Gitarristen Josemi Carmona sowie die Vokalisten Antonio Vargas Cortés “El Potito”, Diego Ramón Jiménez Salazar “El Cigala” und Antonio Carmona (ebenfalls von Ketama).

Berechtigte Aussichten, seinen ersten Latin Grammy zu gewinnen, hat auch der brasilianische Sänger und Gitarrist João Gilberto, der 1958 mit seiner Stimme und Gitarre eine neue musikalische Sprache schuf, die Bossa Nova genannt wurde und im Handumdrehen Musikfans in aller Welt verzückte. Auch heute, über 45 Jahre später, hat die Bossa noch nichts von ihrem Charme verloren. Das für den Latin Grammy nominierte Album “In Tokyo” enthält einen Live-Mitschnitt von João Gilbertos erster Konzertreise durch Japan, bei der er 2003 vor insgesamt 20.000 begeisterten Japanern auftrat. Allein mit dem sanften, feinen Klang seiner Stimme und Gitarre nahm João die Zuhörer gleich vom ersten Ton an für sich ein. Alte Songs, die er teilweise schon seit 50 Jahren interpretierte, kleidete er in überraschend neue Harmonien, rekonstruierte sie und ließ sie wie ganz neue Stücke klingen, so als komponiere er sie gerade in diesem Moment völlig neu. Das Publikum erlebte hautnah, mit welcher enormen Kreativität und Konzentration João Gilberto live zu Werke geht, und reagierte darauf selbst mit einem Maximum an Konzentration. Mit seiner magischen Performance schlug João Gilberto die Zuhörer über zwei Stunden lang in Bann. Seinen letzten Grammy gewann João Gilberto 2001 mit dem Album “João, Voz E Violão” in der Sparte “World Music”. Diesmal tritt er gegen neue Alben von Gilberto Gil, Toninho Horta, Joyce und Ivan Lins in der Kategorie “Música Popular Brasileira” an.